94 Sekunden war das DFB-Pokal-Spiel erst alt, da lag der VfB Stuttgart schon in Führung. Silas Wamangituka erobert in der eigenen Hälfte den Ball von Gladbachs Lars Stindl und stürmte Richtung Borussia-Tor. Im Strafraum spielte er zwei Verteidiger aus und schob den Ball ins rechte untere Eck zum 1:0 für die Schwaben (2.).
In den Minuten danach musste sich Gladbach erstmal sortieren. Stuttgart war giftig in den Zweikämpfen und unterband den Spielaufbau der Gäste immer wieder durch kleinere Fouls.
Doch nach rund einer Viertelstunde hatte Gladbach die Spielkontrolle komplett übernommen und startete einige Angriffe. In der 19. Minute dribbelte sich Marcus Thuram über rechts zur Grundlinie und legte zurück ins Zentrum. Dort trudelte der Ball in die Richtung des verwaisten VfB-Tores, doch die Hausherren bekamen den Ball gerade noch so geklärt.
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Im Anschluss konnten die Gladbacher das Tempo jedoch nicht mehr halten, sodass alles auf eine Pausenführung für Stuttgart hindeutete.
In der Nachspielzeit der ersten Hälfte setzte Stindl Offenisvpartner Thuram dann noch einmal in halbrechter Position des VfB-Strafraums ins Szene. Der Franzose zog nach innen und schoss den Ball an den linken Innenpfosten, von wo der Ball zum Ausgleich ins Tor klatschte (45.+1).
Auch nach Wiederanpfiff sollte es direkt Schlag auf Schlag gehen. Dieses Mal war es jedoch die Borussia, die einen Start nach Maß hinlegte. Der VfB verlor den Ball im Mittelfeld, woraufhin Alassane Pléa über die rechte Seite geschickt wurde und plötzlich frei vor VfB-Keeper Fabian Bredlow auftauchte.
Der Schlussmann, der beim Rauslaufen ausrutschte und sich wieder aufrappeln musste, sprang vor Pléa in die Luft, weil er mit einem Lupfer rechnete. Doch der Gladbach-Stürmer lief einfach weiter und schob ins leere Tor ein (50.).
Im Anschluss musste Stuttgart mehr investieren und tat das auch. Dreimal flankte Borna Sosa von der linken Seite auf Sasa Kalajdzic im Strafraum, zweimal entstand daraus eine sehr gefährliche Situation, der Ausgleich fiel aber nicht.
In der Folge hatte Gladbach das Spiel gut im Griff. Das lag daran, dass die Fohlen sehr diszipliniert verteidigten. Die Mannschaft von Trainer Marco Rose zog sich komplett in die eigene Hälfte zurück.
Je länger die zweite Halbzeit dauerte, desto weniger Zug zum Tor hatten die Stuttgarter. Erst in den letzten Minuten der Partie wackelte Gladbach etwas, eine Situation im Strafraum der Borussia wurde aufgrund eines möglichen Handspiels überprüft, doch letztendlich brachte Gladbach den 2:1-Auswärtssieg ins Ziel und zieht damit in das Viertelfinale ein.

Die Stimmen:

Lars Stindl (Borussia Mönchengladbach): "Das war uns vorher klar, dass das ein harter Schritt werden wird. Wir haben etwas unglücklich das frühe Gegentor bekommen, machen dann kurz vor der Pause den Ausgleich, kommen aus der Kabine und machen gleich das zweite Tor und haben danach gut verteidigt. Das war ein richtiger Pokalfight. Es ist ein sehr gutes Gefühl, hier weitergekommen zu sein."
Fabian Bredlow (VfB Stuttgart): "Wir haben uns in der zweiten Halbzeit viele Chancen erarbeitet, da hat uns das Glück gefehlt, dass der Ball nicht ins Tor geht. Beim 2:1 habe ich gesehen, dass ich nicht rankomme, laufe zurück und rutsche aus. Dann ist das Kind schon im Brunnen. Dann kann sich der Stürmer aussuchen, was er macht."
Pellegrino Matarazzo (Trainer VfB Stuttgart): "Wir sind gut in die Partie reingekommen. Danach waren wir aber etwas zu passiv. Das zweite Tor kurz nach dem Seitenwechsel tut weh, da wir es selbst verschuldet haben. Wir haben aber nach dem Rückstand unsere Chancen gehabt, die wir nicht nutzen und auch deshalb die Partie verlieren."
Marco Rose (Trainer Borussia Mönchengladbach): "Es war ein hartes Spiel, aber das haben wir vorher gewusst. Es war schwer zu bestehen, vor allem wenn man so früh in Rückstand gerät. Wir sind nach einer Ecke, die wir nicht gut geschlagen haben, in einen Konter gelaufen. Am Anfang eines Spiels sollte man direkt da sein. Das haben wir nicht so gut hinbekommen, aber wir haben es noch korrigiert. "Die Bayern sind raus, Leverkusen ist raus. Natürlich sind noch Topmannschaften dabei, aber jede Runde mehr bringt dich näher ans große Ziel heran. Diese Chance wollen wir am Leben halten."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Gladbachs individuelle Klasse setzt sich durch

Es war das Spiel zweier Traditionsvereine, aber eben auch die Partie Champions-League-Teilnehmer gegen Aufsteiger. Jedoch waren die Stuttgarter lange Zeit auf Augenhöhe mit Borussia Mönchengladbach und gerade in der ersten Halbzeit sehr giftig in den Zweikämpfen und hatten in der zweiten Halbzeit deutlich mehr Ballbesitz. Aber Gladbach zeigte, wie eine Spitzenmannschaft solche Spiele gewinnt.
Trotz des Rückstands blieben die Gäste ruhig - und kamen noch in der ersten Halbzeit zurück. Durch eine bärenstarke Einzelaktion mit einem Kunstschuss von Marcus Thuram gelang das 1:1. Und direkt nach der Pause fiel das 2:1. Weil ein starker Pass auf Alassane Pléa und ein Ausrutscher von VfB-Keeper Fabian Bredlow zum 2:1 führten, konnte Gladbach dank seiner starken Verteidigung danach den Sieg ins Ziel spielen.

Die Statistik: 4

Es bleibt dabei: Der VfB Stuttgart kommt gegen Borussia Mönchengladbach im DFB-Pokal nicht weiter. Insgesamt haben die Stuttgarter im wettbewerbsübergreifenden Direktvergleich die bessere Bilanz. Im Pokal aber kam in den drei Duellen vor diesem Spiel in der dritten Runde der diesjährigen Pokalsaison immer Gladbach weiter. In der ersten Halbzeit sah es nach dem Tor von Silas Wamangituka lange so aus, als ob erstmals Stuttgart die Oberhand behalten könnte, doch durch zwei Tore und eine abgezockte Leistung bleibt Stuttgart für die Fohlen im Pokal ein gutes Pflaster.
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