Es gibt Spieler, die für große Fußball-Abende gemacht sind.
Cristiano Ronaldo und Lionel Messi sind solche, aber auch Arjen Robben war Zeit seiner Karriere einer, der da war, wenn’s drauf ankam. Es ist daher nachvollziehbar, dass Thomas Müller sich für das Rückspiel des Champions-League-Viertelfinals in Paris (2:3 im Hinspiel) seinen langjährigen Kollegen herbeiwünscht.
"Arjen das Comeback zur richtigen Zeit - komm als Joker mit nach Paris", kommentierte Müller unter das Comeback-Bild des Niederländers auf Instagram, der beim FC Groningen gerade nach einem halben Jahr Verletzungspause wieder auf den Platz zurückgekehrt war.
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Er habe freilich "nur ein bisschen mit dem Arjen scherzen" wollen, erklärte Müller auf der Pressekonferenz am Montag. Aber in jedem Spaß steckt ja auch ein Fünkchen Wahrheit.

Flick glaubt an Sané: "Leroy ist ein Unterschiedsspieler"

Und die Wahrheit ist: Der FC Bayern braucht am Dienstag (ab 21:00 Uhr im Liveticker) einen besonderen Abend im Prinzenpark, denn das Hinspiel in der heimischen Allianz Arena ging mit 2:3 verloren.
Dass mit Serge Gnabry (Coronainfektion) und Robert Lewandowski (Bänderdehnung) die zwei besten Torschützen der Saison fehlen, nimmt automatisch die verbliebenen Offensivspieler in die Pflicht.
Neben Führungsspieler Müller sind das Lewandowski-Ersatz Eric Maxim Choupo-Moting, Kingsley Coman als Konstante auf dem linken Flügel und Königstransfer Leroy Sané, der genau für solche Abende geholt wurde.

Robben-Comeback bei Bayern? Müller schreitet ein: "Halt, Stopp!"

"Leroy ist ein Unterschiedsspieler, absolut! Er brauchte Spielpraxis. In den letzten Wochen bringt er hervorragende Leistungen", sagte Trainer Hans-Dieter Flick am Montag auf Nachfrage von Eurosport.de.
Bislang, so ehrlich muss man sein, spielt Sané bei Bayern zwar ordentlich mit - den Unterschied machte er bislang aber nur selten aus. Acht Tore und elf Assists in 37 Pflichtspielen stehen für den deutschen Nationalspieler bislang zu Buche.

Robert Lewandowski und Leroy Sané vom FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

Flicks Aussagen vom Freitag, wonach jeder wisse, "dass die Mannschaft qualitativ letztes Jahr besser war", waren eine klare Ansage in Richtung der Neuzugänge - und damit auch eine Ansage in Richtung Sané.
Auch wenn Flick beteuerte, dass der 25-Jährige auf dem Platz "genau das" sei, "was wir uns vorgestellt haben. Nämlich der Spieler, der Spiele entscheiden und drehen kann. Ich bin mit ihm sehr zufrieden."

Sané: Es fehlt die Effizienz

Die individuelle Klasse des ehemaligen Schalkers ist auch unumstritten. Dass Sané mit seiner Schnelligkeit und seinen Fähigkeiten im Eins-gegen-eins entscheidende Situationen heraufbeschwören kann, ebenso.
Unterschiedsspieler zeichnen sich jedoch genau dadurch aus, dass sie ihre Aktionen zu Ende bringen und den namensgebenden Unterschied durch Zählbares machen - siehe Kylian Mbappé im Hinspiel. Für Sané geht es also um den letzten Feinschliff - um Effizienz.
Zu häufig bringt der Flügelsstürmer seine Aktionen bisher nicht zum Abschluss oder agiert in der Entscheidungsfindung unglücklich. "In Detailsituationen die bessere Entscheidung treffen", formulierte Müller etwa seinen generellen Verbesserungsvorschlag für Dienstag - was sich auch Sané zu Herzen nehmen darf.

Leroy Sané und David Alaba vom FC Bayern

Fotocredit: Getty Images

Im Hinspiel etwa tauchte dieser immer wieder in guten Abschlusssituationen im gegnerischen Strafraum auf, nur drei seiner 60 Ballaktionen hatte Sané in der eigenen Hälfte. Dennoch gingen nur zwei der insgesamt 31 Torschüsse der Münchner auf sein Konto, lediglich einen weiteren bereitete er vor.
Im gesamten Team hatten nur die Verteidiger Niklas Süle (1) und Lucas Hernández (1) weniger Abschlüsse als Sané.

Bayern braucht einen Sané-Tag in Paris

Dass er es besser kann, hat er im Bayern-Trikot schon das eine oder andere Mal aufblitzen lassen. Zum Beispiel beim 4:1-Auswärtssieg im Achtelfinal-Hinspiel bei Lazio Rom. Im Stadio Olimpico erzielte Sané einen Treffer selber und legte einen weiteren auf.
Man könnte meinen, Leroy erwischte einen Sa(h)né-Tag in Rom.
Genau ein solcher würde die Chancen eines Halbfinaleinzugs am Dienstagabend für die Bayern exorbitant erhöhen.
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