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DFB-Pokalfinale in Berlin: FC Bayern München gegen Eintracht Frankfurt

Sensationen und eine Geheimwaffe: Das macht Frankfurt Mut
Von Bwin.News

19/05/2018 um 10:25

Letzter Halt Berlin! An dieser Stelle berauscht sich Fußball-Deutschland regelmäßig am Aufeinandertreffen zweier Giganten. 3 Mal traf in den letzten 6 Jahren der FC Bayern auf Borussia Dortmund – der deutsche „Klassiker“ stieg allerdings schon im Achtelfinale. In diesem Jahr kommt im DFB-Pokalfinale zu einer Neuauflage des Endspiels von 2006. An der Ausgangslage hat sich nichts geändert.

Eintracht Frankfurt prägt gegen den FC Bayern am 19. Mai die Underdog-Mentalität wie kein anderer Klub in den letzten Jahren.

Fällt das Stichwort Underdog, dauert es nie lange bis jemand mit dem TSV Vestenbergsgreuth um die Ecke kommt. Der Bayern-Bezwinger von 1994 gilt nach all den Jahren noch immer als Synonym Nummer 1.

Nun steht aber das Finale vor der Tür: Berlin! Das ganz große Kino! Da gibt es – so sollte man meinen – doch keine vermeintlich "Kleinen" mehr, oder? Stimmt nicht ganz. In unserer Infografik haben wir uns die 32 Endspiele seit 1985 vorgenommen und dabei 19 mehr oder weniger große Außenseiter gefunden.

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5 Favoritenstürze und ihre Geschichten

Gleich im ersten Jahr nachdem das Finale fest nach Berlin wechselte, schlug die große Stunde eines Underdogs. Trotz eines Rückstands brachte Bayer 05 Uerdingen (inzwischen KFC Uerdingen) den deutschen Meister aus München zu Fall. An der Seitenlinie stand kein geringer als Trainerlegende Karl-Heinz "Kalli" Feldkamp, der 3 Jahre später auch Frankfurt zum bisher letzten Pokal-Triumph führte.

Im Jahr 1992 schrieb Hannover 96 in mehrfacher Hinsicht Geschichte. Im Elfmeterschießen gegen Mönchengladbach errangen die Niedersachsen erstmals den Titel - als einziger Zweitligist neben den Offenbacher Kickers (1970). Was in allen aufgezählten Endspielen auffällt:

Gewinnt der Underdog in der regulären Spielzeit oder der Verlängerung, dann stets mit einem Tor Unterschied.

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Was im Finale für Frankfurt spricht

Mentalität und Geduld sind also unabdingbar. Die Frankfurter verfügen über die Eigenschaften, um den FCB in einen Abnutzungskampf zu ziehen. Das gelang schon im Halbfinale gegen Schalke 04 (1:0) hervorragend. Gibt es am 19. Mai eine Verlängerung? Ein möglicher Elfmeterkrimi spielt in den taktischen Überlegungen von Eintracht-Coach Niko Kovac mit Sicherheit keine kleine Rolle.

Dank ihrer Nervenstärke vom Elfmeterpunkt schaltete seine Mannschaft in der vorherigen Pokal-Saison den 1. FC Magdeburg, den FC Ingolstadt und Mönchengladbach aus. In diesem Jahr behielt die SGE im Nervenspiel beim 1. FC Heidenheim (2:1 n.V.) die Nase vorne. Auf ähnliche Weise bahnte sich auch der VfB Stuttgart 1997 den Weg ins Endspiel und feierte gegen Energie Cottbus (2:0) seinen letzten Pokalsieg.

Großer Trumpf der Hessen ist Torwart Lukas Hradecky. In seinem letzten Spiel für die Eintracht will er wieder - wie so oft in den letzten Jahren - zum Matchwinner avancieren und die Schüsse der Münchner vereiteln. Zur Not im Elfmeterschießen.

Frankfurts Elfer-Killer ist einer von 7 Spielern im Kader der Hessen, die Titelerfahrung aus dem Ausland mitbringen. Auch auf der Trainerbank wissen sie noch wie es als Spieler geht. Die Kovacs holten als gebürtige Berliner mit dem FC Bayern (3:1 gegen den 1. FC Kaiserslautern) den Pott. Niko 2003 gegen den 1. FC Kaiserslautern (3:1). Bruder und Co-Trainer Robert 2 Jahre später (2:1 gegen Schalke). Dieses Mal wollen die Kovac-Brüder mit dem Underdog jubeln und sich mit dem Pott gen München verabschieden.

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Unschlagbare Bayern?

Die Endspiel-Bilanz des Rekordpokalsiegers macht indes wenig Hoffnung. 18 von 21 Finals haben die Bayern gewonnen. Auch ihren langen Atem in der Verlängerung (14:2-Bilanz) und die Nervenstärke im Elfmeterschießen (11:4 Bilanz) haben die Roten im Pokal zur Genüge unter Beweis gestellt.

Mit Thomas Müller, Arjen Robben und Franck Ribery stehen darüber hinaus 3 Profis im Kader, die schon in einem Pokalendspiel eingenetzt haben. Der Franzose steht vor seinem 6. Triumph mit dem FCB.

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