Nach dem 1:0-Sieg von Real Madrid im Hinspiel, als die Königlichen mehr als eine Stunde in Überzahl spielten, war Atalanta Bergamo im Rückspiel zum Toreschießen gezwungen. Dementsprechend starteten die Norditaliener auch mit richtig viel Tempo in die Partie. Von Beginn an setzte Bergamo Real im Aufbauspiel unter Druck und versuchte so, frühe Ballgewinne zu erzwingen.
Schon nach kurzer Zeit erspielten sich die Gäste ihrer ersten Chance. Luis Muriel kam über den Flügel und flankte in die Mitte. Dort kam der eingelaufene Robin Gosens an den Ball, brachte aus sieben Metern aber nicht genügend Druck hinter die Kugel (3.).
Real tat sich schwer im Aufbauspiel und schaffte es zunächst kaum, über längere Zeit das Spielgeschehen an sich zu reißen. Immerhin stand die Abwehr der Gastgeber meistens sicher, sodass sich insgesamt nur wenige Torraumszenen ergaben.
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Die erste gute Chance hatten die Königlichen nach einer knappen halben Stunde. Bei einem Konter im eigenen Stadion spielte Vinicius Junior einen feinen Doppelpass mit Karim Benzema. Dann zögerte der Brasilianer beim Abschluss etwas zu lange und wurde geblockt (27.).
Angesichts der Chancenarmut war es fast schon bezeichnend, dass ein grober Fehler zum ersten Treffer der Partie führte. Atalanta-Keeper Marco Sportiello traf den Ball nach einem Rückpass unsauber und spielte genau in den Fuß von Luka Modric. Der Kroate zog in den Strafraum und legte in die Mitte, wo der freistehende Karim Benzema nur noch zum 1:0 einschieben musste (37.).
Die Gäste aus Bergamo taten sich nach dem Treffer schwer und schafften es gegen eine gut geordnete Real-Abwehr vor der Pause nicht mehr, in die Gefahrenzone zu kommen.
Wie schon zu Spielbeginn versuchte es Atalanta zu Beginn der zweiten Hälfte mit intensivem Gegenpressing. Doch die Madrilenen hielten defensiv stand und kombinierten sich immer wieder durch gutes Passspiel nach vorne. Die Riesenchance auf den zweiten Treffer (und einen Platz in den Jahresrückblicken) ließ Vinicius liegen. Der 20-Jährige eroberte am eigenen Strafraum den Ball und zog einen unwiderstehlichen Sprint an. Im Doppelpass mit Ferland Mendy ging Vinicius steil, dribbelte noch zwei Verteidiger aus, schob den Ball dann aber vor dem Torwart am langen Pfosten vorbei (52.).
Etwas später war es dann aber soweit und wieder war es der extrem auffällige Vinicius, der seine Gegner mit seinem Tempo überforderte. Rafael Toloi kam zu spät und traf nur den Fuß des Brasilianers – Elfmeter. Sergio Ramos trat an und verwandelte sicher zum 2:0 ins linke Eck (60.).
Danach war das Weiterkommen praktisch entschieden, dennoch versuchte es Atalanta weiter und kam durch den eingewechselten Duvan Zapata noch zu guten Chancen. Zweimal brach der Kolumbianer durch und scheiterte freistehend am gut reagierenden Thibaut Courtois (67., 76.).
Auf der Gegenseite scheiterte Benzema gleich zweifach in einer Situation per Kopf. Erst parierte Sportiello einen Kopfball des Franzosen aus kurzer Distanz, dann setzte Benzema den Abpraller aus spitzem Winkel an den Pfosten (68.).
In der Schlussphase gelang Bergamo tatsächlich noch der Anschlusstreffer. Muriel zirkelte einen Freistoß aus 20 Metern genau ins Mauereck zum 1:2 und ließ Courtois keine Chance (83.). Doch die Hoffnungen auf das Comeback wehrte nur kurz. Fast mit dem nächsten Angriff schlug Real wieder zurück. Lucas Vazquez bekam zu viel Platz und bediente den eingewechselten Marco Asensio, der zum 3:1 ins kurze Eck traf (84.) und den Deckel draufmachte.
Die Königlichen spielten die Partie cool zu Ende und durften sich nach zweijähriger Abstinenz wieder über den Einzug ins Viertelfinale der Königsklasse freuen. Als Real 2018 letztmals unter den letzten acht Teams stand, folgte der Titel.

Die Stimmen zum Spiel:

Sergio Ramos (Real Madrid): "Am Ende passt man seine Spielweise an den Gegner an. Wir wussten nicht, wie sie pressen würden, aber wir haben schnell die Kontrolle aufgrund unserer Dreierkette erlangt. Wir wussten, dass sie mit ihrem Tempo gefährlich sein können, aber es ist gutgegangen und sie haben uns nicht wirklich bedroht."
Zinédine Zidane (Trainer Real Madrid): "Ich habe den Jungs gratuliert, weil sie ein großartiges Spiel vom Anfang bis zum Ende gegen eine physisch fordernde Mannschaft gemacht haben. Wir mussten gut verteidigen und wir waren in der Lage, unser eigenes Spiel mit dem Ball zu spielen."
Gian Pero Gasperini (Trainer Atalanta Bergamo): "Ich bereue meine anfänglichen Entscheidungen nicht. Wir können es uns nicht erlauben, Fehler zu machen und Torgeschenke zu verteilen. Wir wollten es besser machen. Das ist sehr schade."
Luis Muriel (Atalanta Bergamo): "Wir haben gut angefangen, hoch gepresst. Aber dann haben unsere es unsere Fehler uns schwer gemacht."

Das fiel auf: Defensive ist Trumpf

Dass der zweitbeste Sturm der Serie A (63 Tore) in zwei Spielen nur ein einziges Tor erzielen konnte, spricht für das neue Prunkstück von Real Madrid. Zwar waren die Italiener im Hinspiel über weite Strecken in Unterzahl, so schafften sie es aber auch in Madrid nur selten gefährlich vor das gegnerische Tor. Diese neue Stärke ist für die Mannschaft von Zinédine Zidane insofern wichtig, da die Tormaschinerie nicht mehr so zuverlässig läuft wie noch in der ersten Amtszeit des Franzosen. Für sich spricht aber, dass Real in den vergangenen neun Partien nur fünf Gegentore kassiert hat. Zum Ende hin durften sich die Königlichen dann noch bei ihrem Keeper bedanken, der zweimal stark gegen Zapata parierte. Beim Freistoß von Muriel war dann auch der Belgier machtlos, wobei der Treffer zu einer Zeit fiel, als das Weiterkommen der Königlichen bereits praktisch feststand.

Der Tweet zum Spiel:

Der mit Abstand auffälligste Spieler auf dem Platz war Vinicius Junior. Zum einen, weil er Atalantas Abwehr immer wieder schwindlig spielte, zum anderen, weil er es nicht schaffte, den Ball dabei im Tor unterzubringen. Immerhin durfte er sich durch den herausgeholten Elfmeter über eine indirekte Torbeteiligung freuen.

Die Statistik: 70

Wieder einmal war Karim Benzema für Real Madrid zur Stelle, wenn man ihn gebraucht hat. Der Franzose erzielte seinen bereits 70 Champions-League-Treffer und rückte damit auf Platz fünf der ewigen Torschützenliste vor. Vor ihm liegen nur Raúl (71), Lewandowski (72), Messi (120) und Ronaldo (134).
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