Seit 1975 hat die deutsche Nationalmannschaft im Wembley-Stadion nicht mehr verloren.
In sieben Duellen, darunter das legendäre EM-Halbfinale 1996 (6:5 i.E.), gewann die DFB-Elf stolze sechs Mal. Das letzte Duell endete im November 2017 torlos.
Eine weitere Statistik, die vor dem EM-Achtelfinale am Dienstag zwischen England und Deutschland (ab 18:00 Uhr im Liveticker) gegen die Three Lions spricht: Seit dem WM-Triumph 1966 im Finale gegen Deutschland (4:2 n.V.) hat England alle folgenden K.o.-Duelle bei großen Turnieren verloren.
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Bei den Weltmeisterschaften 1970, 1990 und 2010 sowie bei der Heim-EM 1996, als ausgerechnet Southgate im Elfmeterschießen als Einziger vergab.

Deutschland beeindruckt gegen Portugal

Daher verwundert es wohl auch nicht, wenn die Fans auf der Insel vor dem Duell mit der DFB-Elf "das Schlimmste erwarten", wie der britische Eurosport-Redakteur Timothy Hobbs im Vorfeld der Partie gestand.
"Welches Deutschland werden wir im Achtelfinale als Gegner bekommen? Es ist fast wie das, was wir alle im Finale der deutschen Gruppe F erlebt haben: Eine echte Achterbahnfahrt der Gefühle und Leistungsfähigkeit", meinte Hobbs weiter.
Das Spiel gegen Frankreich habe ihn zwar nicht überrascht. "Aber gegen Portugal war die Leistung dann schon verblüffend", erklärte der englische Journalist. Generell sei das deutsche Team aber "mit Sicherheit nicht die eindrucksvolle Truppe, auf die wir sonst treffen oder die wir fürchten", meinte Hobbs mit Blick auf vergangene Duelle.
"Wer das Rückgrat dieser deutschen Mannschaft ist, ist klar. Aber uns hat am meisten beeindruckt, wie sie Portugal über die Außen unter Druck gesetzt haben. Es wird hier daher diskutiert, ob wir uns dieser Aufstellung, die offenbar Deutschlands beste Taktik ist, anpassen", sagte Hobbs und sprach damit die offensiven Außen Roben Gosens und Joshua Kimmich an, die die Portugiesen mit ihren Läufen in die Tiefe an den Rande der Verzweiflung brachten.

Joshua Kimmich (r.) jubelt mit Mats Hummels (Mitte) und Robin Gosens (l.)

Fotocredit: Getty Images

Taktikumstellung bei England?

Gegen Ungarn wurde dann aber deutlich, dass eine defensive Fünferkette des Gegners die beiden deutschen Akteure gut aus dem Spiel nehmen kann. Der englische Nationaltrainer Gareth Southgate spielt üblicherweise mit einer Viererkette. Doch auf der Insel gibt es nun Überlegungen, ob gegen Deutschland auf ein 3-4-3 umgestellt werden soll.
In der Rückwärtsbewegung könnten die beiden äußeren englischen Mittelfeldspieler dann nach hinten rücken, um eine Fünferkette entstehen zu lassen. Die Ungarn zeigten bravourös, wie leicht dadurch das Aufbauspiel und das Tempo der Deutschen eingebremst werden konnte.
Egal wie die Three Lions am Ende auflaufen werden, das gesamte Team wisse "um die historische Bedeutung dieses Duells. Sie kennen die Spiele aus der Vergangenheit, nun liegt es an ihnen", betonte Coach Southgate: "Wir wollen dafür sorgen, dass die Leute künftig andere Erinnerungen und Gedanken haben, wenn sie an das Spiel England gegen Deutschland denken."
Aber auch auf deutscher Seite freut man sich auf das große Duell der Fußball-Nationen. Robin Gosens meinte im Hinblick auf die deutliche Unterzahl der deutschen Fans in Wemley: "Es ist geil, wenn die Hütte mit eigenen Fans gefüllt ist, aber es ist fast genau so geil, wenn man die gegnerischen Fans zum Verstummen bringen kann." Dieses Ziel hat die deutsche Mannschaft am Dienstag.
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(mit SID)

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