Kein Champions-League-Titel für Manchester City in den kommenden zwei Jahren: Der europäische Fußballverband UEFA belegt den amtierenden englischen Meister zudem mit einer Geldstrafe, da der Klub Sponsoreneinnahmen in seiner Bilanz überbewertet hatte. Damit ist der erste europäische Topklub tatsächlich sanktioniert worden.

Wie die Medien in Europa auf den Ausschluss Manchester Citys reagieren - die Pressestimmen:

Champions League
Drastische Strafe: ManCity für zwei Jahre vom Europapokal ausgeschlossen
14/02/2020 AM 21:01

ManCity-Aus ein "Massaker am Valentinstag"

England

"Daily Mail": "Es wird nicht viel Sympathie für Manchester City im Fußball geben. Sie haben die UEFA und deren Finanzkontrollbehörde in die Irre geführt. Sie haben Zahlen aufgeblasen, bei den Einnahmequellen betrogen."

"Das Geld, das City in das Projekt gegeben hat, war da um in den Fußballzirkus zu gelangen, bevor das Establishment die Zugbrücke hochgezogen hat. Financial Fair Play - so läuft das. Es ist dazu gedacht, eine Handvoll Eliteklubs drinzubehalten und den Rest draußen zu lassen, ohne eine Chance zu wachsen, selbst wenn sie erfolgreich sind oder es werden wollen. Fairness ist nur zum Verkauf. Es war nie dazu gedacht, fair zu sein." (Kolumnist Martin Samuel)

"Mirror": "Massaker am Valentinstag. Guardiolas Traum liegt in Trümmern. Der zweijährige Ausschluss aus dem lukrativsten und prestigeträchtigsten europäischen Wettbewerb ist ein schwerer Schlag für den Ruf des reichsten Klubs der Welt. Mehr Sorgen muss sich City aber darüber machen, was die Entscheidung für Guardiolas Zukunft bedeutet."

"Bestrafung von Manchester City ist ein Wendepunkt"

"Telegraph": "Die Bestrafung von Manchester City durch die UEFA ist ein Wendepunkt - das Zeitalter der uneingeschränkten Macht für milliardenschwere Besitzer ist vorbei.

Die drastische Sanktion wird in der Branche nachhallen, die ein weltweites Publikum verzaubert hat, das es gewohnt ist, dass Geld und Macht maßgeblicher sind als die Verbände."

"Projekt City in ernsthafter Gefahr"

"The Sun": "Pep Guardiola hat immer bestritten, dass dieser Tag einmal kommen wird. Die Frage ist jetzt, was das für den Architekten des größten Teams der Klubgeschichte bedeutet. Angeblich will Juventus-Präsident Andrea Agnelli Guardiola nach Turin holen. Die letzten Entwicklungen im brutalen Streit zwischen City und der UEFA dürften Agnellis Hoffnungen auf die Erfüllung seines Traums verstärkt haben."

Spanien

"Sport": "Das Projekt City ist in ernsthafter Gefahr. Die UEFA verhängt mit dem K.o. eine historische Sanktion, die unvorhersehbare Folgen hat. City hat versucht, die Schockwelle mit der Erklärung zu mindern, dass der Klub vor den CAS ziehen wird. Die Wahrheit ist aber, dass das Image des Klubs ernsthaft beschädigt wurde."

"El Mundo Deportivo": "Schock im Fußball. Die Strafe hat ein Erdbeben im gesamten europäischen Fußball verursacht. Wir werden sehen, was mit Pep Guardiola und seiner Mannschaft passiert. Vor einigen Wochen war sich der katalanische Trainer noch sicher, dass er eine weitere Saison auf der Bank sitzen würde."

Pep Guardiola (Manchester City)

Fotocredit: Getty Images

Spekulationen um Guardiolas Zukunft: "Pep, was machst du jetzt?"

Italien

"Gazzetta dello Sport": "Pep, was machst du jetzt? Die Frage beschäftigt ganz Europa. Guardiola könnte den englischen Klub verlassen: Juve und Barca schauen auf seine Entscheidungen.

Die Karten werden wieder gemischt. Schon im vergangenen Sommer hatte das Juve-Volk vom katalanischen Trainer geträumt. In dieser schwierigen Phase für Juve-Coach Sarri wächst der Hunger nach Pep noch mehr."

"Corriere dello Sport": "Eklatant! Die UEFA geht mit eisernem Griff gegen Manchester City vor und sendet ein klares Signal an die großen europäischen Klubs: Die Regeln müssen respektiert werden, denn solide Bilanzen sind das Fundament eines gesunden Fußballs. Die UEFA beweist mit diesem Beschluss, dass sie es in Sachen Finanzsolidität ernst meint und sich nicht davor scheut, gegen einen der reichsten Klubs der Welt vorzugehen."

"Tuttosport": "Der Wirbelsturm Pep fegt über den europäischen Fußball. Mit dem zweijährigen Ausschluss von Manchester City aus der Champions League ist Guardiolas Zukunft wieder offen. Mehrere Klubs sind gern bereit, ihm eine Stelle anzubieten. Guardiola könnte zum Ziel mehrerer europäischer Klubs werden".

Die Folgen? "Jagd nach den City-Juwelen hat begonnen"

"Corriere della Sera": "Manchester City, mit einem geschätzten Wert von fünf Milliarden Euro der reichste Klubs des Weltfußballs, wird aus den europäischen Wettbewerben ausgeschlossen.

Doch das Erdbeben im europäischen Fußball hat erst begonnen. Der teure Guardiola, verbotener Traum großer Klubs wie Juventus, hat zwar noch einen Vertrag bis 2021. Doch angesichts der neuen Szenarien wird er keine Probleme haben, sich auszulösen. Auch Talente wie Sane, De Bruyne, Aguero, Sterling, Foden und Ederson könnten den Fußball-Markt revolutionieren."

"La Repubblica": "Die Jagd nach den City-Juwelen hat begonnen, vor allem was Guardiola angeht. Die Chance, dass es zu einer Scheidung zwischen dem katalanischen Coach und dem englischen Klub kommt, konkretisiert sich und Juve beobachtet die Entwicklungen.

Für die Alte Dame ist Pep jetzt viel mehr als nur ein Traum. Die Aussichten, dass der Spanier Sarri beerben könnten, werden realistischer."

UEFA greift doch durch: "Machtprobe mit einem großen Tier"

Deutschland

"Bild": "Dieses Urteil ist gut für Bayern! Uefa-Boss Ceferin hat ein starkes Zeichen gesetzt, indem er Manchester City für zwei Jahre aus der Champions League wirft, weil der Verein bei den Bilanzen getrickst hat."

"Kicker": "UEFA sperrt ManCity aus: Machtprobe mit einem großen Tier. Das ist eine in dieser Größenordnung bisher noch nicht erlebte Entscheidung."

(Eurosport mit SID)

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