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DFB-Pokal: Scheuklappen hoch bei Niko Kovac for Halbfinale auf Schalke

Eintracht vor Pokal-Halbfinale: Scheuklappen hoch!
Von SID

18/04/2018 um 18:21

Niko Kovac könnte sich mit einem Titel von Eintracht Frankfurt verabschieden - oder im schlimmsten Fall noch vor dem Wechsel zu Bayern München entlassen werden. Das DFB-Pokal-Halbfinale beim FC Schalke 04 ist wegweisend. Sowohl für den Trainer als auch für die Mannschaft, die nach dem verlorenen Pokal-Endspiel in der letzten Saison endlich den ersten Titel seit 30 Jahren nach Frankfurt holen will.

Niko Kovac lächelte bei der unvermeidlichen Frage milde. Gerade hatte der Trainer von Eintracht Frankfurt eine Viertelstunde lang fast beschwörend über das Pokal-Halbfinale bei Schalke 04 gesprochen, darüber, dass es "nur um den Geist" gehen werde - da kam es doch noch, das leidige Bayern-Thema. "Das trifft mich schon, was geschrieben wird", sagte Kovac freundlich und aufgeräumt, "ich bin auch nur ein Mensch."

Es war das Spiegelbild der Lage bei der Eintracht, verdichtet auf wenige Minuten. Dass der Trainer zum 1. Juli den Rekordmeister aus München übernehmen wird, der Ablauf der Verhandlungen, die Umstände der Bekanntgabe, gegenseitige Vorwürfe, das überstrahlt derzeit alles. Selbst die historische Chance, am Mittwoch (20.45 Uhr im Liveticker auf Eurosport.de) erstmals seit 1974/75 zweimal nacheinander das Pokal-Endspiel zu erreichen.

Kovac gab sich jedoch weit lockerer als noch vor wenigen Tagen, er war souverän und lachte viel. Dennoch schottet er sich vor dem wichtigen Spiel ab, so gut es geht. Er sagte:

" Ich lese eigentlich sehr wenig."

Scheuklappen hoch. Und sah sich doch genötigt, sich gegen die Kritik an seinem Wechsel zu verteidigen.

Kovac verteidigt Wechsel zum FC Bayern

Dennoch: Dem Spiel auf Schalke gilt die volle Konzentration. Kovac betone:

"Mich interessiert es nicht, wie wir weiterkommen. Sei es mit Betonfußball. Hauptsache, wir kommen ins Finale. Nur das zählt."
Niko Kovac

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Bei den Schalkern, einer Mannschaft "auf der Euphoriewelle", sei sein Team "Außenseiter, ganz klar". Die Situation sei ähnlich wie im vergangenen Jahr: "Keiner hatte uns zugetraut, ins Finale zu kommen. Die Hoffnung lebt."

Frankfurt will ersten Titel seit 30 Jahren

Es ist die Hoffnung auf Berlin, einen weiteren Schritt zum ersten Titel seit dem Pokalsieg vor 30 Jahren - und auch auf einen versöhnlichen Abschied. Der Wind hat sich innerhalb von Tagen gedreht in Hessen, er weht Kovac nun scharf ins Gesicht. Recht offen wird diskutiert, ob der Kroate womöglich noch vor dem Saisonende entlassen wird, sollte es auf Schalke schiefgehen. Sportdirektor Fredi Bobic nennt in diese Richtung zielende Fragen "respektlos".

Auch Kevin Prince Boateng verschwendet daran keinen Gedanken. Bei "Sky" sagte er:

"Ich bin so nah dran, ins Finale zu kommen - das will ich mir nicht nehmen lassen. Am liebsten will ich im Finale gegen Bayern spielen, gegen meinen Bruder Jerome."

Und gegen den künftigen Klub seines Trainers, was ein besonderer Treppenwitz wäre.

Abraham richtet Blick auf Berlin

Im vergangenen Jahr hatte die Eintracht die riesige Chance auf ihren ersten Titel seit 1988 ausgelassen. Gegen ein Borussia Dortmund, das durch den Streit zwischen Trainer Thomas Tuchel und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke bereits im Zerfall begriffen war, verloren die Frankfurter das Pokalfinale 1:2.

Diesmal muss das Endspiel erst noch erreicht werden. Kapitän David Abraham mahnte Konzentration an und nennt die Personalie Kovac "eine Entscheidung außerhalb unseres Machtbereichs". Er finde eine Kabine vor, die "sehr ruhig und professionell" sei, ganz unaufgeregt. Lieber richtet er den Blick auf Berlin: "Zweimal in Folge im Finale – ich weiß nicht, ob es das schon mal gab."

Auflösung: Ja, gab es. 1974 und 1975 wurde die Eintracht unter Dietrich Weise sogar zweimal in Folge Pokalsieger.

Video - Kovac verteidigt Team nach Niederlage: "Wir spielen am Anschlag"

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