"Bromance" - laut Definition aus dem Internet ist sie eine "freundschaftliche Beziehung zwischen zwei oder mehreren Männern".

Marco Reus, Mario Götze und André Schürrle sprechen sich gerne mit "Bro", Bruder, an. Es ist wohl auch die Standard-Begrüßung in der gemeinsamen WhatsApp-Gruppe, von deren Existenz Schürrle selbst einmal berichtete. Jetzt greifen sie gemeinsam beim BVB an.

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Dort ist der Umbruch nach den Abgängen der drei Leistungsträger Mats Hummels, Henrich Mchitarjan und Ilkay Gündogan ist in vollem Gange. Doch nicht nur für den Revierklub stehen die Zeichen auf Neubeginn. Auch die drei Offensivspezialisten, die erstmals gemeinsam das gleiche Klub-Trikot tragen werden und sich neben dem Platz hervorragend verstehen, drücken die metaphorische "Reset-Taste". Neustart.

Gute Saison, traditionelles Verletzungspech

Reus spielte mit der Borussia zwar ein ausgesprochen gutes Jahr und trug mit seinen 23 Pflichtspieltreffern in 43 Spielen dazu bei, dass die "Schwarz-Gelben" nach einer verkorksten Vorsaison wieder standesgemäß Bayern-Jäger Nummer eins waren.

Trotzdem musste der 27-Jährige kurz vor der Europameisterschaft die nächste langwierige Verletzung und damit den nächsten schweren Dämpfer hinnehmen, nachdem er bereits bei der WM in Brasilien nicht dabei sein konnte. Dass Bundestrainer Jogi Löw den Flügelflitzer ausgerechnet an dessen Geburtstag aus dem EM-Aufgebot strich, bildete dabei das traurige i-Tüpfelchen der pechschwarzen Reus'schen Nationalmannschafts-Chronik.

Laues Lüftchen statt Wirbelwind

Der VfL Wolfsburg hatte sich so viel davon versprochen, als er Schürrle vom FC Chelsea in die Autostadt lotste. 32 Millionen Euro legten die "Wölfe" für den eigentlich so talentierten Ex-Mainzer und -Leverkusener vor anderthalb Jahren auf den Tisch. Schürrle, der bei der WM als Joker zu gefallen wusste, sollte frischen Wind ins Offensivspiel der Niedersachsen bringen, entpuppte sich im Nachhinein aber als laues Lüftchen.

Viel zu selten rief der 55-fache Nationalspieler sein Potenzial im Dress des VfL ab, zu häufig war nichts von ihm zu sehen. In Dortmund soll nun - im Kreise seiner beiden Kumpels und seines ehemaligen Mentors Thomas Tuchel - alles besser werden.

"Entscheidend is auf'm Platz"

Zum Dritten im Bunde, Heimkehrer Götze, wurde alles geschrieben und gesagt. Er selbst macht keinen Hehl daraus, dass es sich bei seinem dreijährigen Intermezzo in München um ein riesiges Missverständnis handelte. Seit der Veröffentlichung seines Wechsels zurück nach Dortmund, wo seine Ankunft nicht überall auf Gegenliebe stößt, versucht der WM-Held offensichtlich alles, um die Zeit beim Rekordmeister vergessen zu machen.

Aktionen, wie das Hochladen eines neuen Titelbildes bei Facebook, auf dem ein jubelnder Götze im BVB-Trikot zu sehen ist, nachdem er einen Treffer gegen den FC Bayern erzielt hat oder die Aussage: "Ich würde diese Entscheidung so heute nicht mehr treffen", legen die Vermutung nahe, dass er die Herzen der Fans, die er einst gebrochen hat, so schnell wie möglich zurückerobern will. Gelingen wird das aber nicht mit irgendwelchen versteckten Seitenhieben gegen den größten Konkurrenten aus dem Süden, sondern nur mit unbändigem Willen und Einsatz auf dem Feld.

Letztlich dürften alle Betroffenen von den Transfers profitieren. Den Dortmund-Verantwortlichen ist mit den beiden jüngsten Verpflichtungen ein echtes Husarenstück gelungen. Sollten das zuletzt müde und zahnlos daherkommende Trio einschlagen, werden auch die letzten Kritiker auf der legendären Südkurve verstummen. Dass die drei echte "Bro's" sind, sollte dabei kein Nachteil sein.

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