Die Bayern rätseln. Was ist nur mit Franck Ribéry los?
Seit der 7:0-Gala der Bayern am 11. März im Achtelfinal-Rückspiel gegen Schachtjor Donezk konnte er wegen einer Stauchung im Sprunggelenk nicht mehr wirbeln. Ein Datum für sein Comeback steht weiter nicht fest. Die Verantwortlichen reagieren zusehends genervt auf die Problempersonalie. Auch der Hochgeschwindigkeitsdribbler selbst ist frustriert.
Ribéry "ist eher weit weg", räumte Sportvorstand Matthias Sammer am Wochenende ein. Pep Guardiola würde Fragen nach dem Gesundheitszustand des kleinen Hoffnungsträgers am liebsten schon gar nicht mehr beantworten.
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Kein Datum für ein Comeback
Wann der Edeltechniker wieder eine echte Option ist? "Ich weiß nicht. Ich hoffe bald, ich weiß nix", sagte der Bayern-Coach zuletzt. "Ich bin kein Arzt, ich bin kein Physio. Franck ist jeden Tag hier, vormittags und nachmittags, damit er uns so schnell wie möglich wieder helfen kann. Aber sein Sprunggelenk spricht für sich selber." Derzeit könne Ribéry allerdings nach wie vor noch nicht einmal laufen.
Die Aussage überrascht - und wirft Fragen auf. Was ist passiert, seit die Bayern am 9. April glücklich twitterten, Ribéry habe wieder einige Lauf- und Sprintübungen absolviert? Gab es einen Rückschlag? Wie ernst ist die Blessur wirklich? Wie verkraftet der sensible Küstler diese Leidenszeit mit ungewissem Ausgang? Und: Welche Rolle spielt der Ärztestreit?
https://twitter.com/fcbayern/status/586126209425215488
Klar ist: Die Unklarheit schlägt Ribéry gewaltig aufs Gemüt.  
"Das nagt ganz schön an ihm, es ist eine hammerblöde Situation", offenbarte Sammer und räumte ein, im Bemühen um eine schnelle Rückkehr des Publikumslieblings Fehler gemacht zu haben. Ribéry stieg bereits vor dem Ligaspiel am 22. März gegen Gladbach wieder ins Mannschaftstraining ein. Er schien fit, war es aber nicht.
"Wir sind die Schritte zu schnell gegangen", erklärte Sammer im kicker: "Wir müssen jetzt sehen, dass wir ihn langsam wieder hinkriegen." Die Betonung liegt auf langsam.
Verletzungen häufen sich
So unberechenbar der Flügelflitzer auf dem Platz ist, so anfällig ist sein Körper. Ein Bayern-Funktionär, der anonym bleiben wollte, sagte Anfang März der "L'équipe": "Sein körperlicher Zustand ist sehr fragil, und seine wiederholten Verletzungen ärgern uns furchtbar."
Von den 51 Pflichtspielen der Bayern im vergangenen Jahr konnte Ribéry nur 30 bestreiten. Fast SIEBEN Monate verbrachte er im Krankenstand.
Im Februar 2014 wurde ihm ein Bluterguss im Gesäß operativ entfernt - vier Wochen Pause. Rückenbeschwerden verhinderten seine WM-Teilnahme in Brasilien. Zu Beginn der Spielzeit 2014/2015 musste er wegen Problemen mit der Patellasehne zehn Begegnungen pausieren.
"Das kotzt mich an", schimpfte der Hochbegabte aus Boulogne-sur-Mer damals. Es wurde nur bedingt besser. Kurz vor dem Rückrundenstart setzte ihn ein Muskelfaserriss außer Gefecht. Und jetzt die undurchsichtige Sache mit dem Sprunggelenk.
Welche Rolle spielt der Ärztestreit?
Ein Disput um den langen Ausfalls Ribérys zwischen Vereinsboss Karl-Heinz Rummenigge und dem langjährigen Bayern-Arzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt soll sogar Auslöser gewesen sein für den unerwarteten Rücktritt des Docs.
Müller-Wohlfahrt ist der absolute Vertrauensmann des Routiniers. Mit verbalen Streicheleinheiten hat der Mediziner ihn bereits in der Vergangenheit immer wieder aufgebaut.
Und jetzt? Ribéry schwört weiter auf "Mull" – so wie zahlreiche anderen Bayern-Profis auch. Erster Ansprechpartner von Guardiola ist aber Müller-Wohlfahrts Nachfolger Volker Braun, der seine Praxis - wie vom Trainer gewünscht – direkt auf dem Klubgelände hat und nicht wie Müller-Wohlfahrt in der Stadt.
"Ich rede mit dem Doktor an der Säbener Straße", betonte Guardiola. Und wer redet mit Ribéry?
Der Ü30-Kicker schuftet täglich für eine zeitnahe Rückkehr. Nur wann die ist, scheint ihm keiner genau sagen zu können.
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