Die Zweifel wachsen, die Spekulationen schießen ins Kraut - doch die UEFA hält weiter eisern an ihren Plänen für die EURO im Sommer fest. Während angesichts der europaweit ernsten Corona-Lage die Diskussionen um Alternativpläne bis hin zu Nordrhein-Westfalen als einzigem Austragungsort zunehmen, bleibt die Europäische Fußball-Union bei ihrer Position: Die EM soll vom 11. Juni bis 11. Juli in zwölf Ländern stattfinden - bestenfalls sogar mit Zuschauern.
Nach "SID"-Informationen soll am ursprünglichen Konzept festgehalten werden, da es bei fast allen Ausrichterstädten, darunter auch München, keine Anzeichen für Probleme oder einen freiwilligen Verzicht gäbe. Lediglich hinter dem Spielort Baku steht wohl ein Fragezeichen.
Auch das Corona-Risiko durch die Reisetätigkeit der Delegationen bei einem paneuropäischen Turnier sieht die UEFA offenbar nicht als Hindernis - schließlich klappt dies ja auch schon im Europapokal ohne größere Probleme.
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Damit ist vorerst auch eine Verlegung des Turniers nach Nordrhein-Westfalen zumindest offiziell kein Thema. Dies hatte "RTL"/"ntv" am Donnerstag in Berufung auf Quellen aus dem direkten Umfeld von UEFA und Deutschem Fußball-Bund (DFB) als eine von mehreren Alternativplänen ins Spiel gebracht.
Der DFB kommentierte den Bericht auf "SID"-Anfrage nicht, die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalens zeigte sich überrascht. Man habe lediglich "die Presseberichterstattung wahrgenommen", teilte ein Sprecher mit.

EURO 2020: Anfang Mai soll Entscheidung fallen

Derzeit erscheint ein Turnier in zwölf verschiedenen Ländern aber unvorstellbar. Und doch beschäftigt die UEFA momentan vor allem die Frage, in welchem Umfang Zuschauer zugelassen werden können oder ob die Partien ganz ohne Publikum stattfinden werden. Bis zum 5. März soll endgültig entschieden werden, in welchem Rahmen die EM stattfindet. An diesem Termin will die UEFA festhalten.
Andere fordern schon jetzt ein Umdenken. "Eine EM in zwölf Ländern ist in diesem Jahr vollkommen unverantwortlich", schrieb der frühere Nationalspieler Stefan Effenberg in seiner Kolumne beim Nachrichtenportal "t-online" und meinte: "Die UEFA sollte sie stattdessen in nur einem Land austragen und darüber nachdenken, ob dieses Land nicht Deutschland sein muss."
Tags zuvor hatte Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge bei "Bild live" schon gesagt, dass er an eine Änderung der ursprünglichen Pläne glaube. Und auch DFL-Chef Christian Seifert hatte bereits in der "FAS" erklärt, Reiseaktivitäten seien "Risiken, die man nicht unnötigerweise eingehen muss".

EURO 2020: Effenberg plädiert für Nordrhein-Westfalen

Dass bei Gedankenspielen zu Alternativen sofort Deutschland in den Sinn kommt, ist angesichts der hervorragenden Infrastruktur mit zahlreichen modernen Stadien nur logisch - und sollte die UEFA sich sogar zu einer Reduzierung auf eine einzige Metropolregion gezwungen sehen, würde sich Nordrhein-Westfalen freilich anbieten. "Im Umkreis von 100 Kilometern gibt es genug Stadien, um alle Spiele auszurichten", erklärte Effenberg.
Eine vergleichbare Fülle an großen Arenen innerhalb kürzester Distanz gibt es europaweit ansonsten nur noch in London. Die britische Metropole hat jedoch derzeit mit der Mutation des Coronavirus andere Sorgen, zuletzt lag die Sieben-Tage-Inzidenz bei über 1000. Und auch in Portugal, das im vergangenen Sommer das Champions-League-Finalturnier ausgerichtet hatte und lange gut durch die Pandemie kam, wird die Lage angesichts der Mutation immer dramatischer.
Dabei zeigt sich auch das ganze Dilemma der UEFA: Was heute geplant wird, kann das Coronavirus morgen über den Haufen werfen. Eine Absage kommt aber (noch) nicht infrage - auch und vor allem aus finanziellen Gründen.
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(SID)

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