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Liverpool im Halbfinale: Klopps Traum vom Champions-League-Titel lebt

Liverpool im Halbfinale: Klopps Traum vom Champions-League-Titel lebt

18/04/2019 um 09:20Aktualisiert 18/04/2019 um 14:20

Der FC Liverpool steht im Champions-League-Halbfinale. Das Team von Jürgen Klopp setzte sich im Rückspiel gegen den FC Porto mit 4:1 (1:0) durch. Nach dem 2:0 im Hinspiel taten sich die Reds zu Beginn schwer, gingen aber durch Sadio Mané (27.) in Führung. In Durchgang zwei trafen Mohamed Salah (65.), Roberto Firmino (77.) und Virgil van Dijk (84.) - Eder Militao sorgte für den Ehrentreffer (68.).

So lief das Spiel:

Nach einem überzeugenden Auftritt der "Reds" im Hinspiel gegen den FC Porto, der ihnen einen souveränen 2:0-Erfolg einbrachte, ging die Elf von Jürgen Klopp im Rückspiel in Portugal erneut als klarer Favorit auf den Rasen. So klar, dass Klopp sogar in seiner ersten Elf rotierte: Unter anderem nahm Top-Star Roberto Firmino auf der Bank Platz, für ihn stürmte Ex-Wolf Divock Origi. Dabei handelte es sich nach Aussage des LFC-Coaches allerdings um eine rein sportliche Entscheidung, die er mit der aktuellen Formstärke und Fitness Origi's begründete.

Auf der Gegenseite war Porto-Trainer Sérgio Conceição gewillt, mit den Fans im Rücken die Wende zu schaffen und ins Halbfinale der "Königsklasse" einzuziehen. "Es gibt keine größere Motivation, als eine historische Wende zu schaffen", ließ der Coach auf der Pressekonferenz vor der Partie verlauten.

Die "Drachen" begannen couragiert, physisch präsent und waren die klar überlegende Mannschaft. Von Liverpool war nichts zu sehen - die Engländer kamen überhaupt nicht in Rhythmus und überließen Porto Raum und Ball. Die Hausherren erspielten sich eine Fülle an Torchancen - die Führung lag in der Luft - schafften es allerdings nicht, ihre Überlegenheit in Treffer umzumünzen.

Und so nutzte Liverpool in der 27. Minute die vorhandenen individuellen Möglichkeiten und ging mit der allerersten Offensivaktion mit 1:0 in Führung. Mohamed Salah machte den Ball im Strafraum fest, brachte ihn scharf in die Gefahrenzone. Aus kurzer Distanz war Sadio Mané zur Stelle und grätschte die Kugel zur überraschenden Führung ins Tor. Schiedsrichter Danny Makkelie entschied zunächst auf Abseitsposition, doch nach Rücksprache mit dem VAR gab er den Treffer schließlich doch.

In der Folge machte sich der Rückschlag bei Porto erheblich bemerkbar - die benötigten vier Tore waren einfach eine zu große Aufgabe. So fehlte die letzte Überzeugung in der Arbeit gegen und mit dem Ball - Liverpool konnte deutlich einfacher verteidigen, entschied sich allerdings gegen erhöhte Eigeninitiative und verblieb über die volle Distanz im Verwaltungsmodus. In der 65. Minute legten sie dennoch nach. Trent Alexander-Arnold setzte Salah mit einem perfekten Steilpass in Szene. Alleine vor dem Tor blieb der Ägypter eiskalt und verwandelte flach zum 2:0.

Virgil van Dijk bejubelt seinen Treffer zum 3:1 für Liverpool

Virgil van Dijk bejubelt seinen Treffer zum 3:1 für LiverpoolGetty Images

Drei Minuten später gelang dem FC Porto schließlich doch noch der verdiente Treffer. Nach einem Eckball von der linken Seite rauschte Eder Militao heran und köpfte den Ball aus sechs Metern wuchtig in die Maschen. In der 77. Minute stellte der eingewechselte Firmino den alten Abstand wieder her. Nach einer Flanke vom ebenfalls eingewechselten Jordan Henderson aus dem rechten Halbfeld, köpfte der Angreifer im Zentrum problemlos aus elf Metern ein.

In der Schlussphase legte Abwehrchef Virgil van Dijk nach. Nach einer Ecke von der linken Seite verlängerte Mané den Ball ins Zentrum, wo sich van Dijk durchsetzte und zum 4:1 einköpfte. Ein zu hohes Ergebnis, das weder die Leistung von Porto, noch von Liverpool widerspiegelt. Letztlich blieb es beim 4:1-Sieg der Engländer, die durch dieses Ergebnis entspannt ins Halbfinale einzogen. Dort wartet nun der FC Barcelona, gegen den die "Reds" wieder eine ansprechende Leistung benötigen, um zu bestehen.

Die Stimmen:

Pepe (FC Porto): "Unsere Fans waren fantastisch. Das Ergebnis ist ungerecht, aber so spielt der Fußball. Wir haben eine fantastische Champions League gezeigt und richten jetzt den Fokus auf die Meisterschaft."

Jordan Henderson (Liverpool FC): "Es war hart, doch genau das haben wir erwartet. Porto hat es uns nicht einfach gemacht. Sie hatten einige Halb-Chancen und es war schwierig für uns, doch wir wussten, wir können immer treffen. Die Atmosphäre in Porto war unfassbar, und das sogar, als wir in Führung gegangen sind."

Jürgen Klopp (Trainer Liverpool FC): "Zum zweiten Mal hintereinander im Halbfinale zu stehen, ist schon außergewöhnlich. Wir freuen uns auf Barcelona. Aber es war nicht locker. Porto ist richtig draufgegangen, hat früh hinter unsere letzte Linie gespielt, außerdem haben wir die zweiten Bälle nicht gut verteidigt. Aber man muss so einen Gegner auch mal austoben lassen, gut verteidigen, das gehört zum Fußball auch dazu. Da sind wir einen großen Schritt weiter. Es war klar, dass wir Räume kriegen und so haben wir das Spiel auch entschieden. Es war erwachsen, aber souverän ist noch was anderes."

Das fiel auf: Fehlender Killerinstinkt

Sie erspielten sich gute Torgelegenheiten, waren extrem präsent und hatten die Führung verdient - doch sie scheiterten vor dem gegnerischen Kasten immer wieder an sich selbst. Der fehlende Killerinstinkt vor dem Tor war die Begründung dafür, dass der Halbfinaleinzug für Porto gegen Liverpool nicht zum akuten Thema wurde.

Personifiziert hieß es: Moussa Maréga verpasste es, sein Team in Schlagdistanz zu bringen. Der Stürmer rieb sich enorm auf, machte eine starke Partie, doch zeigte vor dem Tor schlichtweg keinen Killerinstinkt - und so blieb sein Torekonto in diesem Spiel leer.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 14

Durch seinen Treffer zum 1:0 gegen Porto ist Mané der zweitbeste Schütze der Historie der "Reds" im Europa-Pokal. Sein Konto steht bei 14 Toren - so oft traf auch Ian Rush. Sieben Treffer mehr hat nur Steven Gerrard erzielt - der Führende der internen Torjägerliste.

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