Die Zeit ist abgelaufen, das erlösende Signal aus München in der EM-Frage blieb aus - und das große Zittern beginnt. Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) muss seinen Standort für die EURO 2020 ohne die geforderten Zuschauergarantien in den Tag der Entscheidung schicken und ist auf das Wohlwollen der Europäischen Fußball-Union (UEFA) angewiesen. Doch dass deren Exekutivkomitee am Montag ein Auge zudrückt, ist nach SID-Informationen alles andere als sicher - München droht der EM-K.o.
Die Heimspiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft stehen mehr denn je auf der Kippe, denn auch in den finalen Konzepten der bayerischen Landeshauptstadt konnten keine Zuschauer garantiert werden. "Es ist zum jetzigen Zeitpunkt schlicht nicht möglich, eine Aussage darüber zu treffen, ob es das Infektionsgeschehen im Juni zulässt, Zuschauer ins Stadion zu lassen oder nicht", sagte Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter der "Welt am Sonntag".
Statt auf ein klares Bekenntnis zu Fans setzt München auf das Prinzip Hoffnung. Man hoffe, "dass sich die Pandemielage bis Juni entspannt und wir unter Einbeziehung zusätzlicher Hygienemaßnahmen und eventueller Teststrategien", so Reiter, "wenigstens einen gewissen Prozentsatz der Plätze in der Allianz Arena für Zuschauer freigeben können". Ob diese losen, unverbindlichen Aussagen dem Exko reichen, scheint allerdings mehr als fraglich.
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"Die Haltung der UEFA, die ja quasi ist: Vogel, friss oder stirb, das heißt, derjenige, der nicht die Zuschauer reinlässt, darf auch nicht anbieten. Das ist keine sportliche, keine faire Einstellung", monierte SPD-Politiker Karl Lauterbach im SID-Interview. Die von der UEFA verlangte Zuschauergarantie sei schlichtweg "medizinisch nicht vertretbar".

Kein Ersatzspielort in Deutschland

Dem dürfe München auch nicht nachgeben. "Wenn es ein paar Hundert oder wenige Tausend Zuschauer sind, dann kann man sich das im Großen und Ganzen noch vorstellen", führte der Gesundheitsexperte aus: "Wenn wir aber hier über 10.000, 20.000 Zuschauer sprechen, dann ist es nicht machbar. Dafür haben wir schlicht keine Testerfahrung."
Neun Austragungsorte haben eine entsprechende Garantie dennoch bereits abgegeben, neben München zieren sich noch Bilbao und Dublin. Während die Spiele von Bilbao innerhalb Spaniens nach Sevilla verlegt werden könnten, steht in Deutschland kein Ersatzspielort für die vier Partien bereit. Nach SID-Informationen existieren beim DFB keine alternativen Pläne mit Spielen in einem anderen Bundesland.
Es herrscht Zweckoptimismus. "Trotz der herausfordernden pandemischen Entwicklung bleiben wir optimistisch, dass die UEFA mit München bei der EURO 2020 plant", erklärte der DFB auf SID-Anfrage. Gewissheit wird er am Montag erhalten, wenn auch die Champions-League-Reform auf der Tagesordnung steht. Im Gegensatz zur EM herrscht in dieser Streitfrage aber wohl weitgehend Klarheit.

Champions-League-Reform wohl sicher

Nach "SID"-Informationen sollen die dem Exekutivkomitee vorgeschalteten Gremien den Plänen bereits zugestimmt haben. Vor allem sportlich sind alle Fragen geklärt, das Durchwinken des Exko gilt als Formsache. Die Pläne sehen eine Aufstockung der Königsklasse von 32 auf 36 Teams und eine Vorrunde nach dem "Schweizer Modell" vor. Zwei der vier Extrastartplätze sollen über eine Zehn-Jahres-Rangliste der Klubs vergeben werden.
Lediglich kommerzielle Fragen stehen wohl noch zur Debatte. Die einflussreiche Klubvereinigung ECA fordert in Vermarktungsangelegenheiten generell mehr Mitsprache. Die UEFA ziert sich jedoch, mehr Macht abzugeben.
Für den deutschen Fußball wird allerdings nicht nur die Sitzung des Exko, sondern auch der UEFA-Kongress am Dienstag wegweisend sein. Der DFB möchte trotz aller internen Querelen als größter Sportverband der Welt endlich wieder in den beiden wichtigsten internationalen Gremien mitreden.
DFB-Vizepräsident Rainer Koch strebt seine Wiederwahl im UEFA-Exekutivkomitee an. Sein im internen Machtkampf dem gegnerischen Lager zuzuordnender Amtskollege Peter Peters steht für das FIFA-Council zur Wahl, nachdem es dort in der vergangenen Periode keinen deutschen Vertreter gegeben hatte.
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