Der große tabellarische Unterschied wurde im ersten Abschnitt des Pokalspiels kaum sichtbar, beide Teams begegneten sich weitestgehend auf Augenhöhe. Zwar gaben die Hausherren durch Maximilian Arnold und Paulo Otávio die ersten Torschüsse der Partie ab, allerdings verfehlten die Distanzversuche das Tor von Ralf Fährmann deutlich und sorgten so für keine Gefahr (8./10.).
Die Gäste traten zwar erstmals nach 13 Minuten offensiv in Erscheinung und es wurde direkt gefährlich: Amine Harit verschaffte sich mit einem Dribbling in linker Strafraumposition etwas Luft und prüfte Koen Casteels aus spitzem Winkel. Der belgische Keeper lenkte den Ball mit einer Parade in Richtung des zweiten Pfostens ab, wo ein Wolfsburger gerade noch den Schuss von William, der erst vor wenigen Tagen vom VfL an die Knappen ausgeliehen wurde, zur Ecke abblocken konnte (13.). Der anschließende Eckball landete nach einer Kopfball-Abwehr außerhalb des Strafraums bei Malick Thiaw, der Casteels mit seiner Volleyabnahme zu einer Flugparade zwang (14.).
Wolfsburg schien etwas überrascht von der guten Schalker Leistung. Nur selten kamen die Hausherren in aussichtsreiche Abschlusspositionen. Nach etwas über einer Stunde stand Xaver Schlager dann aber gleich zweimal im Mittelpunkt. Nach einem erneuten Distanzschuss von Arnold bekamen die Schalker den Ball nicht aus der Gefahrenzone, sodass das Leder schließlich bei Schlager landete, der aus der Drehung abzog und den Ball knapp rechts neben das Tor setzte (32.).
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Nur wenige Minuten später waren erneut alle Augen auf den Schweizer gerichtet: Der Mittelfeld-Akteur nahm das Leder nach einem Eckball artistisch an der Strafraumkante aus der Luft, wurde dabei allerdings leicht von William berührt und zu Fall gebracht. Nach Eingreifen von Videoschiedsrichter Benjamin Brand und Ansicht der Videobilder entschied Schiedsrichter Felix Zwayer auf Strafstoß für die Niedersachsen. VfL-Torjäger Wout Weghorst trat an, scheiterte im ersten Versuch an Ralf Fährmann, markierte aber mit dem Nachschuss das 1:0 (40.).
Schalke versuchte sich nicht groß beirren zu lassen und suchte weiterhin den Weg nach vorne. Folge: Schalkes größte Torchance des ersten Durchgangs. Kurz vor der Pause versuchte Paulo Otávio eine flache Hereingabe von Sead Kolasinac zu klären, doch die Abwehraktion verunglückte dem Brasilianer derart, dass die Kugel Matthew Hoppe vor die Füße fiel. Der US-Amerikaner musste eigentlich nur noch einschieben, doch ein glänzend-aufgelegter Casteels vereitelte mit einer Weltklasse-Fußabwehr den Ausgleich (44.).
Oliver Glasner reagierte in der Pause auf die durchwachsene Leistung seiner Mannschaft und brachte Josip Brekalo für Ridle Baku ins Spiel. Der eingewechselte Kroate fackelte nicht lange und gab innerhalb von drei Minuten zwei Torschüsse ab. Der erste Versuch per Volley ging über den Querbalken (47.), eine Minute später parierte Fährmann einen strammen Schuss aus halbrechter Position (48.). Wolfsburg kam verbessert aus der Pause und setzte die Schalker unter Druck, die diese Phase jedoch unbeschadet überstanden.
Wie in Hälfte eins hatten die Gäste aus Gelsenkirchen die besseren Möglichkeiten. Eine Viertelstunde vor Schluss spielte William einen perfekten Pass aus dem Halbfeld an den zweiten Pfosten zu Mark Uth, der aber aus fünf Metern am überragenden Casteels scheiterte (74.).
Schalke gab sich auch nach dieser vergebenen Großchance nicht auf und ging in den Schlussminuten weiter auf den Ausgleich – und die nächste Chance sollte kommen. Timo Becker setzte abermals Hoppe in Szene, der seinen Schuss freistehend aus 10 Metern und bester Position zu hoch ansetzte (85.).
Nach drei vergebenen Großchancen war dann aber Schluss. Schalke musste sich trotz guter Leistung mit 0:1 geschlagen geben und schied somit aus dem Pokal aus. Der VfL zieht dagegen ins Viertelfinale ein.

Die Stimmen zum Spiel

Maximilian Arnold (VfL Wolfsburg): : "Völlig unnötig. Ich weiß nicht, warum wir so gespielt haben. Das haben wir nicht nötig, so zu spielen. So nervös auch. Unerklärlich!"
Ralf Fährmann (FC Schalke 04): "Das ist einfach bitter, aber was soll's! Man kann den Elfmeter geben, muss man nicht. Wir hatten gute Chancen, hätten uns belohnen müssen. Heute ärgert es mich einfach, dass wir nicht weitergekommen sind. Wir haben ein gutes Spiel gemacht, es wäre möglich gewesen."
Christian Gross (Trainer Schalke 04): "Das war eine umkämpfte Pokalpartie. Leider haben wir unsere Torchancen nicht nutzen können. Der Elfmeterpfiff war eine sehr, sehr harte Entscheidung. Wir müssen uns jetzt bis zum Spiel gegen Leipzig schnell sammeln."
Oliver Glasner (Trainer VfL Wolfsburg): "Die Schalker haben heute phasenweise gezeigt, dass sie richtig gut Fußball spielen können. Wir müssen demütig bleiben, wir schießen nicht jeden Gegner mit 3:0, 4:0 aus dem Stadion. Wir haben uns den Sieg sehr, sehr hart erarbeitet."

Das fiel auf: Schalke gut, Casteels besser

Schalke konnte mithalten und spielte gut nach vorne. Besonders Harit belebte im ersten Spielabschnitt die Schalker Offensive. Seine Dribblings und Ecken sorgten wiederholt für brenzlige Szenen in Strafraumnähe der Wölfe, die über weite Strecken enttäuschten. Bis auf den Elfmeter von Weghorst musste Fährmann nicht einmal eingreifen – bezeichnend für die Offensivbemühungen der Hausherren. Allerdings präsentierte sich die Schalker Hintermannschaft auch sehr stabil und überzeugte durch Kompaktheit.
Auch im zweiten Durchgang bot Schalke eine Leistung, die durchaus Mut machen kann. Lediglich die mangelnde Effektivität müssen sich die Königsblauen vorwerfen lassen. Casteels im Wolfsburger-Tor avancierte mit seinen Paraden gegen Hoppe und Uth zum Matchwinner für den VfL.

Die Statistik: 3

Gleich drei hundertprozentige Chancen ließ S04 liegen. Hoppe vergab zweimal und auch Uth verpasste den Ausgleich. Klass-Jan Huntelaar wird dringend gebraucht, fällt aber vorerst aufgrund von Wadenproblemen aus.

Der Tweet zum Spiel

Der belgische Rückhalt der Niedersachsen brachte die Schalker Sturmabteilung gleich mehrmals zur Verzweiflung.
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