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Kommentar zum FC Bayern: Zeit für mutige Entscheidungen

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Manuel Neuer, Robert Lewandowski, Javi Martínez (FC Bayern München)

Fotocredit: Getty Images

VonFlorian Bogner
14/03/2019 Am 18:03 | Update 14/03/2019 Am 20:03
@flopumuc

Toptorjäger, Torwart, Trainer, Transferphilosophie: Beim FC Bayern München muss nach dem Champions-League-Aus gegen den FC Liverpool alles auf den Prüfstand. Was genügt noch den Ansprüchen? Wer sind die Stützen, die den Umbruch vollends vollziehen können? Wer kann Bayern in Europa wieder in die Spitzengruppe führen? Und was ist eigentlich mit dem Nachwuchs? Es ist Zeit für mutige Entscheidungen.

Ein Kommentar von Florian Bogner

Wie hätte Pep Guardiola wohl spielen lassen? Diese Frage stellten sich Bayern-Fans am Mittwochabend zwangsläufig.

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Der Defensivstil des FC Bayern München unter Niko Kovac war gegen den FC Liverpool schließlich krachend gescheitert. Das 1:3 vor eigenem Publikum bedeutete das früheste Königsklassen-Aus seit acht Jahren.

Und jetzt?

Für den Sommer haben die Macher, allen voran Uli Hoeneß, immerhin schon mal eine Transferoffensive angekündigt.

Wenn wir wüssten, wen man schon alles sicher habe, hatte der Präsident vor kurzem getönt und dabei ziemlich großspurig geklungen. Nach dem Liverpool-Spiel wirkten alle ziemlich kleinlaut.

Nun stehen wichtige Entscheidungen an.

Über die letzten drei Spielzeiten hinweg hat sich der FC Bayern mehr oder weniger bereitwillig aus Europas Elite verabschiedet. Mia san Umbruch, so die Message. Sogar eine Saison ohne Titel sei mal okay. Den alternden Kader hat man entsprechend punktuell verstärkt, aber eben nicht vollends umgekrempelt. Geht nicht alles auf einmal, so die Bayern. Jetzt das frühe Aus in Europa.

Im Kleinen ist der Umbruch bereits erkennbar: Spielern wie Niklas Süle, Joshua Kimmich, Leon Goretzka und Kingsley Coman gehört die Zukunft. Aber der Rest muss jetzt auch auf den Prüfstand.

Schon allein im Kader stellen sich allerhand interessante Fragen: Ist Kapitän Manuel Neuer (32) noch die Nummer eins für die Zukunft? Ist Javi Martínez (30) ein zeitgemäßer Mittelfeldspieler?

Kann Thiago die Bayern endlich auch in großen Spielen anführen? Ist es sinnvoll, den Vertrag mit Robert Lewandowski (30) vorzeitig zu verlängern?

Robert Lewandowski, Thiago (FC Bayern München)

Fotocredit: Getty Images

Und ist James Rodríguez wirklich die 100 Millionen Euro wert, die eine Weiterbeschäftigung über den Sommer hinaus kosten würde (42 Millionen Euro Ablöse plus Vierjahresvertrag mit 15 Mio. Gehalt)?

Darüber hinaus muss auch Trainer Niko Kovac intern weiter zu Debatte stehen. Trauen ihm die Bayern-Bosse zu, den Umbruch voranzutreiben, Talente einzubinden? Bisher setzte der 47-Jährige vor allem auf Altbewährtes.

Trauen sie ihm vor allem auch zu, der Mannschaft eine Handschrift zu geben, wie es Louis van Gaal, Jupp Heynckes und vor allem Guardiola geschafft hatten? Ihr einen Offensivstil zu vermitteln?

Denn für was soll der Fußball der Bayern in Zukunft eigentlich stehen? Wieder dominant-offensiv, geprägt vom Spiel über die Außen? Oder doch aus einer sicheren Abwehr heraus, wie von Kovac zuletzt präferiert? Technisch oder physisch? Dynamisch oder kontrolliert?

All diese Fragen werden sich die Bayern-Macher stellen müssen. Auch diese: Wann trägt der Bayern Campus erste Früchte, wo sind die Schweinsteigers, Müllers, Alabas der Zukunft? Wie ist der Masterplan, um junge Talente ans Team heranzuführen? Und wie geht das wiederum mit der angekündigten Transferoffensive einher?

Klar ist auch: Die Strahlkraft, die der FC Bayern zu Zeiten Guardiolas auf internationale Stars hatte, hat er längst nicht mehr.

Man kann den Weg natürlich einfach so weiter gehen wie bisher. Mit Lewandowski verlängern, James verpflichten, im Sommer zwei, drei neue Spieler holen und die verheißungsvollsten Talente weiter nur bei den Amateuren einsetzen.

Oder man drückt den Reset-Knopf: Verlängert eben nicht mit Lewandowski, verzichtet auf James, zieht sich einen Neuer-Nachfolger heran und setzt in Zukunft wieder verstärkt auf den eigenen Nachwuchs.

Die treusten Fans aus der Südkurve würden so nämlich eine weitere Durststrecke in Europa am ehesten verzeihen.

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