"Bis zur 75. Minute war es ein perfekter Abend", stellte BVB-Trainer Edin Terzic nach Abpfiff in der "ARD" fest und sprach damit dem ganzen Verein aus dem Herzen.
Dann allerdings kam es zu jener unglücklichen Szene, in der Mateu Morey im Rasen hängen blieb und sein rechtes Knie nach hinten überstreckte. Die genaue Diagnose steht zwar noch aus, es ist aber nichts Gutes zu erwarten. Diesen Schlag muss die Mannschaft jetzt verkraften.
Gelingt ihr das, kann aus einer schwierigen Saison inklusive Trainerentlassung doch noch eine ganz erfolgreiche werden. Vom Pokalerfolg ist die Borussia nur noch einen Sieg entfernt, in der Bundesliga ist die Champions-League-Qualifikation wieder in Griffweite.
DFB-Pokal
Schock für BVB: Große Sorge um Morey - Mitspieler geschockt
01/05/2021 AM 20:17
Mag Holstein Kiel ob einer zweimaligen Corona-Quarantäne in den vergangenen Wochen auch angeschlagen gewesen sein, der BVB setzt mit dem 5:0 ein dickes Ausrufezeichen.
Was uns beim Pokal-Halbfinale auffiel:

1. BVB erfüllt die Bürgerpflicht

Michael Zorc stellte vor Anpfiff der Partie in der "ARD" noch einmal klar, was von der Mannschaft erwartet wird. "Die erste Bürgerpflicht ist es, Kiel nicht zu unterschätzen", betonte der Sportdirektor. Eine völlig unbegründete Sorge, wie sich schnell herausstellen sollte.
Gemeinhin heimst bei einem Kantersieg in erster Linie die Offensivabteilung das Lob ein, doch auch defensiv wusste der BVB zu überzeugen. Selbst nach dem 5:0 räumten Mats Hummels, Manuel Akanji und Emre Can alles ab, was immer die Kieler durch die Mitte in Richtung des schwarz-gelben Strafraums versuchten. "Uns wurden ganz klar die Grenzen aufgezeigt", musste Gäste-Coach Ole Werner konstatieren.
"Wir haben Kiel sehr ernst genommen. Die haben schließlich die Bayern geschlagen", stellte Can klar und erinnerte damit an den sensationellen Zweitrunden-Coup der Kieler gegen den Titelverteidiger. Ein Sieg, der es dem BVB nun allerdings leichter machte, den Gegner nicht zu unterschätzen.

2. Kein Haaland, kein Problem?

Gut eine Stunde vor Beginn der Partie ließ der BVB die Katze aus dem Sack: Erling Braut Haaland spielt nicht. Muskuläre Probleme ließen einen Einsatz des Norwegers nicht zu.
Eine Hiobsbotschaft? Nicht an diesem Abend.
Dortmund kompensierte den Ausfall des Angreifers, der nach 38 Pflichtspielen in dieser Saison bei sagenhaften 37 Toren und elf Assists steht, ohne mit der Wimper zu zucken. Thorgan Hazard und Giovanni Reyna machten von Beginn an mächtig Betrieb in der Offensive. Orchestriert wurden die Angriffe von Kapitän Marco Reus, der sowohl als Vorlagengeber als auch als Vollstrecker glänzte.

Terzic: "Reyna hat guten Sprung nach vorne gemacht"

"Wir haben uns in einen Flow gespielt", freute sich Reus. "Fast jeder Torschuss von uns war drin." So dauerte es ganze 26 Minuten, bis der BVB die Störche am Boden hatte. 3:0 stand es zu diesem Zeitpunkt, das Ding war durch. "Wir wollten heute von Anfang an aggressiv in den Zweikämpfen sein und Kiel unter Druck setzen", erklärte Emre Can. Das Vorhaben gelang.
Da konnte sich der BVB sogar eine zweite Hälfte mit angezogener Handbremse erlauben. "Wir haben es in der zweiten Halbzeit schleifen lassen", übte Reus mehr der Form halber Kritik an der Vorstellung in den zweiten 45 Minuten - wohl wissend, dass es am Gesamtauftritt nichts auszusetzen gab.
Und Haaland? "Es wäre schon gut, wenn er bald wieder zurückkommt", gab Terzic dann doch noch zu.

3. BVB-Switch kommt gerade noch rechtzeitig

Es hat sich etwas Grundlegendes verändert beim BVB in den vergangenen Wochen, das wurde auch gegen Kiel deutlich. Die Borussia ist in ihrem Auftreten wieder die Spitzenmannschaft, die sie sein muss, um die Ziele zu erreichen. Nach vier Siegen in Serie sitzt man als Tabellenfünfter der Liga den direkt davor platzierten Teams aus Frankfurt und Wolfsburg mit einem beziehungsweise zwei Punkten Rückstand dicht im Nacken. Nun die Gala im Halbfinale und der Einzug ins Endspiel gegen RB Leipzig.

Wie schlimm ist die Haaland-Verletzung: Coach Terzic gibt Update

Es läuft wieder, oder wie es Terzic ausdrückt: "Wir haben den Switch hinbekommen."
Gerade noch rechtzeitig, denn es geht ans Eingemachte. Am 8. Mai muss der BVB bei Leipzig in der Liga punkten, um den Traum von der Champions-League-Qualifikation am Leben zu halten. Fünf Tage später stehen sich die beiden Teams im Pokalfinale in Berlin gegenüber.
Zwei Begegnungen, die darüber entscheiden werden, ob die Saison doch noch ein Erfolg wird. Kapitän Reus brachte es auf den Punkt: "Jetzt kommt am Wochenende Leipzig. Da machen wir weiter."
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