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Juventus Turin verspielt Sieg gegen Tottenham Hotspur, Gianluigi Buffon patzt

Buffon-Patzer hilft Tottenham in Turin: "Hätten aufgeben können..."

13/02/2018 um 22:35Aktualisiert 14/02/2018 um 00:09

Juventus Turin hat gegen Tottenham Hotspur einen Sieg im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League verpasst. Italiens Meister kam auch deswegen nicht über ein 2:2 (2:1) hinaus, weil Keeper Gianluigi Buffon beim Ausgleichstreffer durch Christian Eriksen (71.) patzte. Zuvor hatte Harry Kane (35.) die schnelle Juve-Führung durch einen Doppelpack von Gonzalo Higuaín (2., 9./Foulelfmeter) verkürzt.

So lief das Spiel:

Besser hätte Juventus kaum starten können. In der neunten Minute stand bereits ein Zwei-Tore-Vorsprung auf der Habenseite.

Nach lediglich 74 Sekunden klingelte es erstmals: Miralem Pjanić hob einen Freistoß aus dem Halbfeld gefühlvoll in die rechte Strafraumhälfte, wo niemand auf Gonzalo Higuaín achtete. Der Argentinier zog volley aus der Drehung ab und netzte links unten zum 1:0 ein. Er befand sich jedoch im Abseits, weswegen der Treffer nicht hätte zählen dürfen. Einen VAR gibt es in der Champions League nicht.

Wenig später gab es wegen eines Foulspiels von Ben Davies an Federico Bernadeschi Strafstoß: Higuaín trat an und schoss zum 2:0 in die linke untere Ecke (9.). Nach überstandener Schockstarre zeigten die "Spurs" eine tolle Reaktion, die auch dringend nötig war, um nicht unter die Räder zu geraten.

Die Italiener fokussierten sich auf die Defensivarbeit, standen sehr tief und waren bei gegnerischem Ballbesitz dicht im und um den eigenen Strafraum positioniert. Tottenham profitierte von einem individuellen Fehler von Giorgio Chiellini und erzielte den hochverdienten Anschlusstreffer: Nach einem Ballverlust ging es ziemlich schnell. Dele Alli spielte steil auf Harry Kane, der Gianluigi Buffon links im Strafraum umkurvte und zum 1:2 einschob (35.).

Kurz vor dem Pausentee drang Douglas Costa mit hohem Tempo in die linke Strafraumhälfte ein, wo Serge Aurier ihn mit unfairen Mitteln zu Fall brachte. Schiedsrichter Dr. Felix Brach zeigte zum zweiten Mal auf den Elferpunkt. Lloris blieb auf der Linie stehen und entschied sich nicht für eine Seite. Higuaín zog mit voller Wucht ab und knallte wenige Zentimeter in der Nähe von Lloris an die Latte (45.+2).

Juventus - Tottenham

Juventus - Tottenham Getty Images

Tottenham hatte die Partie im zweiten Durchgang im Griff - mit Ausnahme der Anfangsphase des ersten Abschnitts waren die Londoner das komplette Spiel über das bessere Team. Sie bestimmten das Geschehen und glichen nach einem Fehler von Buffon aus.

Christian Eriksen trat aus etwa 20 Metern zum Freistoß an und verlud den Keeper mit einem Flachschuss. Der 40-Jährige machte einen kurzen Schritt auf die falsche Seite, was dazu führte, dass er den Einschlag zum 2:2 im Torwarteck nicht verhindern konnte (71.).

Die "Spurs" gaben sich scheinbar zunächst mit dem Remis nicht zufrieden und investierten mehr als überwiegend passive Turiner. In der Schlussphase ließ Juventus kaum noch Lücken aufkommen, sodass nur noch wenige nennenswerte Strafraumszenen resultierten.

Die Engländer erspielten sich eine tolle Ausgangslage für das Rückspiel, welches am 7. März stattfindet. Juve hingegen hätte die Weichen bereits früh auf Viertelfinale stellen können.

Die Stimmen:

Christian Eriksen (Tottenham Hotspur): "In Anbetracht des Starts - der ersten neun Minuten - können wir am Ende sehr glücklich mit dem Ergebnis sein."

Harry Kane (Tottenham Hotspur): "Wir hätten aufgeben können - auswärts in der Champions League. Es hat Charakter gezeigt. Es war eine exzellente Leistung, und wir nehmen zwei Auswärtstore mit nach Wembley. Ein großartiges Ergebnis."

Der Tweet zum Spiel:

Torgarant Kane zog mit seinem siebten Treffer in dieser Champions-League-Saison mit Steven Gerrard gleich, der 2008/09 den Rekord für die meisten Tore eines englischen Spielers innerhalb einer Spielzeit in der "Königsklasse" aufgestellt hatte.

Das fiel auf: Bester aller Zeiten

Auch über Turin fegte ein "HarryKane" hinweg. Keiner schoss in seinen ersten neun CL-Spielen mehr Tore als der 24-Jährige (9). Ronaldinho, Didier Drogba, Simone Inzaghi und Diego Costa trafen jeweils achtmal.

Die Statistik: 7

Buffon musste wettbewerbsübergreifend nach sieben Spielen ohne Gegentreffer wieder hinter sich greifen - und diesmal sogar doppelt. Es war nicht der Abend der Keeper-Legende, die beim Tor zum 2:2 alles andere als gut aussah.

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