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3 Dinge, die auffielen: Keita küsst sich wach

3 Dinge, die auffielen: Keita küsst sich wach

10/04/2019 um 01:00Aktualisiert 10/04/2019 um 08:05

Der FC Liverpool lässt gegen den FC Porto im Hinspiel des Viertelfinals der Champions League nichts anbrennen. Nach furiosem Start und zwei Toren in der ersten Halbzeit siegt die Mannschaft von Jürgen Klopp mit 2:0 (2:0) und erarbeitet sich eine gute Ausgangsposition für das Rückspiel. Naby Keita spielt dabei eine wichtige Rolle, genau wie ein neuer Wesenszug der Reds. Drei Dinge, die auffielen.

1. Keita küsst sich wach

Naby Keita kam im vergangenen Sommer aus Leipzig nach Liverpool. Die erwartete Verstärkung war der 24-Jährige bislang aber nur selten. So selten, dass zuletzt sogar schon über seinen Abgang aus Liverpool spekuliert wurde.

Keita erstickte die aufkommenden Gerüchte mit einem enormen Leistungssprung.

Gegen Porto berief ihn Klopp durchaus überraschend in die Startelf, verzichtete zu Gunsten Keitas auf Georginio Wijnaldum. Der Trainer sollte es nicht bereuen.

Wie schon in Southampton, wo er vor vier Tagen seinen ersten Liga-Treffer erzielte, feierte der Mittelfeldspieler nun auch in der Champions-League seine Tor-Premiere. Schon nach fünf Minuten vollendete er einen Bilderbuchangriff aus knapp 16 Metern zur Führung.

Keita scheint nach 27 eher durchwachsenen Spielen in den letzten zwei Begegnungen angekommen zu sein. Er wirkt frisch, wird ins Spiel einbezogen und erarbeitet sich auch in der Rückwärtsbewegung das ein oder andere Sternchen.

Gegen Porto erstickte er so manchen Konter durch agressives Gegenpressing schon im Ansatz. Seine acht Ballgewinne waren mehr als jeder andere Spieler in einem diesjährigen K.o.-Spiel vorzuweisen hat.

In dieser Form kann Keita für Liverpool in der heißen Schlussphase der Saison noch zu einem wichtigen Faktor werden.

2. Cruise-Control in Rot

Der FC Liverpool schoss in der zweiten Halbzeit nur ein einziges Mal auf das Tor der Gäste aus Porto. Was wie ein besorgniserregendes Detail aus dem Statistikbogen klingt, war wohl pures Kalkül.

Es wirkte, als hätte Jürgen Klopp seinem Team nach starkem Start eine Schonkur für die finalen 45 Minuten verschrieben. Nach dem Spiel jedenfalls zeigte sich der Deutsche dann auch hochzufrieden, blieb aber emotional eher unangefasst:

"Wir wussten vor der Partie nicht wirklich, was uns erwartet, haben dann aber ein gutes Spiel gemacht. Mo Salah und Jordan Henderson waren richtig stark. Das zweite Tor war Weltklasse. Insgesamt ist das ein gutes Ergebnis. Jetzt kommt Chelsea am Wochenende und dann wieder Porto."

Ein Viertelfinal-Hinspiel wirft Klopp und sein Team längst nicht mehr aus der Bahn. Trainer und Gefolge sind gereift. Mit einem defensiv bockstark arbeitenden Mittelfeld um Kapitän Henderson und die beiden Neuzugänge Fabinho und Keita, kann man eben getrost auch mal offensiv den Stecker ziehen.

"Wir sind heiß auf das Double", hatte Klopp vor der Partie gegen die Portugiesen gesagt. Der Auftritt am Dienstagabend unterfütterte diesen Anspruch.

3. X-Faktor Alisson

Schon im vergangenen Mai stand der FC Liverpool im Champions-League-Finale. Dass es nicht zum Titel reichte, hatte auch mit der Besetzung der Torwartposition zu tun. Wer erinnert sich nicht an den verhängnisvollen Abend des Loris Karius?

Im Sommer wurde die offensichtliche Schwachstelle ausgebessert. Mit Alisson Becker steht seitdem der brasilianische Nationalkeeper zwischen den Pfosten. Eine echte Verstärkung, die allen Fans Hoffnung auf den größten europäischen Titel macht.

Einzig Alisson spielte jede einzelne Minute in Liverpools Champions-League-Saison. Genau wie in der Liga. Dort blieb er bereits 17 Mal ohne Gegentor - Bestwert in den fünf großen europäischen Ligen. Er ist der gewünschte Stabilisator.

Auch gegen Porto ließ er nichts anbrennen. Selten gefordert bewahrte er sein Team zwei Mal gegen Porto-Knipser Moussa Marega vor einem Gegentor. Hält Becker diese Form, könnte der Mai für Liverpool im Jahr 2019 tatsächlich anders verlaufen als vor Jahresfrist.

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