Blauer Himmel, 14 Grad, zwitschernde Vögel: Als Dieter Hecking mit Borussia Mönchengladbach den Härtetest gegen den AC Florenz in Angriff nahm, passte sich das frühlingshafte Wetter der Aufbruchstimmung am Niederrhein an.
Hecking selbst hat die Frühlingsgefühle bei der Borussia geweckt. Aus fünf Pflichtspielen unter dem neuen Coach hat Gladbach vier Siege und ein Remis geholt, in der Rückrunden-Tabelle der Bundesliga liegt die Borussia auf Rang eins.
"Wir sind nach der Winterpause sehr guten Weg gegangen und legen das Hauptaugenmerk auf die Bundesliga. Wir haben aber mit der Europa League und dem DFB-Pokal zwei tolle Wettbewerbe, in denen wir so weit wie möglich kommen wollen", sagte der Borussen-Coach am Mittwochabend auf der Pressekonferenz.
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Das Hoch über Mönchengladbach erweist sich als äußerst stabil - wo noch vor wenigen Wochen der Bundesliga-Frust auf das Gemüt drückte, ist neue Europapokal-Lust entstanden.
Das gilt nicht zuletzt für die Mannschaft. Torhüter Yann Sommer ist vor dem Hinspiel im eigenen Stadion voller Vorfreude:
Europa macht richtig Spaß. Florenz wird ein wichtiges Spiel, und wir wollen unbedingt international dabeibleiben.
Schon 2013 und 2015 hatte die Borussia die Runde der letzten 32 erreicht, schied dort aber jeweils aus. Nun soll es einen Schritt weitergehen. "Die Chancen stehen 50:50, wir müssen uns nicht verstecken", sagt Vizepräsident Rainer Bonhof.

Drmic als Raffael-Ersatz?

Verzichten muss die Borussia aber wohl auf Spielmacher Raffael. Der Brasilianer laboriert weiter mit an Oberschenkelproblemen, die ihn schon beim Auswärtssieg gegen Weder Bremen (1:0) zum Zuschauen zwangen. Der zuletzt gesperrte Kapitän Lars Stindl ist dagegen wieder an Bord, im Sturm könnte Josip Drmic wie schon im Pokal in Fürth (2:0) von Anfang an zum Einsatz kommen.
Sommer, Stindl und Drmic, aber auch Defensivspieler wie Christoph Kramer oder Tony Jantschke stehen mit ihren zuletzt starken Leistungen für den Aufschwung unter Hecking.
Der ehemalige Wolfsburg-Coach hat Stabilität und Selbstvertrauen in die Mannschaft gebracht, auch wenn noch längst nicht alles rund läuft. "Wir haben zwei bis drei Sachen geändert, die unglaublich wichtig für unser Spiel sind. Wir spielen mit mehr Vertrauen, mit mehr Mut, wir gewinnen mehr Zweikämpfe und kämpfen mehr um den Ball", sagt Schlussmann Sommer.
Diese Tugenden sollen auch gegen die spielstarke Elf aus der Toskana zur Geltung kommen. Die vom früheren Dortmunder Paolo Sousa trainierte Mannschaft gewann am Samstag souverän mit 3:0 gegen Udinese Calcio und belegt in der Serie A aktuell Rang acht. Für die Europa League qualifiziert hatte sich La Viola vergangene Saison als starker Fünfter.
Zumindest die Statistik macht der Borussia Mut: Gladbach hat noch nie ein Europapokal-Heimspiel gegen eine italienische Mannschaft verloren, wobei das legendäre 7:1 gegen Inter Mailand 1971 wegen des Büchsenwurfs und der folgenden Aberkennung nicht einmal berücksichtigt ist.
Gleichzeitig ist die Fohlenelf aktuell aber vergleichsweise heimschwach: In der Gruppenphase der Champions League gewann Gladbach keines der drei Heimspiele.

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