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EM 2024 in Deutschland: Erleichterung bei Philipp Lahm und Co.

Deutschland richtet die EM 2024 aus: Erleichterung bei Lahm und Co.
Von SID

27/09/2018 um 20:32Aktualisiert 27/09/2018 um 21:30

Der deutliche Zuschlag für die EM 2024 befreite den Deutschen Fußball-Bund (DFB) am Donnerstag von der tonnenschweren Last der vergangenen Monate. Am Ufer des Genfer Sees in Nyon träumte der Verband schon von einem "Sommermärchen 2.0". Den kurzen Weg zum EM-Bankett im luxuriösen Jiva Hill Resort schwebte die deutsche Delegation um DFB-Präsident Reinhard Grindel und Philipp Lahm förmlich.

"Ich bin sehr stolz. Es war eine unglaubliche Spannung", sagte DFB-Ehrenspielführer Lahm, der nun vom EM-Botschafter zum Turnierdirektor aufsteigen wird: "Man weiß nie, was passiert. Wir haben uns viel vorgenommen. Wir wollen gemeinsam ein riesengroßes Fest mit ganz Europa feiern."

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Um 15.21 Uhr hatte UEFA-Präsident Aleksander Ceferin die Entscheidung verkündet. Der DFB gewann die Wahl des Exekutivkomitees der Europäischen Fußball-Union (UEFA) mit 12:4 Stimmen bei einer Enthaltung gegen die Türkei, die auch im vierten Anlauf scheiterte. Im Auditorium der schicken UEFA-Zentrale fiel Grindel erst Lahm und dann den weiteren 19 Mitgliedern der DFB-Delegation in die Arme.

Zweite EM in Deutschland

"Ich bedanke mich für das unglaubliche Vertrauen. Ich weiß, was dieses Turnier für die UEFA bedeutet. Ich spüre die Verantwortung", sagte Grindel, der in den vergangenen Wochen immer wieder angezählt worden war: "Ich habe gekämpft. Aber nicht für mich, sondern für den DFB. Für das große Ziel, mit der EM 2024 einen Erfolg für den deutschen Fußball zu erreichen. Wir werden alles dafür tun, um den Erwartungen gerecht zu werden."

"Wir alle haben die Bilder und Emotionen von 2006 noch lebhaft im Gedächtnis und freuen uns auf ein weiteres internationale Fußball-Großereignis im eigenen Land", sagte DFL-Präsident Reinhard Rauball: "Die EM 2024 wird viele Menschen für unseren Sport begeistern - in Deutschland und weit darüber hinaus."

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Die Delegierten des türkischen Verbands TFF verließen die Schweiz bitter enttäuscht. "Dass die UEFA trotz all unserer Stärken die Europameisterschaft nicht an unser Land vergeben hat, ist eine eine traurige Situation", sagte Sportminister Mehmet Kasapoglu: "In dieser geographischen Lage wäre die Organisation dieses Turniers eine Win-Win-Situation gewesen."

Existentielle Bedeutung

Für den DFB war die EM-Vergabe von fast existentieller Bedeutung. Nach den Wirren um Mesut Özil und dem WM-Debakel in Russland war der Verband in den vergangenen Monaten massiver Kritik ausgesetzt. "Natürlich fällt einem ein Stein vom Herzen, wenn man sich so für eine EM einsetzt", sagte DFB-Vize Rainer Koch. Wäre auch noch die EM-Bewerbung gescheitert, hätte der nächste Sturm begonnen.

"Es kommt nicht darauf an, ob mich Kritik kaltlässt", sagte der DFB-Präsident: "Sondern es kommt darauf an, dass ich meine Arbeit gut mache und ich weiß, dass das die Landesverbände und die Bundesliga so sehen - und ich bin ganz sicher, Mancher in den Medien wird das in Zukunft auch so sehen."

Der DFB war favorisiert in die geheime Abstimmung gegangen. Der Dachverband hatte der deutschen Bewerbung in seinem Evaluierungsbericht das bessere Zeugnis ausgestellt. In der türkischen Kampagne wurde unter anderem das Fehlen eines "Aktionsplans in Sachen Menschenrechte" bemängelt.

Mit Deutschland hat sich die UEFA augenscheinlich für den "sicheren" Bewerber entschieden. Sämtliche Stadien stehen bereits, nur Kleinigkeiten müssen verbessert oder angepasst werden. "Mit Blick auf die Ausrichtung sind spezielle Verkehrsinfrastrukturprojekte weder geplant noch nötig", urteilte die UEFA. Bis 2024 plant der Bund von der EM unabhängig, acht Milliarden zu investieren, unter anderem in 270 neue Kilometer Autobahn.

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