Der neue BVB-Trainer Edin Terzic musste auf die verletzten Zugänge Niklas Süle und Salih Özcan verzichten, im Sturm entfachte er eine Art Bayern-Wirbel light: Der allerdings früh verletzte Karim Adeyemi, Youssoufa Moukoko und Donyell Malen fingen das Fehlen des schwer erkrankten Erling-Haaland-Nachfolgers Sebastien Haller (Hodenkrebs) im Kollektiv auf.
Leverkusen ging bei gegnerischem Ballbesitz von Anfang an sehr früh drauf. Der BVB wurde dadurch zunächst mehrere Male erfolgreich unter Druck gesetzt, er schaffte es mit zunehmender Dauer aber, besser von hinten rauszuspielen.
In der zehnten Minute vertändelte Jonathan Tah den Ball vor dem Strafraum. Youssoufa Moukoko wurde von Jude Bellingham links in der Box bedient, von wo aus er flach auf den zweiten Pfosten gab. Dort lenkte Karim Adeyemi den Ball aus kurzer Distanz aufs Tor, doch Piero Hincapié stoppte diesen auf der Linie. Anschließend drückt Kapitän Marco Reus den Ball zum 1:0 in den Kasten.
Bundesliga
Drei Dinge, die auffielen: Die Null als Trostpflaster für den BVB
06/08/2022 UM 21:19
Beide Vereine waren in den ersten 45 Minuten in vielen Belangen gleichauf, in der Chancenanzahl und -qualität hatten die Borussen aber die Nase vorn. Im Gegensatz zu den Dortmundern schaffte es die Werkself in Halbzeit eins kein einziges Mal, einen Schuss aufs Ziel zu befördern. Beim BVB überzeugte unter anderem Neuzugang Nico Schlotterbeck, der Goalgetter Patrik Schick im ersten Abschnitt komplett abmeldete.
Auch der zweite Durchgang war ziemlich ausgeglichen. Bayer schaffte es nach dem Seitenwechsel allerdings auch, zwingend zum Abschluss zu kommen. Vor allem der in Halbzeit eins noch komplett blass gebliebene Schick erarbeitete sich vielversprechende Abschlusspositionen, ließ dabei aber einige tolle Möglichkeiten liegen.
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Die erste Großchance nach der Pause gehörte allerdings den Schwarz-Gelben. Der in der 23. Minute für den am Fuß verletzten Karim Adeyemi ins Spiel gekommene Thorgan Hazard scheiterte nach Vorarbeit von Donyell Malen aus kurzer Distanz am parierenden Lukáš Hrádecký (50.).
Auch dank eines prächtig aufgelegten Gregor Kobels stand die Null aus Borussen-Sicht am Ende noch auf der richtigen Seite. Innerhalb von fünf Minuten zog Schick gegen BVB-Keeper zweimal aus geringer Entfernung den Kürzeren (63., 68.).
Zwar beförderten die Gäste den Ball nach der Pause zweimal ins gegnerische Tor, die Treffer zählten allerdings aufgrund vorausgegangener Abseitsstellungen nicht.
In der Nachspielzeit dezimierte sich die Werkself, indem Hrádecký nach Videobeweis mit Rot vom Platz musste, da er den Ball außerhalb des Strafraums mit den Händen aufnahm.
Da Bayer-Coach Gerardo Seoane seine Wechseloptionen bereits ausgeschöpft hatte, muss ein Feldspieler ins Tor. Edmond Tapsoba zog sich die Torwarthandschuhe an, musste aber nicht mehr eingreifen.

Die Stimmen:

Edin Terzic (Trainer Borussia Dortmund): "Wir hatten einen sehr nervösen Start. Das Wichtigste ist, dass wir mit allem, was wir haben, verteidigen. Heute haben wir gezeigt, dass wir das können."
Gerardo Seoane (Trainer Bayer Leverkusen): "Am Schluss ragt die Enttäuschung heraus. Wir haben in der ersten Halbzeit den einen oder anderen Fehler zu viel begangen, in der zweiten haben wir dann aber eine klare Leistungssteigerung gezeigt. Angesichts dessen hätten wir uns ein besseres Ergebnis gewünscht."
Sebastian Kehl (Sportdirektor Borussia Dortmund): "Adeyemis Fuß ist angeschwollen. Wir müssen morgen eine Diagnostik machen und hoffen natürlich, dass es nicht so schlimm ist. Es ist der Vorderfuß. Mal sehen."
Lukáš Hrádecký (Kapitän Bayer 04 Leverkusen): "Aus meiner Sicht war ich im Sechzehner und fange den Ball auch drin. Das waren wohl Zentimeter oder Millimeter. Mir war nicht klar, dass das eine rotwürdige Szene war, sonst hätte ich etwas anderes gemacht."
Jonathan Tah (Bayer 04 Leverkusen): "Was die Chancen angeht, war es ausgeglichen, wenn wir nicht sogar mehr Hochkaräter hatten. Schade, dass wir nichts mitnehmen. Elversberg hat keine Rolle mehr gespielt. Wir haben es zum Ende der Woche aus den Köpfen bekommen und heute ein anderes Gesicht gezeigt."

Der Tweet zum Spiel:

Erst sah es so aus, als hätte Adeyemi bei seinem Bundesliga-Debüt getroffen. Bei genauerem Hinsehen wurde allerdings erkenntlich, dass erst Reus den Ball über die Linie drückte.

Das fiel auf: Seoanes Fünffach-Wechsel zahlt sich nicht aus

Seoane warf nach dem blamablen Erstrunden-Aus im DFB-Pokal gegen Drittliga-Aufsteiger SV Elversberg die Rotationsmaschine an. Im Vergleich zur 3:4-Pleite am vergangenen Wochenende tauschte er fünfmal. Mehr personelle Startelfveränderungen nahm Seoane zwischen zwei Pflichtspielen einer Saison im laufenden Kalenderjahr noch nie vor. Er brachte Hincapié, Tah, Kerem Demirbay, Exequiel Palacios sowie Karim Bellarabi - keiner der fünf konnte allerdings wirklich überzeugen. Tah leitete durch einen Ballverlust bekanntlich gar den Dortmunder Siegtreffer ein. Insgesamt bot sein Team im Vergleich zur Niederlage in Elversberg allerdings eine Leistungssteigerung an.

Die Statistik: 8

Nach 441 Tagen kehrte Edin Terzić als Bundesliga-Cheftrainer von Borussia Dortmund zurück und feierte dabei seinen achten Liga-Dreier in Folge. Mehr als sieben aufeinanderfolgende Bundesliga-Siege mit dem BVB gelangen zuvor lediglich Jürgen Klopp.
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