"Jeder Versuch, Strukturen zu verändern, ist abgeprallt", sagte Keskinler dem Nachrichtenmagazin Spiegel: "Es ging bei Integrationsprojekten nur darum, wie viele Zeitungen darüber schreiben, ob das Fernsehen da ist oder wie viele Likes es dafür in den sozialen Medien gibt."

Den DFB habe sie 2016 verlassen, "weil es sinnlos wurde". Insgesamt arbeitete Keskinler zehn Jahre als DFB-Integrationsbeauftragte. 2015 habe es "eine Zäsur" gegeben. "Die Flüchtlingsbewegung setzte ein, und beim DFB entschied man sich, lieber die neu angekommenen Menschen mit Freundschaftsspielen und Fußbällen zu erheitern, statt ernsthaft über Strategien nachzudenken, wie Integration von hier lebenden Migranten funktionieren soll", sagte sie.

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Nach der Veröffentlichung des Fotos von Mesut Özil und Ilkay Gündogan mit dem türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan habe sie "viele ehemalige Kollegen beim DFB gewarnt, dass da jetzt eine Lawine auf sie zurollen werde, und habe meine Hilfe angeboten", sagte die gebürtige Türkin, die 1970 nach Deutschland kam und seit 1996 deutsche Staatsbürgerin ist: "Die Verantwortlichen dachten, sie könnten das einfach aussitzen. Daran sieht man, wie weit die Fußballexperten vom gesamtgesellschaftlichen Diskurs entfernt sind."

Dennoch, betonte Keskinler, sie sei sich "sicher, dass der Präsident und die Führungsriege keine Rassisten sind".

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