Der 17. Februar 2021 war ein entscheidender Tag in der Karriere des Mahmoud Dahoud. Im Achtelfinal-Hinspiel in der Champions League stand er beim FC Sevilla überraschend in der Startelf, nachdem er zuvor unter Lucien Favre kaum und unter Nachfolger Edin Terzic nur vereinzelt Spielzeit bekommen hatte.
Die Zeichen standen nach dreieinhalb ernüchternden Jahren seit seinem Wechsel von Borussia Mönchengladbach zum BVB im Sommer 2017 klar auf Trennung - doch im Fußball, das ist bekannt, können sich die Dinge blitzschnell ändern.
Dahoud zeigte in Sevilla eines seiner besten Spiele in Schwarzgelb, war der Antreiber im offensiven Mittelfeld der Dortmunder und trug sich zu allem Überfluss auch noch mit einem Traumtor zum 1:1 in die Torschützenliste ein.
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Seit diesem Auftritt in Andalusien ist Dahoud aus der Startelf des BVB nicht mehr wegzudenken - und das hat sich auch nach dem neuerlichen Trainerwechsel hin zu Marco Rose nicht geändert.

Dahoud aus Startelf nicht wegzudenken

In seinem vierten Jahr beim BVB ist der Deutsch-Syrer gesetzt. Wenn er fit ist, spielt er - und das in durchaus entscheidender Rolle. Dahoud fungiert als Mittelfeld-Regisseur, als zentraler Fixpunkt im Aufbauspiel der Borussia und darf zudem mit Fug und Recht als das Dortmunder Pendant zum bajuwarischen "Radio Müller" bezeichnet werden.
Was ihm in den ersten Jahren beim BVB fehlte, nämlich das Treffen richtiger Entscheidungen in Drucksituationen, ist mittlerweile eine seiner großen Stärken geworden. Dahoud befreit sich regelmäßig spielerisch aus brenzligen Situationen. Sein Ideenreichtum sowie seine technischen Fähigkeiten erinnern in Phasen sogar an Ilkay Gündogan, der zwischen 2011 und 2016 die Strippen im Dortmunder Mittelfeld zog.
Qualitäten, die ihm im Oktober, noch unter Bundestrainer Joachim Löw, sein Debüt in der deutschen Nationalmannschaft einbrachten. Ebenfalls kein Wunder, dass mittlerweile Gerüchte über Interesse von der Insel die Runde machen. Unter anderem beschäftige sich der neureiche Scheichklub Newcastle United mit dem Dortmunder. Entsprechende Berichte aus England bestätigte "Sport1" jüngst.
Doch bei aller Lobhudelei, die sich immer öfter rund um den 26-Jährigen Bahn bricht, gibt es freilich auch Dinge, die seinem Spiel noch abgehen. In erster Linie ist das die Torgefahr.

Die Spieler von Borussia Dortmund bejubeln den Siegtreffer von Mahmoud Dahoud in Frankfurt

Fotocredit: Imago

Mo Dahoud: Der Deutsch-Syrer hat einen Makel

In Frankfurt, beim spektakulären 3:2-Comeback-Sieg der Borussia am vergangenen Wochenende, erzielte Dahoud den Siegtreffer kurz vor Schluss.
"Ich hab den Ball mitgenommen, Erling stand im Weg, ich habe etwas gezögert, dann ist er zur Seite gegangen und dann habe ich gesehen, dass ich ihn in die Ecke schlenzen kann", skizzierte der deutsche Nationalspieler seinen Treffer bei "BVB-TV".
"Mo hat 20 Meter vor dem Tor endlich mal keinen Haken mehr gemacht oder einen Querpass gespielt, sondern den Torhüter ausgeguckt und super abgeschlossen", freute sich Sportdirektor Michael Zorc gegenüber der "Ruhr Nachrichten" über den Dahoud, den sie in Dortmund noch häufiger sehen wollen.

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"Solche Tore macht er im Training andauernd", sagte Zorc weiter, im Spiel ist er jedoch auch in guten Abschlusspositionen meistens auf der Suche nach dem vermeintlich besser postierten Mitspieler. Nicht immer die richtige Entscheidung.
In seinen 86 Spielen für Borussia Mönchengladbach erzielte er acht Treffer und bereitete 16 weitere vor, beim BVB kommt er in 119 Pflichtspielen gerade einmal auf vier Treffer und 13 Vorlagen.

Dahoud wird zum Dauerbrenner

Seine Quote kann er in den kommenden Jahren beim BVB noch verbessern. Im Sommer 2021 verlängerte der Mittelfeldmann seinen ursprünglich 2022 auslaufenden Vertrag um ein Jahr bis 2023. Nun wollen die Verantwortlichen in Dortmund dem Vernehmen nach nachlegen und Dahoud mit einem weiteren langfristigen Arbeitspapier ausstatten.
Zusammen mit Jude Bellingham, der im Mittelfeld ebenfalls gesetzt ist, könnte er dann die Zentrale der nächsten Jahre beim BVB prägen. Axel Witsel, an dem Dahoud Jahre lang nicht vorbeikam, steht jedenfalls vor einem Abgang am Saisonende und auch Emre Can gehört aktuell nicht zu den Spielern, die ernsthaft mit dem 26-Jährigen um einen Stammplatz streiten können.

Mahmoud Dahoud erzielte bei der Frankfurter Eintracht das 3:2-Siegtor

Fotocredit: Getty Images

"Wenn du so lange dabei bist und alle kennst, dann fühlst du dich wohl. Es ist einfach schön für den BVB aufzulaufen", sagte Dahoud im vergangenen Sommer im "BVB-Podcast" und weiter: "Borussia Dortmund ist ein großer Klub, bei dem du Geduld und Durchsetzungsvermögen benötigst. In den vergangenen Jahren gab es Phasen, die nicht leicht für mich waren. Aber ich habe nie daran gezweifelt, dass dies der richtige Verein für mich ist. Kritik oder Rückschläge waren stets eher Ansporn für mich, und ich habe mich hier in Dortmund immer sehr, sehr wohl gefühlt. Nun freue ich mich darauf, mit dem BVB den nächsten Schritt zu machen und das Maximum aus mir herauszuholen."
Geduld und Durchsetzungsvermögen hat er nach dreieinhalb mageren Jahren in Dortmund bewiesen. Nun endlich, im Jahr 2022, ist es für Dahoud an der Zeit, die Früchte seiner Arbeit zu ernten. Für den Hinterkopf: Am Jahresende findet die Weltmeisterschaft in Katar statt.
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