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Manchester United scheitert am FC Sevilla im Champions-League-Achtelfinale

Sevilla wirft Manchester sensationell raus: "...und wir waren besser"

13/03/2018 um 22:34Aktualisiert 14/03/2018 um 01:10

Manchester United ist überraschend schon im Champions-League-Achtelfinale gescheitert. Nach einem 0:0 vom Hinspiel siegte der FC Sevilla beim zweiten Vergleich im Old Trafford mit 2:1 (0:0) und zog ins Viertelfinale ein. Ein Doppelschlag von Wissam Ben Yedder (74./78.) ließ die Andalusier jubeln, Romelu Lukaku konnte für das Team von Trainer José Mourinho nur noch verkürzen (84.).

So lief das Spiel:

Die Zuschauer im Old Trafford sahen im ersten Abschnitt nicht gerade einen fußballerischen Leckerbissen. Sevilla zeigte eine gute Auswärtsleistung und ermöglichte sich zehn Schüsse. Diese wurden jedoch großteils aus der zweiten Reihe abgefeuert, da vor dem Strafraum meist kein Durchkommen war. Keeper David de Gea konnte nicht geprüft werden.

United kam sechsmal zum Abschluss und hatte durch Marouane Fellaini (38.) die beste Möglichkeit des ersten Durchgangs. Der Belgier scheiterte allerdings aus etwa zehn Metern an Keeper Sergio Rico. Der Ballbesitz war ausgeglichen, die Spanier waren leicht zweikampfstärker.

Die ersten Minuten nach dem Seitenwechsel gehörten den "Red Devils". Sevilla überstand Uniteds Drangphase allerdings mit guter Defensivarbeit. Mit Steven N'Zonzi, Éver Banega und Franco Vázquez hatten die Andalusier die Hoheit im Mittelfeldzentrum.

Zwar liefen die Engländer nach etwa einer Stunde früher an, sodass die Gäste nicht mehr so viel Ruhe in der Schaltzentrale hatten, allerdings schaffte es die Mannschaft von Trainer Vincenzo Montella weiterhin Lücken in der gegnerischen Hintermannschaft zu finden.

Manchester - Sevilla

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Der entscheidende Faktor fürs Weiterkommen war der spät eingewechselte Wissam Ben Yedder, der innerhalb von vier Minuten einen Doppelpack schnürte. Den Anfang machte er in der 74. Minute: Die "Blanquirrojos" setzten zum Konter an, Pablo Sarabia spielte im richtigen Moment durchs Zentrum zu Ben Yedder, der den Ball mit links annahm, dann Eric Bailly auswackelte und mit rechts aus etwa 14 Metern ins rechte untere Ecke schoss.

Kurze Zeit später verlängerte Joaquín Correa einen hoch hereingegebenen Eckball von links an den zweiten Pfosten, wo Ben Yedder aus kurzer Distanz einnickte (78.). In der Schlussphase erzielte United den Anschlusstreffer, konnte aber nicht nachlegen. Marcus Rashford schlug eine Ecke von links ins Zentrum. Romelu Lukaku wuchtete im Fallen aus wenigen Metern per Direktabnahme zum 1:2-Endstand ein (84.).

Ein bitterer Rückschlag für Manchester United. Die Mannschaft von Trainer José Mourinho hat nur noch im FA Cup realistische Chancen auf einen Titel. In der Liga beträgt der Rückstand auf Tabellenführer und Stadtrivale ManCity bereits 16 Punkte. Der FC Sevilla steht hingegen seit 1958 erstmals wieder im Viertelfinale von Europas höchstem Vereinswettbewerb.

Die Stimmen:

José Mourinho (Trainer Manchester United): "Wir hatten gute Chancen, um zu treffen, aber sie haben ein Tor geschossen, von diesem Moment an wurde alles viel emotionaler. Das zweite Tor hat es unmöglich gemacht. Wir hatten gute Phasen - aber ich kann nicht sagen, dass etwas mit meinen Spielern und deren Intention zum Spielen nicht stimmte."

Óscar Arias (Sportdirektor FC Sevilla): "Ich habe das Spiel mit unseren Fans im Old Trafford gesehen und konnte Zeuge deren Passion und Emotion werden - es hat immens mehr Freude gemacht, dass ich das gemacht habe und unser Teams sich qualifizieren konnte. Sevillas Fans haben heute Abend eine weitere Lehrstunde gegeben, wie man seine Mannschaft unterstützt."

José Castro (Präsident FC Sevilla): "Eine historische Nacht voller Magie! Wir haben gegen ein Team gespielt, das mit 'Big-Money'-Transfers und Superstars dekoriert ist - und wir waren besser."

Der Tweet zum Spiel:

Banega spielte im Zentrum der Andalusier vor allem tolle erste 45 Minuten. In diesen brachte er 49 seiner 52 Pässe an den eigenen Mann - und somit mindestens 21 mehr als jeder United-Spieler.

Das fiel auf: Goldenens Händchen oder Unverständnis?

Zwei Minuten nach seiner Einwechslung stach Joker Ben Yedder erstmals. Unter Coach Montella hat Sevillas bester Torschütze nicht allzu gute Karten, im Hinspiel kam er gar nicht zum Einsatz. In seinem siebten CL-Spiel dieser Saison aber erzielte er seine Treffer sieben und acht. Nur Cristiano Ronaldo ist noch erfolgreicher (12).

Die Statistik: 9

Zum neunten Mal in der Champions-League-Spielzeit 17/18 standen sich ein englischer und ein spanischer Klub gegenüber. Nach zwei Siegen für die Briten sowie sechs Unentschieden gewann erstmals ein LaLiga-Team.

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