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Weißrussland: Mit Schnäuzer-Wette gegen Deutschland

Weißrussland: Mit Schnäuzer-Wette gegen Deutschland
Von Eurosport

07/06/2019 um 14:50Aktualisiert 07/06/2019 um 14:56

Ohne ihren Star Alexander Hleb und ohne große Erwartungen tritt Weißrussland zum Duell gegen die DFB-Auswahl zum dritten EM-Qualifikationsspiel an. Der Trainer versucht, seine Spieler mit einer Schnäuzer-Wette zu motivieren. Igor Krijuschenko hängt sehr an seinem Schnäuzer, nie und nimmer würde er ihn freiwillig abrasieren.

Das sollte man wissen, denn der Trainer der weißrussischen Fußball-Nationalmannschaft hat vor dem EM-Qualifikationsspiel am Samstag (20.45 Uhr im Eurosport Live Ticker) gegen Deutschland tatsächlich angedeutet, seinen geliebten Oberlippenbart opfern zu wollen, sollte sein Team gegen den großen Favoriten mindestens einen Punkt holen.

Ob das nun als Scherz gemeint war oder nicht - Krijuschenko wird sein Markenzeichen im Normalfall behalten dürfen. Die Weißrussen belegen in der FIFA-Weltrangliste den 81. Platz, eingerahmt von den Nationen Sambia und Curacao. Die ersten beiden EM-Qualifikationsspiele in den Niederlanden (0:4) und in Nordirland (1:2) hat das Team verloren. Und gegen Deutschland fehlt in Alexander Hleb der prominenteste und technisch noch immer beste Fußballer des Landes.

Hleb vor Karriereende

Hleb, inzwischen 38 Jahre alt, ist seit seiner Vertragsauflösung beim weißrussischen Serienmeister Bate Borissow seit vergangenem Sonntag ohne Arbeitgeber. Wegen der ungeklärten Zukunft verzichtet Krijuschenko im ersten Heimspiel der EM-Qualifikation auf seinen Starspieler. Gut möglich, dass der frühere Bundesliga-Profi des VfB Stuttgart und des VfL Wolfsburg seine Karriere beendet und sein 65-minütiger Auftritt beim Länderspiel in Nordirland der letzte für die "Weißen Flügel" war.

Alexander Hleb

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"Die Trennung kam für mich etwas überraschend. Ich habe mit ihm noch nicht gesprochen, seit er Bate verlassen hat, werde das aber bald nachholen, um mich über seine Pläne zu informieren", sagte Krijuschenko. Entweder ist das ein bisschen geflunkert, oder der Nationaltrainer ist erstaunlich schlecht informiert und vernetzt.

Weißrussland braucht junge Leistungsträger

Hleb ist im reifen Fußballer-Alter noch immer ein klarer Kandidat für die Nationalmannschaft, weil sich junge Talente im Zehn-Millionen-Einwohner-Land kaum aufdrängen. Auch die Leistungsträger Igor Schitow (32), Stanislau Drahun (31) und Michail Gordejtschuk (29) sind in die Jahre gekommen.

"Wir müssen das Maximum geben, zu dem wir fähig sind", sagte Krijuschenko mit Blick auf das ungleiche Duell gegen Deutschland. Hoffnung macht allein die Statistik: Beim bislang einzigen Aufeinandertreffen 2008 in Kaiserslautern trotzte Weißrussland der DFB-Auswahl ein 2:2 ab.

Über die Qualifikationsgruppe dürfte Weißrussland, das noch nie an einer EM- oder WM-Endrunde teilgenommen hat, kein Ticket für die EURO 2020 gewinnen. Doch über die Play-offs in der Nations League hat das Team als Gruppensieger der Liga D noch Chancen. Vielleicht ist ja dann der Schnäuzer des Nationaltrainers fällig.

(SID)

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