Der Start in die 60. Bundesligasaison hatte mit dem Duell zwischen Europa-League-Sieger Eintracht Frankfurt und Serienmeister Bayern München gleich einen Auftaktkracher zu bieten. Was auf dem Papier zumindest Spannung versprach, entwickelte sich von Anpfiff weg jedoch zu einer teilweise atemberaubenden Machtdemonstration der Bayern.
Dabei half dem Serienmeister ein früher Doppelschlag, um die Partie in siegreiche Bahnen zu lenken. Joshua Kimmich überlistete SGE-Torwart Kevin Trapp mit einem frechen Freistoß aus dem Halbfeld (5.), kurz darauf stellte Benjamin Pavard mit einem humorlosen Abschluss infolge einer Ecke früh auf 2:0 für die Bayern (10.). In der Folge traf Thomas Müller nach einem Konter nur den Pfosten (26.), im Gegenzug verpasste Jesper Lindström den Anschluss, als sein Versuch nach starkem Solo um Zentimeter am Pfosten vorbeistrich (27.).
Frankfurts Defensive bekam aber weiter überhaupt keinen Zugriff auf die variable Bayern-Offensive: Nachdem Trapp einen Musiala-Schuss mit einer Hand noch an die Latte lenkte (28.), kam Sadio Mané eine Minute später zu seinem Premierentreffer in der Bundesliga. Ein hohes Zuspiel von Gnabry köpfte der Angreifer per Aufsetzer zum 3:0 ins kurze Eck (29.).
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Der Frankfurter Albtraum in Hälfte eins war aber noch lange nicht zu Ende. Musiala erhöhte nach Zuspiel von Müller aus fünf Metern locker auf 4:0 (35.), ehe Gnabry kurz vor der Pause eine der zahlreichen Lücken in der SGE-Verteidigung ausnutzte und Treffer Nummer fünf beisteuerte (43.).
Nach dem Seitenwechsel schalteten die Bayern in den Verwaltungsmodus, während Frankfurt defensiv kompakter stand und um Schadensbegrenzung bemüht war.
Die Glasner-Elf zeigte zumindest gute Moral und kam durch Randal Kolo Muani zum Ehrentreffer. Der Neuzugang setzte nach einem ungenauen Hernandez-Rückpass Bayern-Keeper Neuer energisch unter Druck, dass dieser vor dem Strafraum den Ball verstolperte und Kolo Muani ins verwaiste Tore einschob (64.). Für den Schlusspunkt sorgte schließlich der überragende Musiala, der ein starkes Sané-Zuspiel überlegt zum 6:1-Endstand verwertete (83.).

Die Stimmen:

Oliver Glasner (Trainer Eintracht Frankfurt): "Man muss neidlos anerkennen, dass die Bayern zu gut waren. Wir waren heute zu wild und hatten keine Chance."
Sebastian Rode (Eintracht Frankfurt): "Wir haben uns das ganz anders vorgestellt. Bayern hatte viele Räume, die sie hervorragend bespielt haben. Wir hatten keine Mittel dagegen."
Julian Nagelsmann (Trainer FC Bayern): "Die Energie, die man spürt, freut mich am meisten. Das Ergebnis ist die Folge davon."
Joshua Kimmich (FC Bayern): "Nach vorne war das heute nicht verkehrt. Das hat echt Bock gemacht, auf dem Platz zu stehen."
Jamal Musiala (FC Bayern): "Wir wollten die gleiche Energie wie gegen Leipzig mitbringen und haben das gut geschafft. Wir haben viele Chancen herausgespielt – es läuft gerade sehr gut."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Bayerns neue Variabilität

Der FC Bayern begann gegen die SGE in einem flachen 4-4-2-System, in dem die nominelle Doppelspitze um Mané und Gnabry auch immer wieder auf die Flügel auswich und so Müller wie Musiala Räume im Zentrum eröffnete. Mit den permanenten Positionswechseln der Münchener kam die Eintracht-Defensive in Hälfte eins überhaupt nicht zurecht und kam kaum einmal in die Zweikämpfe.
Eines hat das Auftaktspiel gezeigt: Durch den Abgang von Lewandowski ist das Bayern-Spiel nicht mehr auf vorwiegend einen Spieler ausgerichtet und dadurch für den Gegner noch weniger ausrechenbar.

Die Statistik: 416

Thomas Müller bestritt gegen Frankfurt sein 416. Bundesligaspiel für die Münchener und zog damit mit Hans-Georg "Katsche" Schwarzenbeck gleich. Mehr Ligaspiele für den FCB hat nur noch Klublegende Gerd Müller absolviert (427), den Namensvetter Thomas noch in dieser Saison als Rekordspieler ablösen kann.
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