Die Gäste aus Bremen kamen deutlich besser in die Partie und legten von Anfang an eine hohe Intensität an den Tag. Nach nur sieben Sekunden tauchten die Hanseaten das erste Mal gefährlich im gegnerischen Sechzehner auf, Omar Marmoush konnte aber Schlimmeres verhindern. Keine Minute später legte Niclas Füllkrug jedoch mit dem Kopf für Marvin Ducksch quer, der den Ball nur knapp verpasste (2.).
Die Wolfsburger hatten zunächst große Probleme, vor allem der junge Micky van de Ven hatte auf der linken Abwehrseite Schwierigkeiten. Aus dem Nichts fiel dann aber der Treffer für die Hausherren. Nach starker Vorarbeit von Patrick Wimmer tauchte Lukas Nmecha frei im Sechzehner auf und überlupfte Jiri Pavlenka aus spitzem Winkel (11.).
Für die Bremer ein herber Nackenschlag, weil sie in der Anfangsphase die klar bessere Mannschaft waren. Der eigene Treffer rüttelte die Wölfe wach, die sogar fast noch einen oben drauf gelegt hätten. Nach starker Einzelaktion von Marmoush verpasste dessen Zuspiel Nmecha nur knapp am zweiten Pfosten (19.).
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Doch genau wie die Wolfsburger zuvor trafen die Bremer dann in der stärksten Phase des Gegners - und das gleich doppelt. Zunächst bekam Füllkrug 20 Meter vor dem Tor viel zu viel Platz und schweißte den Ball ins rechte Eck (21.), nur zwei Minuten später bekam auch Ducksch zu viel Zeit, um eine präzise Flanke auf Leonardo Bittencourt zu schlagen, der ins linke Eck einköpfte (23.).
Bei beiden Gegentoren machte die rechte Abwehrseite der Wölfe keine gute Figur, blieb viel zu passiv. In der Folge blieb Bremen die bessere Mannschaft und verpasste sogar das 3:1, als die rechte Seite der Wölfe erneut schlief und Füllkrug nach Ducksch-Vorlage aus fünf Metern das Tor verfehlte (36.).
Der zweite Durchgang verlief im Vergleich zum Ersten relativ ernüchternd. Die Bremer schalteten insgesamt zwei Gänge zurück und ließen die Wölfe kommen, die aber fast gar nichts zustande brachten in der Offensive - obwohl Kovac ganze vier Wechsel in der Offensive vornahm. In den letzten zehn Minuten sollte es dann noch einmal spannend werden, weil die Wölfe aus dem Nichts den relativ unverdienten Ausgleichstreffer erzielten. Die Flanke von Max Kruse wurde von Nmecha zu Josuha Guilavogui verlängert, der freistehend ins lange Eck einschießen konnte (84.).
In der Schlussphase kam nur noch Werder zu Möglichkeiten. Zunächst verfehlte Ducksch aus knapp 20 Metern das linke Eck (88.). In der letzten Aktion gab es noch mal die Chance durch einen Standard, doch Casteels fing die Kopfballvorlage von Milos Veljkovic ab (90.+4).So bleib es beim 2:2-Remis.

Die Stimmen:

Niko Kovac (Trainer VfL Wolfsburg): "Die Bremer haben alles in die Waagschale geschmissen, haben Gas gegeben nach vorne wie nach hinten und meine Mannschaft hat das erst in der zweiten Halbzeit gemacht, das muss man ganz klar so ansprechen."
Ole Werner (Trainer Werder Bremen): "Die Leistung in der ersten Halbzeit war wirklich gut. Deshalb geht das Resultat unter dem Strich auch in Ordnung. Wir konnten auf jeden Fall zeigen, dass wir grundsätzlich in der für uns neuen Liga zurecht kommen können."
Milos Veljkovic (SV Werder Bremen): "Natürlich ist es schwer bei einem Gegner mit so hoher Qualität, aber wir haben als Team gut dagegengehalten. Wir waren über weite Strecken echt gut im Spiel. Das wir so früh angreifen, haben wir auch in Liga zwei gezeigt und so beibehalten."
Marcel Schäfer (Sportdirektor VfL Wolfsburg): "Ich glaube, wir waren in den ersten zehn Minuten etwas überrascht über die hohe Intensität, die die Bremer an den Tag gelegt haben und da haben wir kaum dagegengehalten, so ehrlich muss man sein. Ich glaube, dass wir noch viel Arbeit vor uns haben. Wir haben gesehen, was positiv ist, aber wir haben auch viele Dinge gesehen, die wir noch besser machen müssen."
Clemens Fritz (Leiter Scouting Werder Bremen): "Wir sind hier angetreten, um zu gewinnen. Ich denke, wir haben vor allem in der ersten Halbzeit eine absolute Top-Leistung gebracht. Wir hatten eine gute Ballkontrolle, immer wieder die freien Räume gefunden und ich glaube, die Wolfsburger waren davon etwas überrascht. In der zweiten Hälfte müssen wir uns den Vorwurf machen, etwas zu viel zugelassen zu haben, zufrieden sind wir nicht, aber ich denke, wir haben ein sehr ordentliches Spiel gemacht."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: "Die hässlichen Vögel" auch bundesligatauglich

Das Bremer-Offensivduo Marvin Ducksch und Niclas Füllkrug, die sich selbst "die hässlichen Vögel" nennen, lieferte bereits in der abgelaufenen Zweitligasaison sehr starke Zahlen. Ducksch erzielte 21 Tore und legte neun weitere auf, Füllkrug kam auf 19 Treffer und sechs Vorlagen. In der Bundesliga hat bisher lediglich Füllkrug in der Vergangenheit zeigen können, was er kann. In der Saison 2017/18 gelangen ihm immerhin 14 Tore für Hannover 96. Den Beweis, dass sie auch als Duo auf höchstem Niveau abliefern können, waren die beiden bisher noch schuldig. Doch bereits am ersten Spieltag ließen beide Angreifer ihre Torgefahr aufblitzen und sammelten direkt die ersten zwei Torbeteiligungen.

Die Statistik: 87

Seit Wolfsburgs Aufstieg in die Bundesliga 1997 schoss Werder gegen keinen anderen Verein mehr Tore als gegen den VfL.
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