Wie schon so oft in dieser Saison verpennten die Augsburger auch bei Mainz 05 die Anfangsviertelstunde. Die Hausherren hingegen waren von Beginn an giftig und gewillt, die drei Punkte in Rheinhessen zu lassen. Bereits nach zwei Minuten vergab der überragende Jonathan Burkardt die erste gute Gelegenheit der Hausherren (2.). Augsburg war das aber nicht Warnung genug und agierte weiterhin schläfrig.
Exemplarisch: Einen eigentlich harmlosen Ball verstolperte Robert Gumny, Karim Onisiwo hingegen war aufmerksam und nutzte die Einladung des Augsburgers souverän zum frühen 1:0. (10.). Der FCA hatte die Anfangsviertelstunde aber noch immer nicht überstanden. Erneut war Burkardt beteiligt, der Stefan Bell in die rechte Strafraumhälfte schickte, der aufgerückte Verteidiger schloss direkt ab zum 2:0 (15.). Es war bereits der sechste Gegentreffer der Fuggerstädter in der Anfangsviertelstunde.
Besser wurde es nicht aus Sicht der Gäste und Burkardt belohnte sich für seine starke Leistung. Es ging schnell über die rechte Seite nach vorne, Onisiwo flankte von rechts auf den zweiten Pfosten, dort köpfte Burkardt aus kurzer Distanz wuchtig über die Linie. Vor der Pause verhinderte einzig Rafal Gikiewicz, dass der Rückstand nicht noch deutlicher ausfiel. Zwischenzeitlich platzte dem Schlussmann der Kragen und seine Vorderleute durften sich einiges anhören.
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Augsburg zeigte sich nach der Pause deutlich verbessert, brauchte aber eine Weile, um mal gefährlich vor dem Tor der Hausherren aufzutauchen. Andi Zeqiri erzielte in der Schlussphase den aufgrund der Leistungssteigerung im zweiten Durchgang verdienten Anschlusstreffer (69.). Doch die kurz aufkeimende Spannung hatte nicht lange Bestand.
Der beste Mann auf dem Platz erzielte nach erneutem Ballverlust der Augsburger im Spielaufbau das vorentscheidende 4:1 (71.). Bundestrainer Hansi Flick war live in Mainz dabei und dürfte den Auftritt Burkardts durchaus positiv registriert haben. Kurz vor dem Ende hatte sein Sturmkollege Onisiwo noch die Chance auf das 5:1, am Ende fehlte nach einem Lauf über das halbe Feld und dem Umkurven von Gikiewicz allerdings die Kraft beim Abschluss (82.).
Nach zuletzt vier sieglosen Spielen ist Mainz zurück in der Erfolgsspur, Augsburg bleibt mit nur einem Saisonsieg unten drin.

Die Stimmen zum Spiel:

Bo Svensson (Trainer Mainz 05): "Wir haben uns schon sehr viel vorgenommen für das Spiel heute. Wir wussten, dass ein Stück weit Druck da war. Nicht nur von außen, auch intern in der Gruppe, haben wir uns bisschen geärgert über die letzten Spiele. Man hat eine Reaktion gesehen, auch wenn wir es trotzdem nicht über 90 Minuten geschafft haben, diese Leistung auf den Platz zu bringen. Es war schon 20 Minuten eine Delle nach der Halbzeit. Aber es gibt sehr viele positive Sachen natürlich."
Jonathan Burkhardt (Mainz 05): "Es hat heute sehr viel gepasst bei uns im Team. So wollen wir auftreten. Das Ergebnis hat gestimmt, es war definitiv ein gelungener Abend."
Dominik Kohr (Mainz 05): "Wir sind froh, dass wir heute die drei Punkte geholt haben und konnten dadurch auch den Punkteabstand zu Augsburg erhöhen. Das Gefühl ist lange her, dass wir so feiern konnten."
Markus Weinzierl (Trainer FC Augsburg): "Wir müssen aufhören, uns die Schuld gegenseitig zuzuschieben. Das war als Mannschaft einfach nicht akzeptabel, was wir heute gezeigt haben. Wir haben nicht gespielt, was wir besprochen haben. Wir sind viel zu hoch angelaufen. Wir haben ein viel zu großes Spielfeld gehabt. Wir haben die Zweikämpfe nicht angenommen und wenn du in Mainz eine Zweikampfquote von 40 Prozent hast in den ersten 45 Minuten, dann schaut das Spiel so aus, wie es ausgeschaut hat."
Arne Maier (FC Augsburg): "Heute können wir auf keine Halbzeit aufbauen. Wir sind sehr, sehr schlecht ins Spiel gestartet und haben ein dummes Gegentor bekommen. Ich glaube es stand nach 20 Minuten schon 3:0 und dann ist es natürlich schwer, zurückzukommen. Das Spiel ist zum vergessen und müssen wir abhaken und analysieren. Es bringt jetzt nichts, den Kopf in den Sand zu stecken."
Rafal Gikiewicz (FC Augsburg): "Wir waren eine Vorspeise für Mainz in der ersten Halbzeit. Wir waren nicht auf dem Platz, gingen nicht in die Zweikämpfe und bekamen keine Gelbe Karte. Sie hatten einfach zu viel Platz einfach und spielen jeden Ball zu Lee nach außen und der konnte einfach jeden Ball zu Onisiwo spielen. Das erste Tor schießen wir fast selber. Dann kannst du kein gutes Spiel machen gegen Mainz. Wir spielen nicht gegen Bayern München und trotzdem hast du in der ersten Halbzeit das Gefühl, sie machen, was sie wollen. Das ist viel zu einfach. Mit so einer mentalen Vorbereitung kannst du nicht in der Bundesliga spielen, auch nicht in der Kreisliga. Wir diskutieren die ganze Woche und trotzdem kann der Trainer nach der Halbzeit elf Wechsel machen. Wenn das so weitergeht, spielen wir ab Sommer in der zweiten Liga und jeder muss das wissen, weil es ist der neunte Spieltag und wir haben sechs Punkte, das ist viel zu wenig. Es war einfach gar nichts heute."

Der Tweet zum Spiel:

Erinnerungen an Phasen des Spiels zwischen Leverkusen und den Bayern vergangene Woche wurden durchaus wach.

Das fiel auf: Augsburgs individuelle Fehler

Nicht nur vor dem 1:0 offenbarten die Gäste individuelle Schwächen. Zu oft machte sich der FCA durch zu einfache Ballverluste in eigenen Umschaltmomenten oder im Spielaufbau das Leben schwer. Mainz wurde es offensiv dadurch einfach gemacht. Selbst wenn es mal nicht schnell nach vorne ging, reichten wie bei der Entstehung des 3:0 eigentlich harmlose lange Bälle, um die Augsburger vor ernsthafte Probleme zu stellen. Einzig Gikiewicz zeigte Qualitäten, die es im Oberhaus benötigt, auch wenn es nach der Pause insgesamt besser wurde bei den Fuggerstädtern.

Die Statistik: 5

Nach zuletzt fünf Niederlagen am Stück gegen den FCA gelingt den Mainzern wieder ein Punktgewinn gegen Augsburg. Den letzten Sieg über Augsburg feierte Mainz 2018.
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