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"Schlag ins Gesicht" für Weltmeister Frankreich - Deschamps tobt

"Schlag ins Gesicht" für Weltmeister Frankreich - Deschamps tobt
Von Eurosport

09/06/2019 um 15:09

Bei Weltmeister Frankreich hängt nach der Niederlage in der WM-Qualifikation in der Türkei der Haussegen schief. Trainer Didier Deschamps war restlos bedient und sprach von einem "Schlag ins Gesicht". Auch die lokale Presse ließ kein gutes Haar an den Helden von Russland. Besonders bitter: im nächsten Spiel ist Wiedergutmachung kaum möglich.

Didier Deschamps wollte sich nach dem Offenbarungseid des französischen Starensembles eigentlich auf die Zunge beißen. "Das war ein Schlag ins Gesicht. Viel mehr gibt es dazu nicht zu sagen", äußerte der sichtlich angefressene Trainer des Weltmeisters nach dem 0:2 (0:2) in der EM-Qualifikation in der Türkei zunächst kurz angebunden - doch dann brach der Frust doch noch aus dem 51-Jährigen heraus.

Deschamps: "Nichts Positives"

"Wenn man kollektiv eine solche Leistung abliefert, gibt es nichts Positives mitzunehmen. Wir haben nie zu unserem Spiel gefunden und den Gegner nach Belieben gewähren lassen - wir waren gar nicht da", schimpfte Deschamps im Anschluss an die erste Niederlage der Equipe Tricolore in ihrer Historie gegen die Türkei:

"Wir sollten nun zu unseren Grundtugenden zurückkehren."
Didier Deschamps

Didier DeschampsGetty Images

Dass der Coach seine Schützlinge um Kylian Mbappé, Paul Pogba und Antoine Griezmann derart in den Senkel stellte, hatte seinen Grund. Schließlich stand für die Franzosen nicht ein Schuss auf das Tor der Gastgeber zu Buche. Dazu kamen haarsträubende Fehler in der Defensive. Hätte Torwart Hugo Lloris keinen Glanztag erwischt, wäre der zweimalige Weltmeister mit einer noch deftigeren Klatsche vom Platz gegangen.

Pavard in Startelf, Coman eingewechselt

"Mit dem Kopf woanders", titelte deshalb auch die französische Sportzeitung "L'Equipe" und zeigte als Beleg dafür das Foto vom ersten Gegentor auf Seite eins. Kaan Ayhan vom Bundesligisten Fortuna Düsseldorf brachte die Türken in Konya per Kopf in Führung (30.). Cengiz Ünder erhöhte noch vor der Pause (40.). Auch der zweite Düsseldorfer Kenan Karaman konnte überzeugen.

Kingsley Coman

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Nach dem Seitenwechsel wurde es aus Sicht der Franzosen, bei denen Bayern Münchens Neuzugang Benjamin Pavard in der Startelf stand, nicht besser - daran änderte auch die Einwechslung von Bayern-Star Kingsley Coman nichts. Am Ende verlor Frankreich (zwei Siege, eine Niederlage) die Tabellenführung in der Gruppe H an die Türken, die unter ihrem neuen Trainer Senol Günes den dritten Sieg im dritten Spiel feierten. Günes hatte die Türkei während seiner ersten Amtszeit zum dritten Platz bei der WM 2002 geführt.

Wiedergutmachung im nächsten Spiel nicht möglich

Dass die Franzosen im vergangenen Jahr bei der Endrunde in Russland noch zwei Stufen weiter oben standen, war am Samstagabend nicht zu erahnen - obwohl neun Profis aufliefen, die auch im WM-Finale gegen Kroatien (4:2) von Beginn an spielten. "Die Türkei hat auf Top-Niveau gespielt. Da spielt es keine Rolle, ob man Weltmeister ist oder nicht", sagte Deschamps:

"Wir haben einfach nicht das gebracht, was nötig gewesen wäre."

Nach der desolaten Vorstellung in der Türkei können die Franzosen auch im kommenden Spiel eigentlich nur verlieren. Am Dienstag in Andorra ist kein Ruhm für "Les Bleus" zu ernten - blamieren kann sich der Weltmeister aber sehr wohl. Und die Türken müssen in Island die Frage beantworten, ob sie so stark oder die Franzosen so schwach waren.

(SID)

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