Aus Liverpool berichtet Malte Schmidt

"This was f.... unbelievable. I can't believe, what i just saw“ stammelten die Liverpool-Anhänger beim Verlassen des Stadions. Selbst Roy Hudgson, Trainer der englischen Nationalmannschaft, konnte es nicht fassen: "Das war mal ein Fußballspiel."

Europa League
3 Dinge, die auffielen: Kloppo-Mania, Mythos-Anfield und Comeback-Kings
14/04/2016 AM 23:09

Die Anfield Road hatte ihrem Namen als die legendärste Kultstätte des Fußballs wieder einmal alle Ehre gemacht. Sieben Tore, eine famose Aufholjagd und das entscheidende Tor in der Nachspielzeit. Mehr ging nicht. Es war eine Partie, die für einen Fußballfan nicht enden wollte.

So viele Emotionen, so viel Glanz und Gloria.

Klopp der Animateur

Und mittendrin Jürgen Klopp. Der Trainer der Reds war wie immer an der Seitenlinie nicht zu halten und pushte nicht nur seine Mannschaft, sondern auch die Fans. Bereits nach neun Minuten versuchte er das Publikum zu animieren.

"Ich habe immer an die Wende geglaubt“, versicherte der Ex-BVB Coach. Zu diesem Zeitpunkt hatte seine Mannschaft aber auch alle Hilfe nötig, denn Borussia Dortmund führte bereits mit 2:0.

Das Team von Thomas Tuchel wirbelte die Liverpooler zu Beginn der Partie mächtig durcheinander. Henrikh Mkhitaryan und Pierre-Emerick Aubameyang trafen für den BVB. Die mitgereisten schwarz-gelben Anhänger waren in Ekstase und träumten schon vom Europa League-Finale. Doch am Ende waren sie es, die getröstet werden mussten.

Eine Leistung für die Enkelkinder

Kurz nach Wiederbeginn gelang den Reds dann durch den überragenden belgischen Nationalspieler Divock Origi der Anschlusstreffer. "Nach dem 1:2 konnte jeder sehen, spüren, riechen, dass hier noch etwas passiert. Man lernt aus diesem Spiel, das man nie aufgeben darf“, erklärte Klopp.

Origi verriet, dass Klopp in der Halbzeit an das Team appeliert habe. "Der Trainer hat uns gesagt, wir sollen im zweiten Durchgang etwas schaffen, woran sich noch unsere Kinder und Enkelkinder erinnern werden."

Obwohl der BVB durch den bis dato starken Marco Reus erneut auf 3:1 erhöhte, ließen die Engländer jetzt nicht mehr locker. Coutinho erzielte den erneuten Anschluss nach 66. Minuten.

Mats Hummels analysierte später:

Mit dem 3:2 haben wir aufgehört Fußball zu spielen. Da haben wir auf einmal Schiss bekommen. Das Ding haben wir heute hergeschenkt. Liverpool wäre niemals zurückgekommen, wenn wir ab dem 3:1 weiter unseren Stiefel heruntergespielt hätten

"Brilliant, außergewöhnlich, wunderbar!"

Spätestens nach dem 3:2-Anschluss durch Reds-Verteidiger Mamadou Sakho glaubten alle Liverpool-Anhänger an das Wunder.

"So einen Abend erlebt man nicht oft. Ich kann das noch gar nicht realisieren. Respekt für jeden einzelnen aus unserem Team. Es ist einmalig,“ erklärte der deutsche Nationalspieler im Diensten des FC Liverpool Emre Can.

In der Nachspielzeit war es dann Verteidiger Dejan Lovren, der den Ball mit einem wuchtigen Kopfball in die Maschen hievte. Die Anfield tobte. Auch Jürgen Klopp konnte nicht an sich halten und sprang umher und ballte die Faust.

"Es war heute brilliant, außergewöhnlich, wunderbar, emotional....einfach alles“, so Klopp auf der Pressekonferenz. Sein Trainerkollegen nahm das Ausscheiden sportlich fair.

"Wir haben heute nicht wie Champions gespielt, müssen die Niederlage aber wie Champions annehmen“, erklärte ein gefasster aber enttäuschter Thomas Tuchel.

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