Sturm-Turm Sasa Kalajdzic und der VfB Stuttgart haben Christian Streich das kleine Pokal-Jubiläum verdorben und dem Kult-Trainer das Weihnachtsfest verhagelt. Der Bundesliga-Aufsteiger setzte sich im 42. schwäbisch-badischen Duell mit dem SC Freiburg dank Kalajdzics frühem Treffer verdient mit 1:0 (1:0) durch und zog damit wie im Vorjahr ins Achtelfinale ein.

Streich musste in seiner 25. Pokalpartie als Chefcoach den 25. Stuttgarter Pflichtspielsieg im Derby erleben. Seine Mannschaft ließ die Stärken, die ihr zum Jahresabschluss drei Ligasiege in Serie gebracht hatten, viel zu lange vermissen und scheiterte zum dritten Mal hintereinander in Runde zwei.

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VOR 10 STUNDEN

Dem Tor von Zwei-Meter-Mann Kalajdzic (15.) hatte der SC zunächst nichts entgegenzusetzen. Auch eine Leistungssteigerung nach rund einer Stunde konnte die vierte Niederlage im fünften Pokalduell mit Stuttgart nicht verhindern.

Streich war lange Zeit der engagierteste Freiburger, er begleitete fast jeden Pass mit lautstarken Anweisungen. "Ruhig spielen!", rief er kurz vor dem 0:1 - vergeblich. Der VfB kombinierte sich schnell durch die Mitte, der auffällige Gonzalo Castro spielte den Ball durch die Schnittstelle in der Abwehr auf Kalajdzic. Und der Österreicher schoss Torwart Benjamin Uphoff durch die "Hosenträger".

Der ehemalige Stuttgarter hatte den Vorzug vor Stammkeeper Florian Müller erhalten, und auch der VfB setzte auf den Ersatzmann Fabian Bredlow. Dieser bekam in der ersten Hälfte nichts zu tun, weil die Gäste viel zu passiv agierten und nie für Gefahr sorgten.

Eine kuriose Szene gab es nach rund einer halben Stunde, als sich Stuttgarts Mateo Klimowicz auf den Platz übergeben musste. Das Spiel wurde daraufhin unterbrochen, um die Stelle im Rasen zu säubern. Kurz vor der Pause wurde es nach einem Foul von Vincenzo Grifo hitzig, der Freiburger sah nach Rudelbildung wie Stuttgarts Pascal Stenzel Gelb.

Orel Mangala (54.) hatte die Chance zum 2:0 für den VfB, doch so langsam legte Freiburg seine Scheu angetrieben von Grifo ab. Nach einem Fehler von Bredlow hatte der eingewechselte Ermedin Demirovic (60.) den Ausgleich auf dem Fuß.

Kalajdzic (72.), der mehr Torraumszenen hatte als alle Freiburger zusammen, hätte für die Vorentscheidung sorgen können, Sekunden später rettete Uphoff gegen Mangala. In der Schlussphase riskierte der SC mehr, doch Demirovic vergab per Kopf (88.).

Die Stimmen zum Spiel:

Pellegrino Matarazzo (Trainer VfB Stuttgart): "Wir haben in der ersten Halbzeit richtig guten Fußball gespielt, in der zweiten haben wir toll gekämpft. Beide Mannschaften haben viel Leidenschaft gezeigt. Wir sind nach dem Aufstieg auf einem sehr guten Weg, lernen und wachsen mit jedem Spiel. Ich freue mich auf mehr."

Christian Streich (Trainer SC Freiburg): "Wir mussten nach dem Rückstand viel arbeiten und haben mit Ball ein paar schlechte Entscheidungen getroffen. Dann tut's richtig weh, weil du hinterherlaufen musst. Wie die Mannschaft sich in der zweiten Halbzeit reingearbeitet hat - das ist aller Ehren wert. Ich bin sehr zufrieden mit der Haltung. Das Spiel hätte nicht mehr länger dauern dürfen, sonst hätten wir es noch gewonnen."

Fabian Bredlow (VfB Stuttgart): "Ja, also ich glaube, man hat uns angesehen, dass das Spiel schon sehr kräftezehrend war heute und wir zum Schluss eigentlich nur noch hinten drinstanden, aber wir haben es gut verteidigt und meiner Meinung nach auch verdient gewonnen."

Sasa Kalajdzic (VfB Stuttgart): "Ich glaube im Endeffekt, wir haben die erste Halbzeit richtig gut gespielt. Die zweite Halbzeit hat Freiburg dann mehr gedrückt und wir haben versucht, unsere Aktionen cleverer fertig zu spielen und wir hatten auch einige Aktionen in der zweiten Halbzeit."

Christian Günther (SC Freiburg): "Ich glaube, man hat gesehen, wir sind relativ schwer ins Spiel gekommen. Ich glaube, man hat die englische Woche ein bisschen gemerkt bei uns. Wir haben etwas länger gebraucht, bis wir reingekommen sind, klar Stuttgart macht es auch gut mit dem Ball, aber dann im Laufe des Spiels wurden wir immer stärker, haben mehr Zugriff bekommen und schlussendlich dann auch die Chancen, wovon wir dann eine machen müssen, um dann zumindest noch in die Verlängerung zu kommen."

Das fiel auf: Im ersten Durchgang einfach zu harmlos

Die Freiburger drehten in der zweiten Halbzeit richtig auf und hatten über den gesamten Durchgang zahlreiche Möglichkeiten, um zumindest den Ausgleich zu erzielen. Doch in der ersten Halbzeit präsentierten sich die Breisgauer einfach zu harmlos und zahnlos. Trotz 65 Prozent Ballbesitz brachten der SCF keine nennenswerte Torchance zustande.

Der Tweet zum Spiel:

Die Statistik: 4

Dies war das fünfte Aufeinandertreffen der beiden Mannschaften im DFB-Pokal und zum vierten Mal konnte sich die Heimmannschaft mit einem Tor Unterschied durchsetzen. Bei den vorherigen drei Partien setzte sich die jeweilige Heimmannschaft immer mit 2:1 durch, einmal davon in der Verlängerung.

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(mit SID)

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