Julian Nagelsmann grinste etwas gequält und konnte sich eine kleine Stichelei gegen Jürgen Klopp nicht verkneifen. "Am Ende hat der Gewinner recht und sicherlich nicht ich", sagte Nagelsmann leicht süffisant nach der 0:2 (0:0)-Niederlage von RB Leipzig im Achtelfinal-Hinspiel der Champions League gegen Klopps FC Liverpool.
Der englische Meister, so empfand es zumindest Klopp, habe den Bundesliga-Zweiten zu den hanebüchenen Abwehr-Patzern vor den beiden Toren gezwungen - und so das Viertelfinale für die Leipziger in weite Ferne gerückt.
Nagelsmann hatte offensichtlich eine andere Sicht der Dinge, sparte sich aber weitere Spitzen. Dem Frust wollte er sich nicht hingeben, denn der 33-Jährige sah durchaus eine Chance für RB im Rückspiel am 10. März. "Natürlich ist die Ausgangsposition nicht leichter, aber es ist auch nicht unmöglich", sagte Nagelsmann.
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Dafür braucht es einen Sieg mit drei Toren Unterschied - oder zumindest ein 2:0, um die Verlängerung zu erreichen. Das würde aber bedeuten, dass die Leipziger ins Tor treffen müssen. Und das war im ersten Duell mit Liverpool neben den Patzern ein Problem.

RB Leipzig: Nagelsmann beklagt individuelle Fehler

Folglich waren die individuellen Fehler nicht Nagelsmanns größte Kritikpunkte, obwohl RB-Kapitän Marcel Sabitzer Mohamed Salah (53.) den Ball bei dessen 0:1 in den Fuß spielte und Verteidiger Nordi Mukiele beim zweiten Tor von Sadio Mané (58.) einen langen Ball komplett falsch einschätzte und ins Leere grätschte. "Ich finde schlimmer, dass wir die Chancen nicht verwerten. Das müssen wir uns ankreiden lassen", sagte er bei "DAZN".
Tatsächlich hätte Leipzig schon früh durch Offensivspieler Dani Olmo (5.) in Führung gehen können, der Spanier köpfte den Ball jedoch an den Pfosten. Auch im zweiten Durchgang hatte Leipzig erstklassige Möglichkeiten.
Trotzdem brachen die individuellen Fehler der sonst so zuverlässigen Sabitzer und Mukiele den Leipzigern letztendlich das Genick. Nagelsmann sah sich an frühere Königsklassen-Spiele wie das letztjährige Halbfinale gegen Paris Saint-Germain (0:3) oder die 0:5-Pleite bei Manchester United in der Vorrunde der aktuellen Saison erinnert.
Dort hatte seine Mannschaft ebenfalls kräftig zu den Niederlagen beigetragen. "Es ist schon so, dass wir in der Champions League zu viele dieser individuellen Fehler machen", sagte Nagelsmann, der für das Rückspiel gegen Liverpool hoffte, dass dort ähnliche Missgeschicke ausbleiben.

RB Leipzig - FC Liverpool

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FC Liverpool: Klopp schreibt Liepzig noch nicht ab

Sollte sich Klopp im zweiten Duell durchsetzen, wäre das für den englischen Meister ein enorm wichtiger Schritt heraus aus der aktuellen Krise. Die Königsklasse ist bei dem meilenweiten Rückstand auf die Tabellenspitze der Premier League seine letzte Titelchance, doch der 53-Jährige warnte auch vor Leipzig: "Wir wissen, dass das Ding noch nicht durch ist. Wir sind ja nicht doof."
Aber Klopp freute sich auch, dass seine Mannschaft nach den jüngsten drei Liga-Pleiten in Serie wieder gewinnen konnte: "Ich glaube viele Leute haben gedacht: 'Das wird wirklich schwer für Liverpool' - und das war es, aber wir haben es geschafft." Ob sein Team das Rückspiel an der legendären Anfield Road bestreiten darf, ist wegen der in Großbritannien umhergehenden Corona-Mutation weiter fraglich.
Das Hinspiel war bereits von Leipzig nach Budapest verlegt worden, da die Reds nicht nach Deutschland einreisen durften.
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(SID)

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