"Emotional wird es sicherlich ein bisschen schwierig, aber ich freue mich, sie zu sehen und gegen sie zu spielen.“ Ousmane Dembélé freut sich spürbar auf das erste Duell mit Borussia Dortmund (ab 21:00 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de). Zumindest, wenn man seine Aussagen bei "Barça-TV" als Gratmesser heranzieht.

Bundesliga
BVB sucht Stürmer: Nur Alcácer ist nicht genug
27/11/2019 AM 10:46

Dass das vereinseigene TV-Format ausgerechnet den jungen Franzosen zum nicht ganz unwichtigen Champions-League-Spiel gegen den BVB befragt, macht Sinn. Dembélé steht bei seinem ersten Auftritt gegen den alten Arbeitgeber im Fokus. Endlich mal wieder – verläuft seine bisherige Zeit in Barcelona doch eher im Schatten der großen Weltstars neben ihm.

Ousmane Dembélé hat sogar einen Babysitter

Dembélé ist mittlerweile 22 Jahre alt und in der dritten Saison bei seinem Traumverein FC Barcelona. Vorzuweisen hat er bislang 73 Einsätze, 19 Tore und 17 Vorlagen. Durchschnitt, aber eben nicht besonders, so wie es die Ablöse von bis zu 143 Millionen Euro (inkl. diverser Boni) erwarten ließe.

Mit Kritik am Flügelflitzer halten sich die spanischen Medien daher nicht zurück. Vor allem dann nicht, wenn ihnen der neben dem Platz nicht immer professionelle Youngster Futter in Form von Skandälchen und Undiszipliniertheiten liefert.

Von nächtlichen Play-Station-Gelagen bis Fast-Food-Orgien – Dembélés Verfehlungen abseits des Fußballfeldes veranlassten die Katalanen sogar, eine Art Babysitter für den Außenstürmer zu engagieren. Eine Maßnahme, die zumindest neben dem Feld für Ruhe sorgte.

Dembélé fehlt Konstanz

Auf dem Platz jedoch hat Dembélé das Problem, keine Konstanz in sein Spiel zu bringen. Das liegt zum einen an immer wiederkehrenden Oberschenkelproblemen, die ihn schon zu Dortmunder Zeiten plagten, zum anderen an einer Rot-Sperre.

Denn genau wie neben dem Platz brennen Heißsporn Dembélé hin und wieder auch auf der Wiese die Sicherungen durch. Gegen den FC Sevilla (4:0) traf er erst zum vorentscheidenden 3:0, später flog er mit glatt Rot vom Feld, weil er Schiedsrichter Lahoz aus Versehen das Notizheft aus der Hand schlug. Die kommenden zwei Ligaspiele verfolgte er deshalb von der Tribüne.

Ousmane Dembélé sieht die Rote Karte

Fotocredit: Getty Images

Barça zuhause keine Macht

Auch gegen Borussia Dortmund könnten die Emotionen aufgrund der Vergangenheit wieder hochkochen. "Es ist das wichtigste Spiel der ersten Saisonhälfte", sagt Dembélé.

Gegen Borussia müssen wir gewinnen, um das Weiterkommen so schnell wie möglich sicherzustellen.

Barcelona führt die Gruppe F mit einem Punkt Vorsprung auf den BVB an. Ein Sieg würde nicht nur das Achtelfinale, sondern auch den Gruppensieg bedeuten. Nicht ganz unwichtig also. Doch die Katalanen hatten in der laufenden Champions-League-Spielzeit durchaus so ihre Probleme. Am vergangenen Spieltag erst reichte es in der heimischen Arena nur zu einem enttäuschenden 0:0 gegen Slavia Prag. Am 2. Spieltag lag man gegen Inter Mailand zurück, gewann am Ende glücklich mit 2:1.

In der Form, die von Nöten ist, um die Königsklasse zu gewinnen, ist Barca (noch) nicht. Star-Neueinkauf Antoine Griezmann, der von Atlético zur Blaugrana wechselte, performt noch nicht, die neue Schaltzentrale um den Jungen Frenkie de Jong sucht hier und da noch nach dem richtigen Knopf.

Barça glaubt noch an Dembélé

Umso mehr hofft man, dass Dembélé in seinem dritten Jahr endlich explodiert. Oder besser gesagt: Barcelona glaubt fest daran.

Aller Schwierigkeiten, die der teilweise egoistische Charakter Dembélés mitbringt, zum Trotz, ist man sich in Katalonien sicher: "Ous" kann in Topform ebenso Unterschiedsspieler sein wie Lionel Messi oder sein Vorgänger Neymar. Bisher ist er dieser nur zu selten.

Es würde irgendwie passen, wenn ausgerechnet gegen Borussia Dortmund das volle Potenzial des begnadeten Flügelflitzers einmal mehr aufblitzen würde.

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