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1. FC Köln schlägt FC Arsenal in der Europa League dank Elfmetertor von Sehrou Guirassy

"Mit viel Herzblut": Köln schlägt Arsenal und träumt von der K.o.-Runde

23/11/2017 um 21:46

Der 1. FC Köln hat sich am 5. Spieltag der Europa-League-Gruppenphase überraschend mit 1:0 (0:0) gegen eine B-Elf des FC Arsenal durchgesetzt. Sehrou Guirassy verwandelte in der 62. Minute einen umstrittenen Foulelfmeter zum Tor des Tages. Mit nun sechs Punkten hat Köln vor der abschließenden Partie gegen Roter Stern Belgrad realistische Chancen aufs Weiterkommen.

So lief das Spiel:

Peter Stöger wurde durch die vielen Abwehrsorgen seines Teams fast ein wenig dazu gezwungen, eine offensive Startformation mit drei Spitzen zu wählen. Dieser Mut übertrug sich zunächst aber überhaupt nicht auf das Spiel des 1. FC Köln gegen den FC Arsenal.

Wie das Kaninchen vor der Schlange zog sich der FC mit allen Akteuren in die eigene Hälfte zurück und hatte auch bei möglichen Kontern nicht das Selbstvertrauen, den Abschluss zu suchen.

So fiel es der B-Elf der "Gunners" nicht schwer, Ball und Gegner zu dominieren, doch in Sachen Zug zum Tor dürfte Arsène Wenger auch mächtig unzufrieden gewesen sein, denn außer einem Pfostenknaller des Ex-Freiburgers Francis Coquelin (31.) blieben echte Torchancen ebenfalls Fehlanzeige.

Im Laufe des Spieles machte das Kölner Publikum seinen Unmut über Jhon Córdoba mächtig Luft. Der unglücklich agierende Kolumbianer wurde ausgepfiffen und von Stöger nach einer Stunde ausgewechselt.

Mit Beginn der letzten halben Stunde schien ein unsichtbarer Schalter bei den Kölnern umgelegt worden zu sein. Plötzlich schmissen sie sich in jeden Zweikampf und zeigten eine extrem leidenschaftliche Schlussphase.

Und auch offensiv wurde es mutiger. Ein einfacher Doppelpass von Sehrou Guirassy mit Milos Jojic hebelte die Arsenal-Deckung aus. Mathieu Debuchy kam zu spät, es kam zum Kontakt mit seinem Landsmann. Guirassy fiel, und es gab Elfmeter, den der Gefoulte selbst eiskalt ist Zentrum verwandelte (62.).

Was folgte, war ein unfassbarer Kampf der Moral gegen immer druckvoller werdende Gäste. In der dritten Minute der Nachspielzeit hielt Timo Horn mit einem tollen Reflex gegen einen Distanzschuss von Jack Wilshere den Sieg des FC fest, der damit nicht nur Selbstvertrauen für die Bundesliga tanken dürfte, sondern nun mit einem Sieg bei Roter Stern Belgrad am letzten Spieltag sogar noch in Europa überwintern würde.

Während Mesut Özil und Shkodran Mustafi in London blieben und Schonung genossen, gab Per Mertesacker bei Arsenal sein Comeback in der Defensivzentrale.

Die Stimmen:

Peter Stöger (Trainer 1. FC Köln): "Es war ein hundertprozentiger Arbeitssieg. Der bedingungslose Kampf hat mich beeindruckt. Es tut uns gut, dass wir mit viel Herzblut heute gewonnen haben. Arsenal ist ein richtig guter Club. Sie spielen immer offensiv und haben tolle Spieler."

Jannes Horn (1. FC Köln): "Wir müssen den Schwung jetzt mit in die Liga nehmen. Wenn wir Arsenal schlagen können, dann können wir auch die Hertha schlagen."

Der Tweet zum Spiel:

Das fiel auf: Kölner Muskeln machen Probleme

Bereits in den vergangenen Wochen fielen regelmäßig Kölner Profis mit Muskelverletzungen aus. Mit Dominic Maroh kommt nun ein weiterer Muskelfaserriss dazu, der die Kölner Abwehrsorgen weiter verschärfen dürfte. Zudem hatten Córdoba und Jannes Horn bereits während der ersten Halbzeit mit Krämpfen zu kämpfen.

Die Statistik: 11

Das nennt man dann wohl Rotation. Wenger änderte seine Formation im Vergleich zum Ligaspiel gegen Tottenham auf allen elf Positionen.

Video - Wengers neues Wunderkind: Nketiah verzückt Arsenal

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