Ursprünglich sollte das Viertelfinale zwischen dem SSV Jahn Regensburg und Werder Bremen am 2. März stattfinden. Aufgrund diverser Corona-Fälle bei den Regensburgern wurde die Paarung jedoch abgesagt und verlegt. So musste der Zweitligist knapp einen Monat länger als erwartet auf das erste DFB-Pokal-Viertelfinale der Vereinsgeschichte warten.
Zwischen dem 13. der Bundesliga und dem 14. der zweiten Liga entwickelte sich schnell das erwartet zähe und umkämpfte Spiel. Benedikt Saller sah für ein Foul an Kevin Möhwald bereits früh und zu Recht die Gelbe Karte (4.). Auch Werder-Coach Florian Kohfeldt war unzufrieden mit der Leistung seines Teams und forderte von der Seitenlinie aus mehr Bewegung im eigenen Spiel – ohne großen Erfolg.
In der 14. Minute verpasste Josh Sargent eine halbhohe Hereingabe von Ludwig Augustinsson knapp (17.), gute zehn Minuten später setzte sich Milot Rashica mit einem Dribbling gegen Saller und Jan Elvedi durch. Der anschließende Schuss des Kosovaren aus 25 Metern kam jedoch ohne jegliche Präzision und Wucht, sodass Alexander Meyer das "Schüsschen" locker aufnehmen konnte (26.).
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Die Gäste erarbeiteten sich im weiteren Spielverlauf immer wieder Eckbälle, bei denen es für Regensburg zwar kniffelig aber nicht wirklich gefährlich wurde – Abschlüsse Fehlanzeige. Auch den Gastgebern, die sich offensiv einiges vorgenommen hatten, gelang bis auf einen missglückten Seitfallzieher von Andreas Albers nichts nach vorne (41.). Folgerichtig ging es mit einem 0:0 in die Katakomben.
Nach dem Seitenwechsel nahm die Partie plötzlich Fahrt auf: Nur Sekunden nach Wiederanpfiff hoppelte ein Schuss von Rashica knapp am linken Pfosten vorbei (46.). Regensburg antwortete prompt, doch Albers jagte das Leder – nachdem die Werder-Defensive bei einem Einwurf unaufmerksam gewesen war – das Leder aus halblinker Strafraumposition knapp über den Querbalken (48.).
Nur vier Minuten nach dieser Aktion machte es der Stoßstürmerder Gegenseite – Yuya Osako – besser. Der Japaner verarbeitete einen punktgenauen Traumpass über knapp 40 Meter von Marco Friedl mit der Brust, um das Leder in einer Bewegung trocken und flach aus elf Metern im Tor unterzubringen (52.). Schon kurz zuvor war Niklas Moisander mit einem Kopfball am Pfosten gescheitert (50.).
Nachdem Meyer im weiteren Verlauf zwei Mal gegen Flachschüsse von Sargent (58.) und Möhwald (64.) parieren konnte, vereitelte der SSV-Schlussmann in der 67. Minute auch gegen Osako aus kurzer Distanz und verhinderte so die Vorentscheidung.
In der Schlussphase stemmte sich der Außenseiter noch einmal gegen die Niederlage und hatte in der 89. Minute gar noch die Chance auf den Ausgleich. Nach einem unübersichtlichen Durcheinander kam Albers knapp fünf Meter vor dem Tor mit dem Kopf an die Kugel, doch die Werder Defensive kratzte den Kopfball von der Linie (89.).
Auch in der vierminütigen Nachspielzeit hielten die Bremer den knappen Vorsprung und zogen letztendlich verdient ins Halbfinale ein, wo Werder auf RB Leipzig trifft.

Die Stimmen:

Mersad Selimbegovic (Trainer SSV Jahn Regensburg): "Wir haben ein sehr naives und billiges Gegentor kassiert – die Abstimmung hat nicht gepasst, der Ball war ewig in der Luft. So ein Tor darf nicht passieren, wenn du einen solchen Gegner bestehen willst. Dann hatten wir nichts mehr zu verlieren und es wurde besser. Wir hatten eine Phase, in der wir am Drücker waren und Chancen hatten – eine davon hätten wir machen müssen. Allerdings hatten wir auch ein bis zweimal am Ende selbst Glück. Unter dem Strich war es keine schlechte Leistung aber nicht genug, um Bremen zu ärgern. Im letzten Drittel waren wir einfach zu unpräzise und zu überhastet."
Florian Kohfeldt (Trainer Werder Bremen): "Lange Zeit war es die Leistung okay, am Ende haben wir es dann sehr spannend gemacht - unnötiger Weise. Insgesamt muss man sagen, dass am Ende das passiert ist, was wir bislang in dieser Saison vermeiden konnten – und zwar, dass es ein echtes Pokalspiel wird. Regensburg hat viele lange Bälle geschlagen, es gab unklare Situationen. Wir hätten einfach vorher das 2:0 machen müssen – am Ende zählt aber natürlich das Halbfinale. Es war keine Top-Leistung aber wir wollten ins Halbfinale und da sind wir jetzt. (…) Yuya Osako hat ein schlechtes Standing in Bremen und ich weiß nicht warum. Ich hoffe dass alle sehen, welchen Wert Yuya für uns hat, auch wenn ihm etwas die Konstanz fehlt. Jetzt treffen wir auf den schwersten Gegner, der noch im Wettbewerb ist. Wir spielen Zuhause und es ist nur ein Spiel, wir werden alles versuchen."

Der Tweet zum Spiel:

Yuya Goatsako, you know? Der Japaner brach mit seinem ersten Pflichtspieltor in der aktuellen Spielzeit in der 52. Minute den Bann und ebnete so den Weg ins Halbfinale für Werder. Ein Comeback zur richtigen Zeit!

Das fiel auf: Ein langer Pass reicht Werder zum Halbfinale

Beide Teams wirkten im Offensivspiel weitestgehend ideenlos, zudem fehlte es hüben wie drüben an Dynamik. Auf Seiten der Regensburger ist ein Grund hierfür eventuell die mangelnde Spielpraxis gewesen. Der SSV hatte nach diversen Coronafällen und drei Spielabsagen lediglich drei Spiele seit Ende Februar absolviert. Auch ins Pressing gingen die Hausherren erst ab der Mittellinie. Werder konnte den relativ ungestörten Spielaufbau jedoch nicht effektiv nutzen.
Im zweiten Durchgang schaltete Werder einen Gang hoch und versuchte es wiederholt mit langen Bällen hinter die Kette. Ein solcher leitete auch das 1:0 für Werder ein. Regensburg stemmte sich erst gegen Ende gegen die Niederlage – zu spät.

Die Statistik: 10

Insgesamt erarbeiteten sich die Bremer zehn Ecken über 90 Minuten. Immer wieder erzwangen die Hanseaten so gefährliche Situationen. Im zweiten Abschnitt war Moisander am nächsten dran am Tor, als er mit seinem Kopfball nur den Pfosten traf.
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