Keine Chance.
Atlético Madrid war über 180 Minuten nur die zweitbeste Mannschaft im Vergleich mit dem FC Chelsea. Insbesondere die 90 Minuten an der Stamford Bridge zeigten einmal mehr, wie Tuchel die Blues in Rekordzeit zu einer absoluten Spitzenmannschaft geformt hat.
"Es war eine Top-Performance mit wahnsinnig viel Leidenschaft und Aggressivität. Wir sind völlig verdient weitergekommen. Ich bin sehr zufrieden, so kann es einfach weitergehen. Wir verteidigen mutig, sind anpassungsfähig und die Spieler sind sehr flexibel", meinte Tuchel bei "Sky".
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Seit seinem Amtsantritt in London Ende Januar hat Chelsea in 13 Pflichtspielen nur zwei Gegentore bekommen. Auch gegen Atlético stand die Verteidigung souverän, ließ kaum etwas zu. Chelsea ist nun bereits seit sechs Partien ohne Gegentreffer.

Jubel über das Erreichen des Champions-League-Viertelfinals: Thomas Tuchel und der FC Chelsea

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Dazu stellte Tuchel selbst noch einen Rekord auf. Der 47-Jährige ist der erste Trainer bei den Blues, der in seinen ersten 13 Spielen an der Seitenlinie ungeschlagen blieb.

Tuchel verteidigt und belebt Werner

Der positive Einfluss von Tuchel auf den FC Chelsea ist besonders an den drei deutschen Nationalspielern erkennbar.
Tuchel verteidigte bereits auf der Pressekonferenz vor dem Spiel den zuletzt in die Kritik geratenden Timo Werner. "Hören Sie auf zu lesen. Lesen Sie lieber ein Buch. Timo Werner hat keinen Grund, unzufrieden zu sein", reagierte der Coach auf die Frage nach der Gemütslage des Ex-Leipzigers.

FC Chelsea gegen Atlético Madrid

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Tuchel betonte, dass Werner weiter hart arbeiten und "die richtigen Entscheidungen" treffen müsse. Gegen Atlético tat er genau das.
Beim 1:0 durch Hakim Ziyech blockte der auch defensiv stark mitarbeitende Werner eine Flanke von Madrid Kieran Trippier per Grätsche und setzte sofort zum Sprint nach vorne an. Über N'Golo Kanté und Kai Havertz wurde Werner auf die Reise geschickt und bediente den mitgelaufenen Ziyech mustergültig (34.).
Auch in der zweiten Halbzeit sorgte Werner mit seiner Schnelligkeit und tiefen Läufen immer wieder für Gefahr. Kurz nach der Pause scheiterte er zunächst an Atlético-Torwart Jan Oblak (48.). Vierzehn Minuten später zielte er knapp neben das Tor.
Mit nun 17 Torbeteiligungen in dieser Saison ist Werner der offensiv gefährlichste Akteur der Blues.

FC Chelsea: Havertz und Rüdiger mit Bewerbungsschreiben

Doch nicht nur Werner zeigte gegen Atlético eine starke Leistung. Auch Kai Havertz und Antonio Rüdiger schickten mit blitzsauberen Auftritten Bewerbungsschreiben Richtung Bundestrainer Jogi Löw mit Blick auf die EM im Sommer.
Havertz lenkte das Offensivspiel, streute immer wieder kluge Pässe in die Räume ein und suchte dabei häufig Werner. Beispiel hierfür war sein perfekt getimter Pass vor dem 1:0 auf seinen Nationalmannschaftskollegen. Auch in den Zweikämpfen warf sich der Ex-Leverkusener voll rein und holte sich bereits nach einer halben Stunde die Gelbe Karte im Duell mit Stefan Savic ab.

Chelseas Kai Havertz (links) überzeugte gegen Atlético Madrid

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Noch einen Tick aggressiver ging Antonio Rüdiger zu Werk. Der Abwehrspieler, der unter Frank Lampard bereits auf dem Abstellgleis war, ist unter Tuchel wieder gefragt. Mit robuster Zweikampfführung machte er den Atlético-Stürmern um Luis Suárez das Spiel schwer und nahm ihnen sichtlich den Spaß am Spiel. Auch in der Spieleröffnung agierte der frühere Stuttgarter souverän.

Chelsea frustriert harmloses Atlético

Der Frust bei den Rojiblancos wuchs minütlich. Nach 59. Minuten und nur 19 Ballkontakten nahm Atlético-Trainer Diego Simeone Topstürmer Suárez vom Platz. Der Uruguayer quittierte das zunächst, indem er Simeone nicht die Hand gab und anschließend mit einem süffisanten Lächeln.
In der Schlussphase flog dann auch noch Abwehrchef Savic mit Rot nach einem Ellenbogencheck gegen Rüdiger vom Platz (81.).

Atléticos Stefan Savic (2.v.r.) sieht die Rote Karte im Spiel beim FC Chelsea

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Die einzigen echten Torchancen hatte João Félix. Ein abgefälschter Schuss des Portugiesen verfehlte das Tor von Éduaord Mendy knapp (80.). Bei der besten Gelegenheit – bezeichnenderweise in der Nachspielzeit – scheiterte Félix am Chelsea-Schlussmann (90.+2). Das war's.
"Ich möchte nicht nach Ausreden suchen. Chelsea war das bessere Team, man muss ihnen gratulieren", sagte Trainer Simeone nach Schlusspfiff anerkennend.
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Damit nahmen die Londoner erfolgreich Revanche für das Halbfinale-Aus gegen Atlético aus der Saison 2013/14 – das bis dato letzte Mal, dass es die Blues über das Champions-League-Achtelfinale hinausschafften.
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