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FC Bayern: Thomas Müller dank Heynckes in Top-Form - der beste Müller aller Zeiten?

Top-Form dank Heynckes: Der beste Müller aller Zeiten?

14/03/2018 um 14:03Aktualisiert 14/03/2018 um 16:38

Thomas Müller knüpft beim FC Bayern München unter Jupp Heynckes wieder an seine besten Leistungen an. Mit mehr Aufgaben als Führungsspieler interpretiert er sein Spiel anders als früher - zu Lasten der positiven Wahrnehmung. Dennoch ist er effektiver denn je. Zugute kommt dem 28-Jährigen dabei auch das durch den Wagner-Transfer wieder fokussiertere Anforderungsprofil.

Istanbul, immer schön. Die Stadt am Bosporus ist echt traumhaft, gerade im Frühling, wenn in Deutschland die Temperatur gerade mal in den Plusbereich hüpft, und definitiv eine Reise wert.

"Wir wollen genießen, was wir uns im Hinspiel erarbeitet haben", sagte Thomas Müller, korrigierte aber sofort:

"Genießen darf man nicht mit Sightseeing verwechseln. Wir werden das tausendprozentig seriös angehen."

Thomas Müller ist in Kapitänsrolle gewachsen

Unter Jupp Heynckes ist Müller ohnehin wieder so etwas wie "Mr. Tausendprozent". Als Leader auf dem Platz, der mit guten Leistungen vorangeht.

Das nötige Standing im Team hat er so oder so - auch, weil er wegen Manuel Neuers Verletzungspause quasi seit Saisonbeginn dauerhaft die Kapitänsbinde trägt.

Kingsley Coman und Thomas Müller

Kingsley Coman und Thomas MüllerImago

"Es ist auf dem Platz schon etwas anderes, wenn man sich mehr für die ganze Mannschaft verantwortlich fühlt."

Das äußert sich bei Müller auch im Offensivverhalten auf dem Platz, wie er erklärte - auch bewusst zum Nachteil in der öffentlichen Wahrnehmung:

"Man geht speziell als Offensivspieler schneller in den Sicherheitsmodus. Wenn die Mannschaft mit einer 2:1-Führung in der 80. Minute einen Angriff fährt, sichere ich lieber ab, anstatt mit in den Strafraum zu gehen. In dieser Situation wäre ich mit 21 sicher noch in den Sechzehner gezogen und hätte vielleicht ein Tor gemacht. Dadurch komme ich mittlerweile in der Einzelbewertung manchmal nicht so gut weg. Aber es fühlt sich in der Rolle, in der jetzt bin und in der ich mich sehe, besser an. Am wichtigsten ist der Erfolg und dass die Gruppe funktioniert. Dazu will ich meinen Teil beitragen."

Müller spürt Heynckes' Vertrauen

Umso wichtiger für Müller, bei höherer Verantwortung fürs große Ganze auch das Vertrauen des Trainers zu spüren. Seine besten Karrierestatistiken mag er unter Pep Guardiola erspielt haben; unter Heynckes jedoch kann der 28-Jährige gefühlt noch mehr glänzen. Deutlich mehr jedenfalls, als unter Ancelotti zuvor.

Heynckes habe ihm zwar gleich zu Beginn klargemacht, dass es "natürlich um das Leistungsprinzip" gehe, wie Müller nun im Interview mit "Sport Bild" verriet. Gleichzeitig habe er ihn aber auch seine Wertschätzung ausgedruckt.

Deswegen sagt Müller auch mit Blick auf Vorgänger Carlo Ancelotti:

"Das Vertrauen ist jetzt natürlich größer als vorher."
Thomas Müller und Jupp Heynckes

Thomas Müller und Jupp HeynckesEurosport

Müller unter Heynckes wieder häufiger in der Startelf

Besonders mache Heynckes im Umgang mit der Mannschaft "auf jeden Fall seine Intensität", erklärte Müller unlängst.

Der 72-Jährige habe einfach "ein super Gefühl für Anspannung und Entspannung" und finde vor allem die richtigen Worte, um die Spieler auch bei Bundesliga-Spielen trotz des großen Vorsprungs herauszufordern. "In jeder Ansprache vor den Bundesligaspielen verlangt er uns etwas ab", sagte Müller.

Seit Heynckes wieder auf der Bayern-Bank sitzt, steht der Angreifer auch wieder häufiger in der Startelf (75 Prozent der Spiele) als unter Ancelotti (72 Prozent).

Mehr Torbeteiligungen als in Triple-Saison

Mit 19 Torbeteiligungen in 20 Spielen (neun Tore, zehn Assists) unter Heynckes hat Müller seinen Schnitt im Vergleich zur Ancelotti-Ära fast verdoppelt (10/18 in 52 Spielen). Selbst in der Triple-Saison war Müller im Verhältnis nicht so oft an Bayern-Toren beteiligt (23/17 in 47 Spielen).

2018 kommt Müller sogar schon auf elf Scorerpunkte - was laut ihm auch mit der Verpflichtung von Sandro Wagner zusammenhängt. Durch den Wintertransfer des Stürmers gibt es zwar mehr im Offensivbereich noch mehr Konkurrenz um Einsatzzeit.

Thomas Müller

Thomas MüllerImago

Dass Müller nun nicht mehr den Backup für Robert Lewandowski geben muss, hat für ihn jedoch einen positiven Effekt:

"Ich komme dadurch nicht mehr in die Situation, dass meine Leistungen auf einer Position bewertet werden, auf der ich nicht meine Stärken ausspielen kann."

Müller glaubt an Champions-League-Titelchance

Pünktlich zur entscheidenden Saisonphase ist Müller in Top-Form, signalisiert allen: Jetzt nicht nachlassen.

"Können tun wir alles", sagte er am Dienstag, auf den Champions-League-Titel angesprochen.

Und Besiktas?

"Wir wollen von Anfang an zeigen, dass hier keine Hoffnung aufkeimt, dass gar keiner an Wunder glauben kann."

Sie sind schließlich nicht zum Sightseeing gekommen.

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