Am Mittwochnachmittag um kurz vor drei Uhr kam die Entwarnung: Der FC Bayern konnte aufatmen und der Auftakt zur Titelverteidigung in der Champions League am Abend gegen Atletico Madrid wie geplant stattfinden. Nach dem positiven Coronatest bei Serge Gnabry, der die Münchner erst nach dem Abschlusstraining am Dienstag aufgeschreckt hatte, ergaben die hastig anberaumten zusätzlichen Tests bei seinen Mitspielern allesamt einen negativen Befund.
"Wir leben in Zeiten von Corona, irgendwann ist es eine mathematische Gleichung, dass auch ein Spieler von Bayern München infiziert ist. Jetzt ist es Serge Gnabry, ich bedaure das, weil er ein wichtiger Spieler ist für uns", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge unmittelbar vor dem Anpfiff bei "Sky". Trainer Hansi Flick ergänzte: "Wir haben alle damit gerechnet, dass es auch bei uns mal einschlägt - jetzt ist es so." Für Gnabry stellte er Thomas Müller auf den rechten Flügel, weitere Spieler musste er nicht ersetzen.
Doch der Wirbel war für die Bayern und den gesamten deutschen Fußball eine Mahnung. "Wir haben leider steigende Fallzahlen in Deutschland und damit auch eine steigende Gefahr für den Fußball", meinte Rummenigge: "Wir müssen jetzt alle nochmal die Sinne schärfen, damit wir ohne große Schaden rauskommen. Ein nochmaliger Lockdown wäre für den Fußball ein Drama."
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Auch Flick warnte: "Wir müssen uns darauf einstellen und schauen, dass wir uns noch intensiver damit befassen und an die Regeln halten." In seiner Vorbereitung sah er sich und seine Mannschaft nicht groß beeinflusst. "Das hat nicht allzu viel verändert", meinte er. Gnabry gehe es gut, "er hat keine Symptome".

Rummenigge dankt Stadt München

Die Stadt München erhob keine Einwände gegen die Austragung des Spiels. "Dafür möchte ich mich bedanken", sagte Rummenigge, "wir haben einen Spielplan, der keine Absagen mehr erlaubt."
Seit dem Morgen hatte das Referat für Gesundheit und Umwelt in Zusammenarbeit mit dem deutschen Rekordmeister zunächst überprüft, ob weitere Personen mit dem infizierten Gnabry relevanten Kontakt hatten. Als relevante Person gilt, wer mit einem Infizierten Kontakt über einen Zeitraum von mindestens 15 Minuten bei weniger als 1,5 m Abstand und ohne Mundschutz hatte.
Gnabry war einer von 25 Spielern, die am Dienstagvormittag beim Abschlusstraining an der Säbener Straße teilgenommen hatten. Der Nationalspieler wurde nach dem Bekanntwerden des positiven Befundes sofort in häusliche Isolation geschickt, er darf vorerst keinen Kontakt zu anderen Personen haben. Eine Person, die mit ihm Kontakt ersten Grades gehabt hätte, müsste für 14 Tage in Quarantäne. Dies betrifft wohl niemanden beim FC Bayern.

Gnabry fehlt wohl auch gegen Frankfurt und Moskau

Gnabry ist der erste Spieler der Münchner, bei dem eine Infektion mit dem Coronavirus bekannt wurde. Kingsley Coman hatte sich Mitte September in häusliche Quarantäne begeben, weil er Kontakt zu einer mit dem Virus infizierten Person hatte. Eine Quarantäne wird angeordnet, wenn eine Person Kontakt ersten Grades zu einem Infizierten hatte. Eine Isolation ist vorgeschrieben für Personen, die infiziert sind: In diesem Fall ist die häusliche Bewegungsfreiheit eingeschränkt.
Gnabry wird wohl auch in den beiden Spielen gegen Eintracht Frankfurt am Samstag und bei Lokomotive Moskau am kommenden Dienstag fehlen. Für ihn könnten auch der kurz vor dem Transferschluss verpflichtete Douglas Costa und Coman auf der rechten Angriffsseite zum Einsatz kommen, sollte Leroy Sane nach seiner Verletzung wieder die linke Seite bespielen. Costa sei aktuell aber noch nicht soweit", um von Beginn an aufzulaufen, sagte Flick.
Positive Coronatests bei einer Mannschaft führen in der Champions League nicht sofort zu einer Spielabsage. Stehen mindestens 13 Spieler einschließlich eines Torhüters zur Verfügung, muss am geplanten Termin gespielt werden.

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