RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann und seine Pokaljäger träumten bereits vom großen Triumph in Berlin, als sie ein Weltmeister endgültig zum Titel-Kandidaten ausrief.
"Leipzig ist für mich aktuell die Mannschaft, die am besten Fußball spielt und der Favorit auf den DFB-Pokalsieg", befand "ARD"-Experte Bastian Schweinsteiger nach dem Einzug der Sachsen ins Halbfinale. Tatsächlich hat das Nagelsmann-Team in diesem Jahr die reelle Chance, sogar mehr als nur einmal Silberware abzuräumen.
Der RB-Trainer hat noch nie einen Hehl daraus gemacht, mit Leipzig "etwas Blechernes" holen zu wollen, aber nach dem 2:0 (0:0) im Pokal-Viertelfinale gegen den VfL Wolfsburg warb er zunächst um kontrollierten Optimismus.
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"Wir müssen erst den Weg gehen, und sollten wir nach Berlin kommen, können wir über weitere Dinge sprechen", sagte Nagelsmann am "Sky"-Mikrofon. Seine Zurückhaltung war verständlich.

Nagelsmann: "Versuchen, diese Erfolgswelle weiter zu reiten"

Denn Leipzig braucht maximalen Fokus, um sich zum Saisonende wirklich Trophäen in die Vitrine stellen zu können. Die Energie für rauschhafte Abende zieht Nagelsmann aus dem Hochgefühl eines gewonnenen Fußballspiels an sich. "Die Siege sind aktuell das absolut Schönste, was man haben kann", sagte er in der "ARD": "Da sollte man ein Suchtgefühl entwickeln und da sind die Jungs auf einem guten Weg. Wir versuchen natürlich, diese Erfolgswelle weiter zu reiten."
Sie könnte RB an neue Ufer spülen. Mit nur zwei Punkten Rückstand auf Bundesliga-Tabellenführer Bayern München und dem Erreichen des Cup-Halbfinales haben die Sachsen realistische Aussichten auf die wichtigsten deutschen Titel. Dazu sind sie noch in der Champions League vertreten.
Die Sucht nach Siegen hat Nagelsmann erfolgreich in die Mannschaft übertragen, das war am Mittwoch spürbar. Dabei gaben sich die Spieler, von denen viele bereits 2019 ein Pokalfinale verloren hatten, teils gar offensiver als der Coach in Sachen Endspiel-Triumph am 13. Mai im Berliner Olympiastadion.

RB Leipzig: Neuzugang Sörloth blüht endlich auf

"Wir träumen natürlich davon, den Pokal zu holen und wir werden alles dafür tun, das hat man heute auf dem Platz gesehen. Wir brennen für den Pokal-Wettbewerb", sagte Stürmer Yussuf Poulsen. Torwart Peter Gulacsi kümmerte es dabei kaum, ob Borussia Dortmund, Holstein Kiel, Werder Bremen oder Jahn Regensburg in der Vorschlussrunde am 1. oder 2. Mai wartet. "Wenn man den Pokal gewinnen will, ist es relativ egal, welche Gegner kommen. Die muss man alle schlagen", sagte der gegen Wolfsburg wieder einmal glänzende Ungar.
Die Mittel dafür hat seine Mannschaft in jedem Fall. Mit nur 20 Liga-Gegentoren steht Gulacsi hinter der zweitbesten Abwehr - und RB knackte mit Wolfsburg das eine Team, das in der Defensive noch besser ist. Poulsen (63.) schenkte dem VfL den ersten Treffer nach 818 Pflichtspielminuten ein, Hee-chan Hwang (88.) legte spät nach. Beide Tore bereitete der eingewechselte Alexander Sörloth eindrucksvoll vor.
Der 20 Millionen Euro teure Norweger, der sich nach seinem Wechsel nach Leipzig im Sommer lange schwer tat, blüht endlich auf und könnte im Rennen um die Titel ein entscheidender Trumpf werden. Nagelsmann verglich Sörloth gar mit einer Ketchup-Flasche, aus der zunächst nur wenig und dann alles herauskomme. "Natürlich weißt du nie, wann der Zeitpunkt kommt und zu viel Ketchup auf dem Teller landet", sagte ein schmunzelnder Coach, der nun hoffe, "dass es so weitergeht". Das wünschen sie sich bei RB Leipzig wohl alle.
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(SID)

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