Eurosport

Champions League | Paris Saint-Germain dominiert bei Manchester United: Ein Auftritt gegen die Angst

Große Nacht für Tuchel: Bei PSG verfliegt die Angst vorm Versagen

13/02/2019 um 11:46Aktualisiert 13/02/2019 um 12:34

Neymar und Edinson Cavani verletzt, Gegner Manchester United wieder in Form: Bei den Fans von Paris Saint-Germain war die Furcht groß, dass es wie im Vorjahr ein frühes Aus in der Champions League geben könnte. Doch der Auftritt im Old Trafford hatte nichts mit Angst zu tun. Ganz im Gegenteil: PSG dominierte ManUtd beim 2:0 nach Belieben - und ließ die Furcht vor dem Versagen verfliegen.

Manchester United gegen Paris Saint-Germain. Die Favoritenrolle im Champions-League-Achtelfinale schien direkt nach der Auslosung klar verteilt.

Die einen, PSG, eilten in der Ligue 1 von Sieg zu Sieg und ließen in der Gruppenphase Vorjahresfinalist FC Liverpool hinter sich. Die anderen, United, befanden sich mit José Mourinho in einer sportlichen und zwischenmenschlichen Krise. Das war im Dezember.

Doch dann kam 2019. Bei PSG verletzten sich Neymar und Edinson Cavani. United wechselte den Trainer und spielte sich unter Ole Gunnar Solskjaer in eine beängstigende Form, verlernte das Verlieren.

Video - Tuchel warnt: "Manchester United kann in Paris gewinnen"

01:00

Bei den Pariser Fans entwickelte sich in den Tagen vor dem Showdown ein Gefühl, das im Dezember nicht denkbar war: Furcht. Furcht, bei den Red Devils unterzugehen. Furcht, wie im Vorjahr bereits im Achtelfinale der Königsklasse zu scheitern.

Kein Cavani? Kein Neymar? Kein Problem!

Der "Plan D" von Trainer Thomas Tuchel fruchtete, Angst war kein Faktor, wie Kylian Mbappé verriet:

"Die Menschen müssen aufhören, Angst zu schüren und Angst zu haben. Natürlich ist Neymar überaus wichtig und Cavani ist fundamental, aber Fußball wird auf dem Platz gespielt. Das haben wir heute Abend gezeigt."

Und wie.

United ohne Selbstvertrauen - PSG ohne Furcht

Offensiv brillierten vor allem Mbappé in der ungewohnten Rolle im Sturmzentrum mit blitzschnellen Läufen in die Tiefe sowie Ángel Di María als Vorlagengeber auf links. Der Argentinier ließ sich von den Buh-Rufen im Old Trafford nicht einschüchtern, sondern zeigte gegen seinen Ex-Klub eine - genau - furchtlose Vorstellung.

Video - Favre findet kuriosen Vergleich: "Mannschaft wie ein Kuchen"

01:18

Defensiv legte Kettenhund Marquinhos, eigentlich Innenverteidiger, als Sechser das United-Mittelfeld um Paul Pogba komplett lahm. Der Brasilianer lobte Tuchel nach dem Sieg für den ungewöhnlichen, risikofreudigen Matchplan: "Die taktische Ausrichtung war entscheidend."

Angst hatten plötzlich nur noch die Gastgeber, die in 90 Minuten nur einen einzigen Torschuss zustande brachten - so wenige waren es in einem Champions-League-Heimspiel zuletzt 2005.

Mbappé: "Keine Angst, es geht uns gut"

Und auch den Trainern war die unterschiedliche Gemütslage anzusehen. Während Tuchels Körpersprache über 90 Minuten Entschlossenheit signalisierte, wirkte Solskjaer spätestens nach dem 0:1 resigniert.

Bezeichnend: Erst in der 82. Minute bringt er mit Romelu Lukaku einen neuen Angreifer. Und nimmt mit Marcus Rashford den anderen raus. Keine Doppelspitze. Kein letztes Aufbäumen. Kein Glaube. Kein Selbstvertrauen. Der Tiefpunkt: Paul Pogbas Gelb-Rote-Karte (89.). Er fehlt im Rückspiel.

Ganz anders PSG. Nach dem überzeugenden Sieg im "Theater der Träume" wird das Tuchel-Team nur so davor strotzen. Und auch die Furcht der PSG-Fans vor dem erneuten Scheitern dürfte verflogen sein.

Vor allem nach diesem letzten Satz von Mbappé:

"Keine Angst, es geht uns gut."

Video - Baier im Interview der Woche: So tickt Lehmann wirklich

10:59
0
0