Die UEFA feilscht mit den Topklubs zwar "nur" noch um die Verteilung der Milliarden - doch die Reform der Champions League über die Köpfe der Fans hinweg stößt auf immer größere Ablehnung. Kurz vor der Entscheidung über die Neuerungen ab der Saison 2024/25 mehren sich die Stimmen, die mit Blick auf die Pläne der Europäischen Fußball-Union (UEFA) und der Klubvereinigung ECA vor einem Eigentor mit weitreichenden Folgen für die Popularität der Königsklasse warnen.
"Wenn ein oder zwei Mannschaften reinrutschen, weil sie acht Jahre vorher die Champions League gewonnen haben - das können doch nicht mal die eigenen Fans solcher Vereine gutheißen", sagte Rudi Völler im "ZDF": "Wenn das Leistungsprinzip ausgesetzt wird, dann ist dies das Schlimmste, was dem Fußball passieren kann."
Der Sport-Geschäftsführer von Bundesligist Bayer Leverkusen bezieht sich mit seiner Kritik auf das angedachte Konzept, wonach 19 von 36 Startplätzen von den großen fünf Nationen belegt werden. Dazu soll es noch Startplätze über die Zehn-Jahres-Rangliste der Klubs geben.
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So würden Vereine, die sich über die Liga nicht qualifiziert haben, von Erfolgen vergangener Tage profitieren. Die Entscheidung über die Reform soll bei der Sitzung des UEFA-Exekutivkomitees am 19. April fallen.

Rudi Völler mit Appell an Rainer Koch

"Was ich total schlecht finde, ist, wenn die Champions League von 32 auf 36 Teams aufgestockt wird und die vier Klubs kommen über einen Koeffizienten rein, der mit dem Abschneiden in der aktuellen Saison nichts zu tun hat", wetterte Völler: "Das ist eine unglaubliche Ungerechtigkeit, und das hat dann auch nichts mehr mit Fair Play zu tun."
Deshalb richtete Völler einen Appell an Rainer Koch. Der Vize-Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) solle in seiner Funktion als Mitglied des Exekutivkomitees "ein Zeichen" setzen.
Derzeit sieht es allerdings vielmehr danach aus, dass die Königsklasse aufgestockt und mit dem "Schweizer Modell" in eine neue Form gegossen wird. Demnach würde jeder Klub zehn Gruppenspiele gegen zehn zugeloste Gegner bestreiten. Daraus soll eine Gesamttabelle der 36 Teams ermittelt werden, anhand derer die bestplatzierten Mannschaften direkt in die K.o.-Runde einziehen. Weitere Teilnehmer der K.o.-Runde würden durch Play-offs ermittelt.

Reformabsichten stehen in der Kritik

Andreas Rettig hält davon gar nichts. "Ich kritisiere das Ergebnis bei der Champions League, weil es der falsche Weg ist – diesen Wettbewerb durch die Reform immer weiter aufzublähen zu Lasten der nationalen Wettbewerbe", sagte der frühere Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga (DFL) bei "Sport1".
Auch mehrere Fan-Initiativen haben die Reformabsichten scharf kritisiert. Nach Angaben von ProFans-Sprecher Sig Zelt lehnen "selbst die aktiven Fans von Vereinen wie Bayern München und Borussia Dortmund die Pläne ab".
Angeschoben wurde die Reform vor allem durch einige Topklubs, die mit der Gründung einer Superliga drohten. Dabei geht es natürlich ums Geld. Zwischen 2018 und 2021 nahm die UEFA mit ihren Klubwettbewerben 3,25 Milliarden Euro ein, die Teilnehmer der Königsklasse erhielten davon rund zwei Milliarden. Für eine Superliga soll die amerikanische Bank JP Morgan dagegen fast fünf Milliarden geboten haben.
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(SID)

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