In der Bundesliga wäre die Favoritenrolle in dieser Partie klar verteilt, in der A-Junioren-Bundesliga West sind Schalke 04 und Borussia Dortmund aber jeweils perfekt mit zwei Siegen in die neue Saison gestartet.

Beide Vereine sind mit zahlreichen Junioren-Nationalspielern stark besetzt und schickten diese auch ins Rennen. Nach einer kurzen Phase des Eingewöhnens ging es dann auch gleich richtig los.

Bundesliga
"Ein dickes Ausrufezeichen!" BVB bringt den Angstgegner zu Fall
17/10/2020 AM 21:30

Samuel Bamba setzte Luca Campanile im Aufbau unter Druck und zwang den Schalker Rechtsverteidiger zu einem katastrophalen Rückpass. Youssoufa Moukoko fing den Ball ab, umkurvte Keeper Daniel Rose und schob ins leere Tor zur 1:0-Führung ein (10.).

Doch nur eine Minute später erzielte Schalke schon den 1:1-Ausgleich. Mehmet Aydin kam nach Pass von Kerim Calhanoglu über die rechte Seite und spielte eine scharfe Flanke in die Mitte, die Göktan Gürpüz beim Klärungsversuch ins eigene Tor bugsierte (11.).

Fortan entwickelte sich ein offenes und abwechslungsreiches Spiel, indem beide Mannschaften versuchten, schnell nach vorne zu spielen. Die beste Gelegenheit auf Schalker Seiten hatte Juan Cabrera, der nach einem Doppelpass mit Aydin nur den rechten Innenpfosten traf (21.).

Dann allerdings war wieder Moukoko zur Stelle. Der ebenfalls sehr auffällige Bamba bediente Abu-Bekir El-Zein auf der linken Seite. Der ging ins Dribbling und chippte den Ball perfekt zwischen zwei Schalker Verteidiger. Dort nahm Moukoko den Ball mit der Brust mit und schloss aus der Drehung genau unter die Latte zur 2:1-Führung ab (39.). Ein echtes Traumtor!

Die zweite Hälfte bot sogar noch mehr Spektakel als die erste. Zunächst verfehlte Moukoko mit einem Distanzschuss knapp das Tor (49.), dann legte er für Lion Semic auf, dessen Abschluss Arbnor Aliu noch im letzten Moment abblockte (50.).

Auf der anderen Seite hatte Schalke eine große Doppel-Chance auf den Ausgleich. Zunächst bediente Juan Cabrera den eingelaufenen Aydin mit einem tollen Chip-Pass, doch der scheiterte aus kurzer Distanz am stark reagierenden Klußmann (51.). Bei der darauffolgenden Ecke setzte Campanile einen Direktschuss an die Querlatte (52.).

Doch in die Schalker Drangphase hinein erzielte Moukoko sein drittes Tor. Der Stürmer bekam zu viel Platz und schloss mit einem Flachschuss aus 20 Metern zum 3:1 ab (62.)

Aber wie schon in Halbzeit eins konterte Schalke umgehend – und wieder war ein Dortmunder Abwehrfehler ausschlaggebend. Keeper Klußmann spielte einen Pass genau in die Füße des eingewechselten Vasilios Pavlidis, der den Ball ins leere Tor schieben konnte (64.).

Kurz darauf vergaben die Knappen dann bei einer Vierfach-Chance nach einem Eckball die beste Gelegenheit auf den Ausgleich (67.). Denn danach brachten die Schalker abgesehen von einem Calhanoglu-Freistoß (81.) keine zwingende Tormöglichkeit mehr zustande, auch wenn sie bis zum Schluss nach vorne spielten.

Doch der BVB verteidigte konzentriert und leidenschaftlich und sicherte sich dadurch den dritten Sieg im dritten Spiel.

Allerdings wurde Moukokos Gala von wüsten Beschimpfungen und womöglich auch rassistischen Beleidigungen in Richtung des Spielers nach dessen drittem Treffer überschattet. Auf Videoaufnahmen sind deutlich Drohungen wie "Ich brech dir alle Knochen!" oder "Leg dich ins Grab!" zu hören. Auch Schimpfwörter fallen, ein Zuschauer brüllt: "Verpiss dich, du schwa..." - der Rest ist nicht klar zu hören.

"Wir können uns bei Youssoufa Moukoko für die Aussagen einiger Fans (...) nur entschuldigen", schrieb Schalke bei "Twitter": "Bei allen Emotionen im Derby - solche Beleidigungen verurteilen wir aufs Schärfste und lehnen sie ausdrücklich ab." Der Klub kündigte an, er werde "die notwendigen Maßnahmen" ergreifen.

Das fiel auf: Moukoko macht den Unterschied

Natürlich galt das Hauptaugenmerk wie in praktisch jedem Spiel, an dem er beteiligt ist, Youssoufa Moukoko. Und das Sturmjuwel hielt dem Druck stand und lieferte. Moukoko zeigte seine Vielseitigkeit und glänzte mit Abschlüssen aus der Distanz und innerhalb des Sechzehners mit gutem Stellungsspiel und zudem als Passgeber im richtigen Moment. Nicht zuletzt die drei Tore, bei denen vor allem das zweite herausragend waren, untermalten seinen starken Auftritt.

Abgesehen davon bewegte sich Schalke auf Augenhöhe und hatte bei zwei Aluminiumtreffern großes Pech. Bei der ganzen Aufmerksamkeit für Moukoko darf man nicht vergessen, dass bei den Schalkern in Cabrera und Aydin ebenfalls zwei Talente ein starkes Spiel ablieferten.

Der Tweet zum Spiel:

Fans, die es nicht mit dem BVB halten, graut es offenbar schon davor, wenn Moukoko in der Bundesliga stürmt. Zur Erinnerung: Am 20. November wird er 16 Jahre alt und darf dann in der Bundesliga auflaufen.

Die Statistik: 3x3

Youssoufa Moukoko kann anscheinend nur noch mit Dreierpack. In seinen drei Pflichtspielen in dieser Saison traf die deutsche Sturmhoffnung immer dreifach. Die Opfer waren neben Schalke 04, Preußen Münster in der Liga und Wehen Wiesbaden im Pokal.

(mit SID)

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