"Es ist unwahrscheinlich, dass diese Schmerzenszeit im nächsten Sommer ein Ende finden wird", schreibt der Mirror und glaubt schon jetzt zu wissen, dann über "ein halbes Jahrhundert der Fehlschläge" berichten zu müssen.
Auch der Guardian gibt sich keinen Illusionen hin. Ein Coup von Wayne Rooney und Co. in Frankreich? No way! "Wir wissen doch, wie's laufen wird: England ist zunächst erfolgreich, aber dann wird es kommen wie immer - gegen den ersten guten Gegner fliegen sie raus."
Verbandschef Greg Dyke hat mit der EM sogar schon die beiden darauf folgenden Turniere abgeschrieben. 2022, bei der WM in Katar aber, soll es nach 56 Jahren endlich so weit sein: "Ich glaube, wir haben eine gute Chance, uns zu entwickeln und 2022 zu gewinnen - das ist das Ziel", sagte er kürzlich.
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Deutsches Vorbild als Erfolgsrezept?

Dyke bezieht seine Hoffnung aus dem "grassroots"-Programm, mit dem der englische Fußball - nach deutschem (!) Vorbild - nicht weniger als eine Revolution von unten plant. Den Three Lions von morgen soll so früh wie möglich eine "England-DNA" eingepflanzt werden, eine neue, eigene Ausbildungs- und Spielphilosophie. Zu diesem Zweck werden im Verbands-Hauptquartier St. George's Park in Burton-upon-Trent gleich zu Hunderten Trainer herangezogen, die junge Spieler laut Jugend-Chefausbilder Jamie Robinson "inspirieren" sollen - mit dem Ziel, mittel- und langfristig die Nationalmannschaft besser zu machen.

Roy Hodgson

Fotocredit: Eurosport

Dabei hat sich an der Spitze zuletzt schon manches zum Guten gewendet. Das blamable WM-Aus 2014 bereits in der Vorrunde war schnell verdaut, Rooney und Co. marschierten mit zehn Siegen in zehn Spielen durch die Qualifikation und erreichten die EM als erste Mannschaft überhaupt.
Aber, gab der Mirror zu bedenken, in der "group of dearth" (Ausschussgruppe) habe es nur Siege gegen "Eskimos, Teletubbies, Wombles, Tweenies und Hosenscheißer" gegeben. "Wie viele unserer Spieler hätten im spanischen oder deutschen Team einen Stammplatz?", fragte das Blatt, und gab sich die ernüchternde Antwort selbst: "Nicht viele!"

Hodgson glaubt an Matchwinner im Team

Dabei hat England nicht nur Rekordtorschütze Rooney zu bieten. Raheem Sterling, Harry Kane oder Jamie Vardy sind Konkurrenten des langjährigen Alleinunterhalters im Angriff. Er selbst sieht sich vor einer "großen Herausforderung, den Platz zu behalten".
Während England in der Vergangenheit häufig bei Turnieren die Matchwinner im Kader gefehlt hätten, "haben wir jetzt einige davon", sagte der Kapitän. Teammanager Roy Hodgson, seit 2012 im Amt, meinte: "Wir haben hier viele gute Spieler und sind nicht von einer ersten Elf abhängig." Na dann.
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