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Fatales Signal: Bayern schwächt Kovac

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Kein leichter Job beim FC Bayern München: Trainer Niko Kovac

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VonTobias Laure
22/10/2019 Am 13:16 | Update 22/10/2019 Am 15:42

Die Situation von Trainer Niko Kovac beim FC Bayern München ist und bleibt knifflig, zumindest wenn man die öffentlichen Aussagen der Klub-Bosse zugrunde legt. Vor dem anstehenden Champions-League-Spiel bei Olympiakos Piräus war es Präsident Uli Hoeneß, der mit einer klaren Ansage zur künftigen Bayern-Aufstellung für Aufsehen sorgte - und damit die Position von Kovac schwächte.

Der Präsident repräsentiert den Verein, der Vorstandsvorsitzende hat die Leitung inne und regelt die Geschäftsabläufe, der Trainer stellt die Mannschaft auf. So funktionieren - vereinfacht dargestellt - Fußballvereine. Niko Kovac hätte vermutlich nichts dagegen, wenn man sich auch beim FC Bayern München an diese Gewaltenteilung halten würde. Dass dem nicht so ist, weiß der Coach spätestens, seitdem er im Sommer 2018 beim Rekordmeister anfing.

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Ob er sich mit den Einmischungen in seinen Aufgabenbereich durch Präsident Uli Hoeneß und den Vorstandsvorsitzenden Karl-Heinz Rummenigge aber wirklich angefreundet hat, darf bezweifelt werden. Im Vorfeld des Auswärtsspiels in Piräus (heute ab 21:00 Uhr im Liveticker bei Eurosport.de) war es wieder soweit: Hoeneß nahm die schwere Verletzung von Niklas Süle zum Anlass, die neue Ausrichtung der Bayern-Defensive hinauszuposaunen:

Die Abwehrproblematik wird sich demnächst erledigen, wenn der Martínez auf der Sechs spielt. Dann bekommen wir sowieso in Zukunft wenig Gegentore.

Ob dies die beste Option für die Bayern ist oder nicht, ob Javi Martínez tatsächlich dauerhaft auf der Sechs spielt oder nicht - taktische Überlegungen dieser Art sind Trainersache und werden gemeinhin auch von diesem nach außen kommuniziert. Nun muss Kovac damit leben, dass Hoeneß vorgeprescht ist und die Marschroute festgelegt hat.

Mehr Stabilität mit Martínez? Kovac kontert Hoeneß

Öffentlich bleibt der Coach cool. Hoeneß habe "niemanden gefordert", betont Kovac. Er stehe in gutem Austausch mit dem Präsidenten. Und: Man müsse schon gar nicht "versuchen, das anders zu interpretieren".

Bayern-Coach Niko Kovac weist Javi Martínez ein

Fotocredit: Getty Images

Die Hoeneß-These, wonach man mit Martínez auf der Sechs besser dran sei, wollte Kovac dann aber doch nicht so stehen lassen. Beim 2:2 in Augsburg habe der Spanier zwar eine gute Leistung gezeigt, "aber auch da haben wir zwei Gegentore bekommen", erinnert Kovac. "Also kann man nicht sagen, dass jeder Einsatz von Javi auf der Sechs zu mehr Stabilität führt."

Fatales Signal der Bayern

Es ist nicht das erste Mal, dass die Klub-Bosse öffentlich die Aufstellung thematisieren. Rummenigge machte in der vergangenen Saison keinen Hehl daraus, dass er mit der von Kovac gepflegten Rotation nichts anfangen kann. "Der Trainer hat im großen Stile rotiert. Ich bin ein erbitterter Gegner von Rotation", erklärte der Vorstandsvorsitzende der Bayern auf "Sky". Während der schweren Monate Oktober und November, als die Bayern mitunter neun Punkte Rückstand auf Borussia Dortmund aufwiesen, habe man dem Trainer die Rotation ausgeredet.

"Das haben wir im November angesprochen und verbessert", so Rummenigge. "Es hat intern ziemlich gescheppert."

Geholfen ist Kovac damit nicht, wenn der Chef derart heikle Interna öffentlich ausplaudert. Genau so wenig wie die jüngsten Hoeneß-Auslassungen zum Thema Aufstellung. Medien, Fans und auch die Spieler müssen den Eindruck gewinnen, dass der Trainer in seinen Entscheidungen nicht unangefochten ist. Ein fatales Signal, denn es muss im Interesse des FC Bayern liegen, mit einem starken Trainer auf Triple-Jagd zu gehen.

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