Die Europameisterschaft steht vor der Tür. Im vergangenen Jahr musste das Turnier noch wegen der Corona-Pandemie verschoben werden, doch mit zwölf Monaten Verspätung kann es endlich losgehen.
Eurosport wirft im Vorfeld des paneuropäischen Turniers einen Blick auf einige EM-Favoriten: Frankreich, Italien, Spanien, England und Deutschland.
Agustín Galán von Eurosport Spanien gibt einen Einblick in den Kader des Europameisters von 1964, 2008 und 2012. Trainer Luis Enrique überraschte mit seinen Spielernominierungen viele Fußball-Experten.
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Der Druck auf den Coach der La Furia Roja wird damit nicht geringer. Sollte sein Experiment scheitern, wird die Kritik auch in Spanien, wo viele Fans vom nächsten Titel träumen, lauter werden.

Der Kader

Bei der Kader-Nominierung von Trainer Luis Enrique gab es so viele Überraschungen wie selten zuvor. Es herrscht bei den Fans viel Unsicherheit, wie gut Spanien bei der EM abschneidet. Zwei Namen, die fehlen, fallen besonders auf: Sergio Ramos und Iago Aspas.
Ohne die Führung von Ramos und die großen Qualitäten von Stürmer Aspas ist die Skepsis unter den Fans groß.
Andererseits bekommen so einige neue Gesichter eine Chance. Robert Sánchez ist einer davon, aber er wird nur der dritte Torhüter sein. Aymeric Laporte hat sich für Spanien entschieden und wird die Defensive verstärken. Barça-Megatalent Pedri ist eine weitere interessante Ergänzung.
Im Vorfeld der Europameisterschaft wurden allerdings mit Diego Llorente und Sergio Busquets zwei Spieler positiv auf das Coronavirus getestet. Enrique nominierte daher Torhüter Kepa Arrizabalaga (FC Chelsea), Rodrigo Moreno (Leeds United), Pablo Fornals (West Ham United), Carlos Soler (FC Valencia), Brais Mendez (Celta Vigo) und Raul Albiol (FC Villarreal) sicherheitshalber nach.

Sergio Ramos fehlt im Kader von Luis Enrique

Fotocredit: Getty Images

Der Trainer

Luis Enrique geht gerne Risiken ein und sein Kader ist der beste Beweis dafür. Seit er die spanische Nationalmannschaft übernommen hat, war es meist unmöglich, eine feste Stammelf zu benennen, selbst auf der Torhüterposition. Er hat also mit seiner Wahl viel aufs Spiel gesetzt.
Sollte Spanien früh aus dem Turnier fliegen, wird es in der öffentlichen Meinung wenig Gnade für ihn geben. Enrique ist allerdings fest entschlossen, seine Idee durchzuziehen.

Der Superstar

Kaum zu glauben, aber Gerard Moreno ist zur Zeit der beste Spieler. Es gibt einige alteingesessene Spieler wie Jordi Alaba oder Sergio Busquets. Aber der Stürmer von Villarreal ist gerade in Höchstform.
Die Hoffnungen der spanischen Fans ruhen auf ihm. Er ist der zweitbeste Torschütze in der spanischen Liga (23) und war eine Schlüsselfigur im Europa-League-Finale gegen Manchester United. Beim Erfolg gegen die Engländer (12:11 n.E.) erzielte Moreno das zwischenzeitliche 1:0.

Dani Olmo, Gerard Moreno und Fabián Ruiz (v.l.)

Fotocredit: Getty Images

Der Nachwuchsstar

Ohne Frage ist das Pedri. In seinem ersten Jahr beim FC Barcelona hat er geglänzt. Er schien nicht den Druck zu verspüren, an dem schon viele Supertalente bei einem solch großen Verein gescheitert sind. Seine Fähigkeiten und sein Fußball-IQ sind nicht von dieser Welt. Aber man wird abwarten müssen, ob Enrique ihm eine wichtige Rolle in der Startelf überträgt. Vielleicht will er ihn auch lieber als Super-Joker. Pedri wirkte zuletzt ausgelaugt.

Ein Spieler, der noch (eher) unbekannt ist

Dani Olmo ist einer der besten unbekannten Spieler weltweit. Obwohl er schon einige Spiele für La Furia Roja absolviert hat, ist er eher ein verstecktes Juwel. Denn da er bei RB Leipzig spielt, fliegt er in Spanien und auch im Rest von Europa eher unter dem Radar. Olmo ist extrem vielseitig und das spielt Enrique in die Karten. Er kann auf jeder Position in der Offensive auflaufen.

So könnten sie spielen

Luis Enrique spielt am liebsten in einer 4-3-3-Formation. Die Spieler müssen sich notfalls seinem System anpassen. Er hat kürzlich etwa Marcos Llorente als Rechtsverteidiger spielen lassen, nur um drei kreative Mittelfeldspieler aufstellen zu können.
Spanien wird einen offensiven, auf Ballbesitz ausgelegten Spielstil an den Tag legen. Es wird allerdings eine große Portion Gegenpressing geben. Das unterscheidet die aktuelle Mannschaft von derjenigen bei der WM 2018.
Der letzte Test vor der Europameisterschaft gab derweil wenig Aufschluss. Aufgrund der Coronafälle in der A-Nationalmannschaft ging der spanische Verband kein Risiko ein und stellte bei der Generalprobe ein U21-Team im Test gegen Litauen (4:0) auf. Die eigentlichen EM-Stars wurden nach den positiven Tests isoliert und trainierten individuell.

Prognose

Bei der EM gibt es mit diesem Experiment an Mannschaft viele Szenarien. Polen, die Slowakei und Schweden dürften nicht ein allzu großes Problem werden, aber das Team hat die K.o.-Runden der vergangenen Turniere eher verpatzt. Die Spieler werden sich also beweisen müssen - zumal Ausfälle aufgrund der positiven Corona-Tests zu befürchten sind. Spanien könnte es sicherlich bis ins Halbfinale schaffen und dann können die Spanier wieder anfangen vom Titel zu träumen.
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