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Voss-Tecklenburg vor Wembley-Kracher: "Zeigen, dass wir noch zur absoluten Weltspitze gehören"

Voss-Tecklenburg vor Wembley-Kracher: "Zeigen, dass wir noch zur absoluten Weltspitze gehören"

08/11/2019 um 08:58Aktualisiert 09/11/2019 um 20:45

Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg fiebert wie ihre Spielerinnen dem Auftritt der deutschen Frauen-Nationalmannschaft im Wembley-Stadion gegen England entgegen. Im exklusiven Eurosport-Interview spricht die 51-Jährige über die Bedeutung des Spiels für die DFB-Elf und auf welche Spielerinnen es im Duell mit dem WM-Vierten besonders ankommen wird.

Das Interview führte Marian Kern

Frau Voss-Tecklenburg, am kommenden Samstag steht das letzte Länderspiel des Jahres vor 90.000 Zuschauern in Wembley gegen England an. Kribbelt es schon?

Martina Voss-Tecklenburg: Es wird ein besonderes Spiel, ganz klar (Samstag, 18:30 Uhr live auf Eurosport 1). Wembley, die Kulisse, ein Europarekord. Es kommen viele Komponenten zusammen. Es gibt nicht viele Spieler oder Trainer, die schon einmal vor 90.000 Zuschauern in Wembley aufgelaufen sind. Das merkt man auch in der Kommunikation mit den Spielerinnen. Sie freuen sich, bei so einem Ereignis dabei sein zu dürfen. Zudem ist die Vorfreude im Land des kommenden EM-Gastgebers spürbar und das ist ein sehr positives Gefühl.

Wie gehen Sie die kommende Woche an?

Voss-Tecklenburg: Trotz des besonderen Rahmens haben wir gewisse Abläufe und Rituale, die wir beibehalten wollen. Dabei ist eine gute Balance wichtig, welche die Vorfreude sowie ein konzentriertes Arbeiten auf dem Platz kombiniert. Ich gehe davon aus, dass es eine sehr intensive und kurzweilige Woche wird.

Wie sieht Ihre Zielsetzung für die Partie aus?

Voss-Tecklenburg: Ich möchte von den Spielerinnen sehen, dass sie sich in solch einer Atmosphäre selbstbewusst präsentieren und mutig auftreten. Eine gute Körpersprache ist mir dabei sehr wichtig und dass wir in allen Phasen agieren und das Spiel gestalten wollen. Ich bin überzeugt, dass diese Mannschaft das kann, trotz der Ausfälle. Dabei wird es spannend zu beobachten sein, wie besonders die jungen Spielerinnen mit dieser Situation umgehen.

Sie sprechen es gerade an, dass Sie auf einige Leistungsträgerinnen verzichten müssen.

Voss-Tecklenburg: Natürlich fehlen Almuth Schult, Giulia Gwinn oder Svenja Huth. Auf der anderen Seite kann es auch eine Chance für die Jungen sein. Vielleicht nehmen sie es sogar cooler als die Erfahrenen. Aber im Endeffekt ist es völlig egal, welche Spielerinnen auf dem Platz stehen.

Martina Voss-Tecklenburg (r.) mit Nationalspielerin Giulia Gwinn (l.)

Martina Voss-Tecklenburg (r.) mit Nationalspielerin Giulia Gwinn (l.)Getty Images

Sehen Sie andere Spielerinnen jetzt verstärkt in der Pflicht?

Voss-Tecklenburg: Wichtig ist, dass wir Spielerinnen sehen, die Lust haben sich in solch einer Atmosphäre zu präsentieren und Verantwortung übernehmen. Das können beispielsweise Sara Däbritz oder Dzsenifer Marozsán sein. Aber auch junge Spielerinnen wie Torhüterin Merle Frohms wachsen mehr und mehr in diese Rollen hinein. Für mich ist es keine Frage der Erfahrung, sondern wer seine Charaktereigenschaften auf und neben dem Platz am besten einbringt.

Ist das Ergebnis in so einem speziellen Freundschaftsspiel für Sie dementsprechend zweitrangig?

Voss-Tecklenburg: Von dem Begriff Freundschaftsspiel halte ich nicht viel. Für uns ist es ein Testspiel. Wir wollen jedes Spiel nutzen, um uns weiterzuentwickeln. Auf dem Platz wird es mit der Freundschaft schnell vorbei sein. Darüber hinaus treffen wir auf den WM-Vierten, der sich über die letzten Jahre enorm entwickelt hat und uns alles abverlangen wird. Dennoch wollen wir zeigen, dass wir immer noch zur absoluten Weltspitze gehören. Auf dem Weg zur Europameisterschaft 2021 in England wird die Partie für uns eine ganz wichtige Erfahrung sein.


Den zweiten Teil des großen Interviews mit Bundestrainerin Martina Voss-Tecklenburg lesen Sie hier.

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