Inter Mailand, FC Barcelona, Bayern München - die Liste von potentiellen Abnehmern für Matthias Ginter war ebenso lang wie prominent.
Darüber, wie ernst es um das Interesse der genannten Klubs tatsächlich stand, kann nur spekuliert werden. Fest steht jedoch, dass sie letztlich alle in die Röhre schauten.
Nicht etwa eines jener europäischen Schwergewichte, sondern Ginters Ex-Klub in Freiburg verkündete am Mittwoch offiziell die Verpflichtung des deutschen Nationalspielers.
Bundesliga
Überraschung perfekt: Ginter wechselt zurück zum SC Freiburg
04/05/2022 AM 12:48
"Es ist einfach unglaublich und ich freue mich riesig, wieder hier zu sein. Ich wollte nochmal etwas ganz Besonderes in meiner Karriere machen und etwas Spezielleres als die Rückkehr zum Sport-Club und in meine Heimat gibt es für mich nicht", begründete der 28-Jährige voller Vorfreude seinen Wechsel, der jedem Fußball-Romantiker das Herz aufgehen lässt.

Ginter: Rückkehr zu den Wurzeln

Fast ein ganzes Jahrzehnt lang (2005-2014) schnürte Ginter die Fußballschuhe für den Sportklub, ehe er im Sommer 2014 als frischgebackener Weltmeister das heimische Nest verließ und mit seinem Wechsel zu Borussia Dortmund den Sprung zu einem Topklub wagte.
Exakt jenen Weg schlägt nun auch Freiburgs Shootingstar Nico Schlotterbeck für eine kolportierte Ablöse von 20 Millionen Euro ein, dessen Abgang Ginter in der Abwehrzentrale zukünftig kompensieren soll. Über die Station BVB landete Ginter 2017 schließlich bei Borussia Mönchengladbach, wo er sich über fünf Jahre hinweg zum Abwehrchef und einem der zuverlässigsten Innenverteidiger der Bundesliga mauserte.
Nun folgt die Wiederkehr nach Freiburg, wo er einst im Januar 2012 als damals 18-Jähriger sein Profi-Debüt feierte und in seiner ersten Bundesliga-Partie gegen den FC Augsburg gleich den 1:0-Siegtreffer markierte. Trainer damals wie heute: Christian Streich.

Matthias Ginter kehrt zum SC Freiburg zurück - Quelle: SC Freiburg

Fotocredit: Eurosport

Freiburg will Déjà-vu-Erlebnis verhindern

Der 56-Jährige gilt als der Vater des Freiburger Erfolgs und führte den Sport-Club in dieser Spielzeit nicht nur erstmals in der Vereinsgeschichte in das DFB-Pokalfinale (gegen RB Leipzig), sondern auch in das internationale Geschäft. Zwei Spieltage vor Schluss befindet sich Freiburg sogar auf einem Champions-League-Platz.
Bei aller Euphorie trat Streich jedoch im Hinblick auf die kommende Saison bereits nach dem DFB-Pokalhalbfinale gegen den HSV (3:0) auf die Bremse. Immerhin dürfte sich jeder SC-Anhänger noch gut an das letzte Gastspiel auf internationaler Bühne in der Saison 2013/14 erinnern, als der Klub am Ende jener Spielzeit den bitteren Gang in Liga zwei antreten musste.
Um ein etwaiges Déjà-vu-Erlebnis zu verhindern holt man mit Ginter nun einen international erprobten Verteidiger, der bei der EM im vergangenen Sommer Stammspieler war, zurück ins Boot. "Er wollte es unbedingt mit vollster Überzeugung. Wir freuen uns wahnsinnig, das ist eine super Sache", zeigte sich Streich vor dem Bundesliga-Heimspiel am Samstag (15:30 Uhr im Liveticker) gegen Union Berlin begeistert.

Ginter-Transfer gegen den Trend

Dem SC Freiburg ist damit ein Transfer-Coup gelungen, der in der Branche für viel Aufsehen sorgt.
Schließlich hat sich Ginter in einer Zeit, in der Themen wie Gehälter, Beraterprovisionen und Handgelder in puncto Transfers immer mehr in den Vordergrund rücken, gegen das große Geld und für seine Heimat entschieden.
Ein Schritt, der nicht nur Respekt verdient, sondern auch zeigt, dass selbst in der modernen Fußball-Welt noch immer ein wenig Platz für Romantik ist.
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