Gruppenspiele in München, Achtelfinale in Bukarest, weiter nach St. Petersburg und dann zum Halbfinale nach London - gerade während einer Pandemie mutet die mögliche Reiseroute von Bundestrainer Joachim Löw und seiner Nationalmannschaft im Sommer wahnwitzig an. Die Zweifel an der ursprünglich geplanten Austragung der Fußball-EM in zwölf verschiedenen Ländern wachsen, die Suche nach Alternativen läuft - und da kommt auf einmal sogar Deutschland ins Spiel.
So berichtete der Präsident des Schweizerischen Verbandes SFV von Backup-Plänen, die die Europäische Fußball-Union (UEFA) für das Mega-Turnier (11. Juni bis 11. Juli) eventuell ins Auge fasst. "Die erste Variante wäre, die EURO in einem einzigen Land zu spielen, in Russland oder Deutschland zum Beispiel", sagte Dominique Blanc am Dienstag mehreren Schweizer Zeitungen.
Eine radikalere Lösung wäre, das Turnier sogar nur in einer einzelnen Großstadt wie London auszuspielen.
DFB-Pokal
Sogar Flick warnte: Das macht Kiels Lee so gut
13/01/2021 AM 12:52
Könnte Deutschland also drei Jahre vor der Heim-EM eine unerwartete Generalprobe erhalten? Dass bei Gedankenspielen dieser Einfall kommt, ist nur logisch. Kaum ein anderes Land in Europa verfügt über eine derartige Vielzahl moderner Stadien, zudem laufen ohnehin die Vorbereitungen auf die EURO 2024.

DFB-Präsident Keller: "EURO als friedliches Fußball-Fest in ganz Europa"

Und schon bei der Austragung des Finalturniers der Europa League im vergangenen August in Köln, Düsseldorf, Gelsenkirchen und Duisburg war Deutschland kurzfristig eingesprungen - wenn auch in wesentlich kleinerer Form.
Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) kommentierte die aktuellen Spekulationen am Mittwoch auf "SID"-Anfrage allerdings nicht. DFB-Präsident Fritz Keller hatte aber schon im November in der "Bild"-Zeitung den Wunsch nach einer EURO "als friedliches Fußball-Fest in ganz Europa, das Brücken bauen soll zwischen den einzelnen Austragungsorten", geäußert.
Auch die UEFA befasst sich zumindest öffentlich noch nicht mit grundlegenden Änderungsgedanken. Auf Anfrage teilte der Kontinentalverband mit, dass er weiterhin zusammen mit den zwölf Ausrichterstädten an "vier Betriebsszenarien" für die Zuschauerauslastung arbeite.

Entscheidung über die EURO-Austragung am 5. März

Die Möglichkeit voller Stadien werde dabei ebenso erörtert wie eine Kapazität von 50 bis 100 Prozent bzw. 20 bis 30 Prozent oder Geisterspiele. Schon bis zum 5. März soll die endgültige Entscheidung feststehen, wie die EURO ausgetragen wird.
UEFA-Präsident Aleksander Ceferin zeigte sich jüngst äußerst optimistisch. "Die Impfungen haben begonnen und ich denke, dass wir im Sommer in der Lage sein werden, volle Tribünen zu haben. Im Moment ist der Plan, in allen zwölf Ländern zu spielen", sagte der 53-Jährige vor wenigen Tagen der serbischen Zeitung "Informer", betonte aber: "Natürlich gibt es Backup-Optionen, falls ein Land Probleme hat."
Die UEFA sei bereit, das um ein Jahr verschobene Turnier "in elf, zehn oder neun Städten" auszutragen, sagte Ceferin weiter: "Und sogar nur in einem Land, falls es nötig sein sollte." Bleibt alles wie geplant, trägt die deutsche Nationalmannschaft ihre Gruppenspiele gegen Weltmeister Frankreich, Titelverteidiger Portugal und Ungarn in München aus. Doch mit Planungen während einer Pandemie ist es eben so eine Sache.
So zweifelte der Schweizer Blanc stark daran, dass die ursprüngliche Version einer paneuropäischen EM in diesem Sommer "das Licht der Welt erblicken wird", und betonte: "Auf jeden Fall erscheint es mir schwierig."
Das könnte Dich auch interessieren: PSG plant neues Traumduo: Messi und der Deal des Jahrhunderts
(SID)

Hütter feiert Transfer-Coup mit Jovic: "Luka kommt wieder nach Hause!"

Bundesliga
Lewandowski verrät: Das flüsterte mir Ronaldo ins Ohr
13/01/2021 AM 09:26
Bundesliga
"Da werde ich richtig sauer!" Darum kämpft Flick um Dantas
12/01/2021 AM 22:34