In der Anfangsphase bekam Manchester United Leipzigs Angeliño überhaupt nicht in den Griff. Schon in der 2. Spielminute wurde der Spanier auf der linken Seite mit einem Diagonalball von Marcel Sabitzer bedient, war komplett frei und schoss den Ball per Direktabnahme wuchtig ins rechte untere Eck.

Doch damit gaben sich die Sachsen nicht zufrieden. In der 7. Minute bediente Dani Olmo Angeliño ebenfalls mit einem Diagonalball, den anschließenden Schuss konnte David de Gea halten. Kurz danach hatte United die einzige Torchance der ersten Halbzeit. Greenwood dribbelte nach einem Leipziger Ballverlust im Spielaufbau Richtung Tor, legte den Ball an Willi Orban vorbei – seinen Schuss hielt Péter Gulácsi aber ohne Probleme.

Champions League
Abbruch nach Rassismus-Eklat: PSG und Basaksehir verlassen das Feld
08/12/2020 AM 20:38

Ansonsten spielte nur Leipzig. In der 13. Minute bauten die Gastgeber die Führung aus. Angeliño durfte von der linken Seite ungehindert flanken, am langen Pfosten rauschte Amadou Haidara heran und traf zum 2:0.

Die Gastgeber spielten auch danach weiter munter nach vorne, Manchester kam überhaupt nicht ins Spiel. In der 17. Minute bediente Angeliño Emil Forsberg, der zentral im Strafraum komplett frei war. Der Schwede nahm den Ball an, schoss aber knapp am Tor.

In der 29. Minute schoss Orban einen Pfostenabpraller ins leere Tor – der VAR erkannte aber die Abseitsposition des Innenverteidigers. Danach war weniger Tempo im Spiel. Manchester übernahm mehr die Spielkontrolle, aber die Leipziger verdichteten das Zentrum gut und ließen keine Chance zu.

In der zweiten Halbzeit war Manchester United die spielbestimmende Mannschaft, die Gäste hatten sehr viele Standards in Form von Eckbällen und Freistößen aus dem Halbfeld. Die ganz großen Chancen konnten sich die Briten aber lange nicht herausspielen. Bruno Fernandes schoss einen gut getretenen Freistoß an die Latte (68.), auf der Gegenseite erwischte RB die Red Devils dann eiskalt. Eine von Christopher Nkunku ungewollt abgefälschte Flanke Angelinos drückte Justin Kluivert über die Linie (69.).

Nach dem 3:0 schien das Spiel entschieden, doch zehn Minuten später bekam ManUnited nach einem Schultereinsatz von Konaté gegen Greenwood einen Elfmeter zugesprochen. Eine harte Entscheidung. Fernandes schnappte sich die Kugel und verwandelte den Strafstoß ganz sicher (80.). Nur zwei Minuten später köpfte Paul Pogba nach einer Ecke den Anschlusstreffer (82.). Plötzlich war das Spiel wieder richtig spannend. In der Nachspielzeit hätte Nordi Mukiele eine Flanke von Pogba beinahe ins eigene Tor abgefälscht, Gulácsi hielt den Sieg und das Weiterkommen aber fest.

Die Stimmen:

Julian Nagelsmann (Trainer RB Leipzig): "Die Schlussphase war sehr intensiv, wir haben über weite Strecken ein gutes Spiel gemacht. Ab der 25. Minute waren wir mit Ball aber zu wenig aktiv. Wir dürfen den Elfmeter nicht kriegen, das können wir besser verteidigen. Die Jungs haben gefightet, sie sind Maschinen, wie ich es vor dem Spiel gesagt habe. Wir haben gewusst, dass Manchester Probleme mit Spielverlagerungen in die ballfernen Räume hat. Flache Flanken hinter die Kette mögen sie nicht so gerne, das haben wir bei den Toren gut gemacht."

Angeliño (RB Leipzig): "Es fühlt sich so gut an, vor allem gegen so einen Gegner. Wir haben uns das Leben am Ende wieder schwergemacht, aber wir sind stark geblieben. Gulácsi hat am Ende noch eine gute Parade gezeigt. Der Führungstreffer war einstudiert, bei meinem Schuss habe ich den Ball sehr gut getroffen."

Der Tweet zum Spiel:


Das fiel auf: Angeliño symbolisiert das Leipziger Spiel perfekt

Was für eine dynamische Anfangsphase des spanischen Linksverteidigers. In den ersten Minuten ließ Manchester United Angeliño viel Platz, der zuständige Rechtsverteidiger Aaron Wan-Bissaka war immer viel zu weit entfernt. Angeliño erzielte den Führungstreffer und hatte eine gute Chance auf seinen zweiten Treffer kurz danach. In der 13. Minute bereitete der Spanier das zweite Tor von RB durch Haidara vor und hätte in der 17. Minute auch den dritten Treffer durch eine Flanke vorbereitet, wenn Forsberg seine Riesenchance genutzt hätte. Damit spiegelte er perfekt die stürmische Anfangsphase der Leipziger wider. Im weiteren Spielverlauf tauchte Angeliño immer mehr ab, genau wie seine Mannschaft, die Manchester vermehrt den Ball überließ und sich auf die Defensivarbeit konzentrierte. Als er offensiv gefordert wurde, war Angeliño jedoch wieder da und bereitete das 3:0 durch Justin Kluivert vor. Allerdings hatte der Spanier in der Szene Glück, dass Nkunku seine Flanke ungewollt abfälschte und der Ball so bei Kluivert landete.

Die Statistik: 9

Es war eine intensive Partie, weil es für beide Mannschaften um sehr viel ging, aber auf keinen Fall ein unfaires Spiel. Trotzdem schaffte es der Schiedsrichter Antonio Mateu Lahoz, neun Gelbe Karten zu verteilen. Auf Seiten der Gäste verwarnte er fünf Spieler, viermal sah ein Leipziger die Gelbe Karte. ManUniteds Mittelfeldspieler Bruno Fernandes sah in den ersten Minuten der Partie wegen Meckerns eine Verwarnung, damit legte sich der Unparteiische auf eine Linie fest, die er durchhalten musste, die das Spiel aber nicht wirklich positiv beeinflusste. Die ganz große Überraschung war diese Art von Spielmanagement nicht, Lahoz gilt als Schiedsrichter, der gestenreich Spieler zur Raison bringen will. Über die Elfmeterentscheidung vor dem Strafstoß, den Fernandes verwandelte, lässt sich streiten.

Das könnte Dich auch interessieren: Top oder Flop? Bayerns Neuzugänge im Check

ManCity-Trainer Guardiola: "Ich schone keine Spieler!"

Champions League
"Ein dreckiger Sieg!" BVB als Gruppenerster ins Achtelfinale
08/12/2020 AM 19:46
Champions League
BVB-Juwel Moukoko bricht Champions-League-Rekord
08/12/2020 AM 19:18