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Letzte Chance auf Zukunft? Für Julian Weigl und Christian Pulisic wird es ernst in Monaco

Letzte Chance auf Zukunft? Für Weigl und Pulisic wird es ernst

11/12/2018 um 17:22

Borussia Dortmund verzichtet beim letzten Champions-League-Gruppenspiel in Monaco auf einige Leistungsträger. Sieben Stammspieler des Bundesliga-Tabellenführer lässt Lucien Favre in Dortmund. Eine Chance für jene, die dem sensationellen Lauf der ersten Saisonphase Tribut zollen mussten. Mit dabei auch zwei ehemalige Hoffnungsträger, für die das Spiel eine letzte Chance in Schwarz-Gelb sein könnte.

Der BVB spielt die beste Hinrunde seit der Meistersaison 2010/2011. Nach 14 gespielten Partien hat das Team von Trainer Lucien Favre 36 Punkte auf dem Konto, die Tabellenführung (7 Punkte Vorsprung auf Rang 2) wurde durch den Auswärtssieg auf Schalke (2:1) zementiert und auch in der Champions League ist der Einzug ins Achtelfinale bereits perfekt.

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Von einer B-Elf will Trainer Favre aber nichts wissen. Auf der Pressekonferenz vor dem Spiel sagte er:

"Wir wissen, dass wir mit einem Sieg noch Erster werden können. Wir konzentrieren uns auf unsere Leistung und wollen gewinnen!"

Dem Trainer ist bewusst, dass dieses Vorhaben beim formschwachen Klub aus dem Fürstentum (Platz 17 in der Ligue 1) auch ohne seine Leistungsträger möglich ist.

Verletzungsprobleme? Eher Belastungssteuerung

Positiv: Mit ernsthaften Verletzungen hat die Veränderung der Mannschaft nichts zu tun. Zwar zwickt hier und da der Oberschenkel (Reus), die Wade (Delaney) oder das Knie (Piszczek und Bruun Larsen), vielmehr spielt nach dem kräftezehrenden Revierderby aber die Belastungssteuerung eine Rolle. Zudem bietet das Spiel jenen eine Chance, sich zu beweisen, die der starken Saison des BVB-Lauf zum Opfer gefallen sind, wie Sebastian Kehl vor dem Abflug am Dortmunder Flughafen bestätigte:

"Das Spiel am Samstag hat Kraft gekostet. Einige Spieler sind angeschlagen, andere können morgen auf sich aufmerksam machen."

Das gilt im Besonderen für zwei Spieler, die im Sommer noch Fixpunkte im Verein waren.

Christian Pulisic

Es sollte die Saison des vielleicht größten BVB-Talents werden. Christian Pulisic ging als unangefochtener Stammspieler in die aktuelle Spielzeit, ist mittlerweile aber hinter Jadon Sancho und Jacob Bruun Larsen nur noch dritte Wahl auf den Flügeln. In den vergangenen fünf Bundesligaspielen brachte es der 20-Jährige, auch aufgrund von Formschwäche, nur auf 27 Einsatzminuten. Nicht nur deshalb werden Gerüchte über einen Wechsel ins Ausland immer konkreter.

Die Vertragssituation ist eindeutig. Im Sommer 2020 läuft der Kontrakt des Kapitäns der US-Boys aus. Versuche der Dortmunder Führungsriege, mit dem Rechtsaußen zu verlängern, blieben bislang erfolglos. In England macht man sich deshalb Hoffnungen. Sowohl der FC Liverpool mit Pulisic-Entdecker und -Förderer Jürgen Klopp als auch der FC Chelsea sollen es auf den dribbelstarken Flügelflitzer abgesehen haben. Kostenpunkt: Rund 80 Millionen Euro.

Ein Verkauf im Winter ist für den BVB aber kein Thema. Zorc:

"Wir planen mit Christian für die ganze Saison, daran hat sich nichts geändert. Es ist klar, aufgrund der Vertragskonstellation, insbesondere der Vertragsdauer, wird sich irgendwann Gesprächsbedarf ergeben."

Dass diese Gespräche zu einem Verbleib beim BVB über 2019 hinaus führen, darf bezweifelt werden. Allerdings spielte sich Pulisic zuletzt auch nicht gerade ins Schaufenster. Das sollte er jedoch tun, damit ein möglicher neuer Arbeitgeber auch die geforderte Ablöse investiert. In Monaco ist der Youngster nun gefordert.

Julian Weigl

Was vor zwei Jahren noch unvorstellbar war, ist aktuell bittere Realität für Julian Weigl. Unter Thomas Tuchel war der 23-Jährige die Konstante im Mittelfeld, spielte fast immer. Er avancierte zum Nationalspieler, sein Marktwert schoss in die Höhe und immer wieder wurde er mit den größten Vereinen Europas in Verbindung gebracht. Doch die Zeiten haben sich gravierend geändert. Unter Lucien Favre spielt er keine Rolle mehr.

150 Minuten kam Weigl in dieser Bundesliga-Saison lediglich zum Einsatz. Zuletzt stand er im so wichtigen Spiel gegen den FC Bayern in der Startelf, wurde in der Pause als schwächster Mann des Spiels ausgewechselt. Nach seiner Auswechslung drehte der BVB auf. Im Derby gegen Schalke stand er zum vierten Mal in dieser Saison nicht im Kader. Die Neuzugänge Axel Witsel und Thomas Delaney haben in der BVB-Schaltzentrale klar die Nase vorn. Benötigt einer der beiden eine Pause, rückt Mo Dahoud als erste Alternative nach.

"Wer mich kennt", sagte Weigl schon vor Wochen zu seiner Situation, "der weiß, dass ich kein besonders geduldiger Mensch bin. Ich erhoffe mir jedes Mal, dabei zu sein und dann auch zu spielen. Um auf mein Niveau zu kommen, brauche ich Spiele."

In Monaco dürfte er nun seine nächste Chance bekommen - und die gilt es zu nutzen. Noch im Sommer war er überzeugt davon, "dass das System von Favre zu mir passen wird". Auch deshalb habe es trotz des großen Interesses von Paris Saint-Germain mit Ex-Trainer Thomas Tuchel "keine Bereitschaft" gegeben, den BVB zu verlassen.

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