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Manchester United - PSG | 3 Dinge, die auffielen: Mourinho-Geister sind zurück

3 Dinge, die auffielen: Mourinhos Geister sind zurück

13/02/2019 um 08:54Aktualisiert 13/02/2019 um 16:17

Manchester United erlebt bei der 0:2-Niederlage im Achtelfinal-Hinspiel gegen Paris Saint-Germain einen gebrauchten Abend. Während Thomas Tuchels taktische Kniffe und ein glänzend aufgelegter Ángel Di María die Pariser auf die Siegerstraße führen, verfallen die "Red Devils" in alte Muster und erinnern mit ihrem mutlosen Auftritt an die Zeit unter José Mourinho. Was uns auffiel.

1. United verfällt in Mourinho-Muster

Passiv, zurückhaltend, fast ängstlich. Attribute, die auf Manchester United in den vergangenen elf Spielen unter Ole Gunnar Solskjaer wahrlich nicht zutrafen. Das Team präsentierte sich unter dem Norweger wie verwandelt. Die bösen Geister von José Mourinho schienen vertrieben - bis heute.

Bis zur 70. Minute fand Manchesters Offensive quasi nicht statt. Ein Überraschungsschuss aus spitzem Winkel von Marcus Rashford (9.) war das einzige Arbeitszeugnis des Angriffstrios, das in der ersten Halbzeit neben dem Engländer aus Jesse Lingard und Anthony Martial bestand.

Vom Kombinationsfußball der vergangenen Wochen war nichts zu sehen. United verbarrikadierte sich vor dem eigenen Sechzehner, stand extrem tief. Eine nicht nachzuvollziehende Taktik, die so bereits oft unter Mourinho zu sehen war.

Dass die Solskjaer-Elf nicht schon zur Pause in Rückstand geraten war, lag auschließlich an den bis dahin ungefährlichen Gästen aus Paris, bei denen in den ersten 45 Minuten selbst offensiv wenig zusammenlief. Die Tore von Presnel Kimpembe (53.) und Kylian Mbappé (60.) in einer Drangphase nach der Pause waren jedoch die vorhersehbare Folge.

Erst in den letzten 20 Minuten war im Spiel von United so etwas wie Leidenschaft und Kampfgeist zu erkennen, was auch am eingewechselten Juan Mata lag. Das Aufbäumen kam jedoch viel zu spät.

2. Tuchel coacht Solskjaer aus

Dass United so wenig Produktives zustande brachte, lag nicht nur an der eigenen Ideenlosigkeit, sondern auch an taktisch optimal vorbereiteten Parisern. Tuchel hatte sein Team ohne die beiden Stars Neymar und Edinson Cavani perfekt auf den Gegner eingestellt.

Besonders fruchtete sein Plan, mit Marquinhos einen Kettenhund auf Pogba anzusetzen, der den Franzosen über 90 Minuten fast komplett aus dem Spiel nahm. Der Brasilianer, der sonst in der Innenverteidigung von PSG aufläuft, entnervte Pogba mit seiner physischen Spielweise und guten Antizipation.

Paul Pogba sah gegen PSG die Gelb-Rote Karte

Paul Pogba sah gegen PSG die Gelb-Rote KarteGetty Images

Der Frust von Uniteds Mittelfeldmotor gipfelte in der 90. Minute in einem Revanchefoul an Dani Alves, das zu seiner zweiten Gelben Karte und somit einem unnötigen Platzverweis führte. Bezeichnend für Pogbas enttäuschenden Abend.

"Wir haben Manchester analysiert und wussten, dass die Schlüsselszenen meist über Pogba ablaufen, der die Angriffe einleitet oder auch selbst die Tore macht. Von daher wussten wir, dass immer einer bei ihm sein muss. Marquinhos und die ganze Mannschaft haben das super gemacht", analysierte Thilo Kehrer nach der Partie bei "Sky".

Zudem zeigten Tuchels Kniffe in der zweiten Halbzeit Wirkung - speziell die Halbzeitansprache, wie Kehrer bestätigte:

"Wir haben in der Halbzeit vor allem darüber gesprochen, die richtige Mischung zu finden. Ab und zu auch mal den Ball zu halten, wenn kein Konter möglich war. Wir waren geduldig, haben aber trotzdem die Tiefe gesucht. "

3. Di María ärgert die Ex

Neben der starken defensiven Teamleistung stach offensiv die linke Seite von PSG heraus. Der Ex-Münchner Juan Bernat und vor allem Ángel Di María, der von 2014 bis 2015 im Old Trafford heimisch war, machten immer wieder Druck über außen und stellten Uniteds Rechtsverteidiger Ashley Young vor große Probleme.

Ángel Di María bereitete gegen Manchester United zwei Treffer vor

Ángel Di María bereitete gegen Manchester United zwei Treffer vorGetty Images

Der Argentinier fungierte in der Abwesenheit von Neymar als Kreativzentrale und stellte Nebenmann Julian Draxler klar in den Schatten. Zudem bereitete er beide Treffer vor. Sein perfekt getimter Pass auf Mbappé, aus dem das 2:0 resultierte, war dabei besonders schön anzusehen.

Di María tat das, was er in seiner Zeit bei den "Red Devils" so schmerzlich hatte vermissen lassen. Er drückte dem Spiel seinen Stempel auf. Eine formidable Leistung, die auch "Sky"-Experte Lothar Matthäus Respekt abverlangte:

"Die linke Seite von Paris war heute überragend. Mit Bernat und Di María, der wirklich ein super Spiel gemacht hat."

Für Di Marías Ex-Verein, der den 30-Jährigen bereits nach einem Jahr enttäuscht nach Paris weiterverkauft hatte, ein zusätzlicher Stich an einem ohnehin gebrauchten Abend.

Video - Martial glänzt als Übersetzer für Solskjaer

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